Haltungsjournalismus: „Demokratie neu denken“

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Haltungsjournalismus : Gut gemeint

Luisa Neubauer (schwarze Jacke, graue Mütze) fragt sich, ob die Demokratie Probleme wie den Klimawandel schnell genug in den Griff bekommt.

Von Johannes Pennekamp, 7.März 2020

Unter Jüngeren besteht der Wunsch, Journalismus solle über das Richtige ausreichend und positiv berichten. Dass unabhängige Medien den Mächtigen auf die Finger schauen, ist offenbar weniger wichtig. Journalismus geht anders.

Kürzlich klingelte das Telefon. Ein Student hatte ein paar Fragen für seine Bachelor-Arbeit im Fach Journalismus. Ihn interessierte, wie Journalisten arbeiten, und die Rolle der Medien in der Demokratie. Dazu lässt sich einiges sagen. Das Gespräch nahm also Fahrt auf. Und hatte einen eigenartigen Verlauf.

Der freundliche Interviewer wollte wissen, ob es denn richtig sei, dass wir für gewisse Artikel im Internet Geld verlangen. Er sei auf unserer Website gewesen und habe nicht alles lesen können. Was denn daran falsch sei, bekam er daraufhin als Gegenfrage. Journalistische Arbeit habe ihren Preis, genau wie ein Brötchen beim Bäcker oder Nudeln im Supermarkt. Der Student verstand das nicht. Es schien, als sei ihm eine staatliche Finanzierung lieber, wenn die Menschen dafür alle Inhalte kostenlos bekämen. Journalistische Unabhängigkeit und ein kritischer Blick auf die staatlichen Akteure? War ihm offenbar nicht so wichtig.

Als nächstes wollte der Student wissen, ob das Thema Nachhaltigkeit nicht im Pressekodex verankert werden sollte. Ob Journalisten also ermahnt oder verpflichtet werden sollten, häufig und vor allem positiv über Klimaschutz und vergleichbare Themen zu berichten. Bedenken, dass eine solche Vorgabe mit der Pressefreiheit kollidieren würde, hatte der Fragesteller wohl nicht…

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