Alle Beiträge von Vernunftkraft Odenwald

BI´ aus ganz Südhessen zur Demo auf dem Römerberg

http://www.de-fakt.de/bundesland/hessen/odenwaldkreis/details/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=4647&cHash=d6b87ebc83d3f8687ddc0cf6b7ef778b

Bürgerinitiativen aus ganz Südhessen zur Demo auf dem Frankfurter Römerberg

von: Pressedienst BI Siedelsbrunn & Ulfenbachtal, 18.9.2018

FRANKFURT / ODENWALD. – Die 12. Öffentliche Sitzung der Regionalversammlung Südhessen am vergangenen Freitag,14. September, im Frankfurter Römer war Anlass für Udo Bergfeld von der Bürgerinitiative Siedelsbrunn und Ulfenbachtal, eine Kundgebung vor dem Rathaus abzuhalten. Obgleich das Thema Windindustrieanlagen aktuell nicht auf der Tagesordnung der Regionalversammlung stand, auch nicht über den Regionalplan Südhessen abgestimmt wurde, sollte die Kundgebung dazu dienen, nochmals das Thema Windkraft-Industrieanlagen aufzugreifen.

Peter Geisinger, 1. Vorsitzender von Vernunftkraft Odenwald e.V., Dr. Stefan Naas, FDP, Bürgermeister der Stadt Steinbach (Taunus), Udo Bergfeld, Kundgebungsleiter Bürgerinitiative Gegenwind Siedelsbrunn & Ulfenbachtal, Rolf Michael Zimmermann, Vorsitzender von Vernunftkraft Hessen e.V.. (von links nach rechts)

Die Mitglieder der Regionalversammlung Südhessen dürften nicht wieder, wie so oft schon geschehen, „einfach der einseitig grüner Ideologie blauäugig folgen, ohne Überlegung über etwas abstimmen, wovon viele überhaupt keine Ahnung haben“, gab Udo Bergfeld zu bedenken. „Diese derzeitige Politik der Mythen und Halbwahrheiten sowohl von Kanzlerin Angela Merkel als auch von Ministerpräsident Volker Bouffier und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wasir riskiert unseren Wohlstand, zerstört unsere Heimat und die der künftigen Generationen.“

Keinesfalls trage diese Politik zur Begrenzung des Klimawandels bei, wie Udo Bergfeld weiter ausführte. Sogar der Bundesrechnungshof habe der Energiewende ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Diese sei verkorkst, trotz 30.000 Windenergieanlagen sei der Klimaschutz nicht vorangekommen. „Dabei kostet uns diese Energiewende bis ins Jahr 2025 mehr als 500 Milliarden Euro. HESSEN LEBT RESPEKT – heißt es in einer Kampagne von 2017, der schwarz-grünen Landesregierung. Und genau diesen Respekt wollen wir für uns einfordern. Auch ZUHÖREN BEDEUTET RESPEKT“, forderte Udo Bergfeld von den Politikern.

Und genau in diesem Moment schlich sich die grüne Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid an den Demonstranten mit eingezogenem Kopf vorbei, um in den Römer zu gelangen.

„Das passt zu dem typischen Umgang der Politiker mit seinen Bürgern. So wie es auch beim Besuch der Kanzlerin in Heppenheim 2017 geschehen ist: Volker Bouffier und Dr. Michael Meister hatten keine Lust auf Volkes Stimme.“ Den Regierenden müsse unbedingt klar gemacht werden, dass sich in einer Demokratie Mitwirkung und Bevormundung gegenseitig ausschließen, fuhr Udo Bergfeld in seinen Ausführungen fort. Jeder Bürger in Deutschland beteilige sich mit seiner Stromrechnung an der Erneuerbaren-Energie-Umlage.

„Das sind im Jahr mehr als 28 Milliarden Euro. Das ist ein Betrug an uns Allen. Wir Bürger wollen den Erhalt unserer einzigartigen Naturlandschaft mit ihrer biologischen Artenvielfalt und keine Zerstörung unserer windschwachen Mittelgebirgszügen.“

Dr. Stefan Naas (FDP), Bürgermeister der Stadt Steinbach im Taunus, bekräftigte das Anliegen der Demonstranten, keine weiteren Windindustrieanlagen in deutschen Mittelgebirgen zu errichten. Gerade der Taunus sei Naherholungsgebiet für die Frankfurter Bürger, die sich hier vom Alltag erholen wollten. Auch bei der Wohnungsknappheit sollten die ländlichen Gebiete attraktiv bleiben als Wohnort für die Bürger und nicht durch über 200m hohe Windräder die Landschaft verunstalten mit all ihren weiteren Gefahren wie zum Beispiel Infraschall, Druckwellen und Naturzerstörung.

Wie bereits Udo Bergfeld verwies Dr. Naas auf die kommende Landtagswahl am 28. Oktober 2018. Der Bürger könne durch seine Stimmabgabe mit dazu beitragen, dass eine Politik nicht gegen sondern für Mensch und Natur gemacht wird.

Peter Geisinger, Flugkapitän a.D., 1.Vorsitzender von >Vernunftkraft Odenwald e.V.< berichtete von den Windindustriestandorten, die bereits im Odenwald auf den windschwachen Höhenrücken gebaut wurden, trotz Widerstand in der Bevölkerung, trotz anhängiger Gerichtsverfahren. Dabei sei sowohl gegen den Naturschutz als auch gegen bestehende Gesetze verstoßen worden. „Das Regierungspräsidium Darmstadt mit Brigitte Lindscheid als Präsidentin hat alle diese Windindustrieanlagen genehmigt, egal , ob die Gebiete im FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat) liegen oder in Gebieten mit geschützten Tieren.“

In diesem Zusammenhang führte Geisinger aus, wie die Politiker mit Bürgern umgehen, die sich wehren: Auf dem Stillfüssel in Siedelsbrunn wurde bei Demonstrationen sogar der Staatsschutz eingesetzt.

Der ehemalige Landrat der Bergstraße , Matthias Wilkes, der die Bürgerinititiven im Odenwald unterstützt, wurde sogar von der Aufsichtsratsvorsitzenden der ENTEGA, Marie-Luise Wolff, aufgefordert ,sich von den „Kriminellen“ zu distanzieren, berichtete Peter Geisinger weiter.

„Trotz der 30.000 Windindustrieanlagen in Deutschland ist der CO² -Ausstoß nicht nennenswert gesunken. Das heißt das Ziel, den CO²-Ausstoß zu senken, das eigentliche Ziel der Energiewende, wurde nicht erreicht.“ Mit dem Bau von Windindustrieanlagen werde aber jede Menge Wald abgeholzt. Dabei sei doch bekannt, dass gerade der Wald neben den Ozeanen die größte CO²-Senke
der Welt ist.

Abschließend rief Udo Bergfeld allen Mitstreitern zu: „Wir wehren uns so lange, bis sie es begreifen, egal, ob wir aus dem Reinhardswald, Vogelsberg, Rhön, Taunus, Westerwald, Spessart, Bergstraße oder Odenwald kommen.“

Peter Geisinger bedankte sich bei Udo Bergfeld und seinen Mitstreitern für den unermüdlichen Einsatz gegen die Mensch, Tier und Natur verachtende Energiepolitik.

Bergfeld verwies auf die kommende 61.Donnerstagsdemo in Wald-Michelbach mit René Rock, dem Vorsitzenden der FDP-Fraktion Hessen und Spitzenkandidat seiner Partei für die hessische Landtagswahl am 28.10.2018, sowie der Demo für eine vernünftige Energiepolitik am Samstag, 22. September, um 14 Uhr vor der Staatskanzlei in Wiesbaden.

Spektrum.de: Energiewende chaotischer als der Brexit!

https://www.spektrum.de/kolumne/die-energiewende-chaotischer-als-der-brexit/1591980

Die Energiewende – chaotischer als der Brexit

Nicht weit von den Protesten gegen Braunkohleabbau im Hambacher Forst fallen Bäume für die Windenergie – ein Sinnbild des Energiewende-Chaos, meint Daniel Lingenhöhl.

von Daniel Lingenhöhl, 17. September 2018

3500 Polizisten gegen 150 Aktivisten, die sich in Baumhäusern und Erdlöchern verschanzt haben, öffentliche Proteste und politische Zänkereien, der Einsatz von Schlagstöcken und Tränengas – so stellt sich seit einigen Tagen die Situation im Hambacher Forst dar. Der Wald, der auf diesem Standort seit der Eiszeit wächst – aber schon lange kein Urwald mehr ist –, soll dem Braunkohletagebau Hambach weichen. Die Bäume fallen bald, um ausgerechnet einen Energieträger abbauen zu können, der als besonders schmutzig gilt. Von allen fossilen Brennstoffen setzt die Braunkohle beim Verbrennen mit am meisten Kohlendioxid frei, was den Treibhauseffekt verstärkt und Deutschlands Klimabilanz verschlechtert.

Der Protest der Zivilgesellschaft ist also durchaus berechtigt – wobei gewalttätige Exzesse nicht zu entschuldigen sind. Bei den Demonstrationen ganz vorne mit dabei sind mittlerweile führende Vertreter der Grünen, deren nordrhein-westfälische Vertreter sogar ihren kleinen Parteitag Anfang Oktober dort abhalten wollen. Dabei haben ausgerechnet sie noch 2016 in einer »Leitentscheidung zum rheinischen Revier« den Rodungen zugestimmt – aber damals waren sie eben noch in rot-grüner Regierungsverantwortung und nicht in der Opposition wie heute.

Das Windrad darf, der Bagger nicht

Und während im Hambacher Forst erst noch die Vorbereitungen für die Abholzung getroffen werden müssen, fallen im Aachener Münsterwald bereits ganz konkret Bäume – hier allerdings für Windkraftanlagen und nicht für einen großen Konzern, sondern für die Aachener Stadtwerke. »Fußballfeldgroße« Schneisen wurden schon in den Wald geschlagen, schreibt »WDR.de«. Es ist eines von knapp 160 Projekten in nordrhein-westfälischen Wäldern, die bereits laufen, gebaut werden oder wenigstens geplant sind und von der vorherigen rot-grünen Regierung politisch gefördert wurden. Klima und Naturschutz seien »angemessen ausgeglichen«, wenn Wald für Windkraft geopfert wird, sagte laut dem »WDR« Wibke Brems, energiepolitische Sprecherin der Grünen im Landtag. Für die »saubere« Energie spielt es also keine Rolle, wenn Naturflächen zu Industrieparks umgewandelt und bedrohte Arten wie Schwarzstorch oder Roter Milan gefährdet werden. Man darf dies durchaus Doppelmoral nennen.

Denn bei den neuen Vorrangflächen für Windkraft handelt es sich mitnichten nur um ökologisch eher wertlose Fichtenforste, sondern nicht selten auch um artenreiche, teils sehr alte Laubmischwälder, die für den Naturschutz große Bedeutung haben. Das gilt zum Beispiel für Hessen, wo – unter schwarz-grüner Ägide – der Reinhardswald für die Windkraft erschlossen wird

 

Vielbrunn: Bürgergruppen kritisieren Behörden

https://www.echo-online.de/lokales/odenwaldkreis/michelstadt/windrader-bei-vielbrunn-burgergruppen-kritisieren-behorden_19053296#

Windräder bei Vielbrunn: Bürgergruppen kritisieren Behörden

Nach Überzeugung von Bürgerinitiativen in Vielbrunn und Würzberg war der Baubeginn für zwei Windräder bei Vielbrunn nur möglich, weil Behörden Bedenken hintanstellten.

von Manfred Giebenhain, 11. September 2018

VIELBRUNN – Windkraftgegner aus Vielbrunn und Würzberg fühlen sich erneut von den Behörden im Stich gelassen. Mit einem entsprechenden Statement für die Betroffenen hat Hans-Joachim Büchs reagiert und damit seine ersten Aussagen zum Baubeginn für das zweite Windräder-Areal auf dem Höhenzug vertieft („Hochbau-Betrieb im Felgenwald“, Ausgabe vom 8. September).

Adressat der Kritik ist das Darmstädter Regierungspräsidium (RP), das nun auch ein zweites Gutachten ignoriert habe, in dem vor einer Verunreinigung des Tiefbrunnens von Vielbrunn gewarnt wird. Bereits in ihrer Empfehlung vom 19. August 2016 war Inga Schlösser-Kluger vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG, Wiesbaden) zu dem Ergebnis gekommen: „Es ist eine Einzelfallprüfung erforderlich“, da der Standort auf Schutzgebietsflächen liege. In Auftrag gegeben wurde das Gutachten durch das RP Darmstadt, das ungeachtet dessen mit seiner Baugenehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz Fakten schuf.

Gutachten ist von den Bürgern selbst bezahlt

„Das neue Gutachten wurde von Spenden der Bürger aus den vier Ortschaften bezahlt. Hier wird sowohl die verstärkte Nitratbildung durch Bodenbelichtung (massives Abholzen) und vor allem das Auslaugen von Chromaten aus den Betonfundamenten beschrieben“, fasst Büchs zusammen. Der Verfasser Dr. Alexander Stahr (Taunusstein) macht mit Zink und Strontium weitere gesundheitsgefährdende Metalle aus und kommt zu dem Ergebnis, dass „im Hinblick auf die Grund- beziehungsweise Trinkwasserqualität (…) hinsichtlich der Schwermetallproblematik bei der Errichtung von WKA im Wald mit sauren bis stark sauren Böden (…) keinerlei gesicherte wissenschaftliche Studien vorliegen“…

Gegenwind: Flaute, verstopfte Netze, Proteste…

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/windkraft-kommentar-gegenwind-fuer-die-windenergie-15779384.html

Flaute, verstopfte Netze, Proteste

von Andreas Mihm, 10. September 2018

Die Windbranche musste diesen Sommer einiges einstecken. Das Problem dabei ist: Es geht um sehr viel für Deutschland.

Für die Windbranche war das ein Sommer vielfachen Missvergnügens. Zwar hatte das Jahr stürmisch begonnen, doch je weiter es voranschritt, je wärmer und trockener die Monate wurden, desto größer wurde der große Flaute-Dreiklang: kein Wind, kein Strom, kein Geschäft. Da half es auch nicht, die Zahl der Windkraftanlagen im ersten Halbjahr um 497 auf mehr als 29.000 aufzustocken. Die stabile Hochdrucklage vermasselte den Windmüllern das Geschäft.

Richtig gut sieht es auch beim größten deutschen Windanlagenhersteller nicht aus. Als letzte in einer längeren Reihe kündigte die Enercon GmbH im friesischen Aurich an, knapp 1000 Stellen zu streichen. Als Grund genannt wurde hier nicht das Wetter, sondern das sich auf das Ausland verlagernde Geschäft. Rotoren und andere Großteile müssten aus logistischen Gründen vor Ort erzeugt werden. Und weil solche Großinvestitionen selten nur von privater Hand getragen werden, nimmt die Politik im Bestellerland mit Forderungen nach „lokaler Erzeugung“ Einfluss.

Da klingt es nur folgerichtig, dass auch die deutsche Landes- und Bundespolitik nicht abseitsstehen will und ihrerseits versucht, auf die Konzernführung Einfluss zu nehmen. Doch das Unternehmen zeigte auch hier seine traditionelle Eigentümlich- und Bockigkeit. Gesprächsnachfragen der Politik wurden ausgeschlagen. Nicht allein deshalb bleiben Fragen. Der inzwischen greise Aloys Wobben hat das 1984 gegründete Unternehmen in wenigen Jahrzehnten zu einem Weltkonzern gemacht, aber der ist undurchsichtig und höchst intransparent. Dies aufzuschlüsseln wäre eine Aufgabe, vielleicht für die Aktivisten von Greenpeace. Dass sie das können, haben sie mit dem „Schwarzbuch EPH“ über die „abgebrühten Investoren“ aus Tschechien in der mitteldeutschen und Lausitzer Braunkohle bewiesen. Im Fall von Enercon könnten sie zeigen, dass sie keine ideologischen Scheuklappen haben.

Braun- und Steinkohlekraftwerke mussten einspringen

Der Windlobby kam der Fall Enercon wie gerufen. Konnte man damit doch eindrucksvoll die Folgen in Szene setzen, die ein nachlassender Ausbau der Windstromkapazitäten für die Beschäftigung hat. Der Markteinbruch sei Folge politischer Rahmenbedingungen, beklagt der Windenergieverband. Das stimmt. Offenbar kann die Branche auch nach mehr als zwanzigjähriger staatlicher Förderung wie durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz immer noch nicht auf eigenen Füßen stehen. Sie ruft nach Staatsknete wie ein Süchtiger nach dem Dealer.

Jetzt droht angeblich ein Fadenriss, weil die Bundesregierung angekündigte Sonderausschreibungen für neue Wind- und Solarparks hinauszögert. Das ist ein weiterer Anlass zu Missvergnügen in der Windbranche. Bei den vom Bund organisierten Ausschreibungen bewerben sich die potentiellen Betreiber um eine Förderung für die festgelegte Menge. Die Bewerber mit der geringsten Forderung bekommen den Zuschlag. Der Wunsch nach Zusatzausschreibungen, wie sie im Koalitionsvertrag für die Jahre 2019 und 2020 stehen, läuft also im Kern hinaus auf das zügige Ausreichen weiterer Unterstützung.

Der vom Bund vorgesehene Zubau neuer Anlagen wird damit auch in diesem Jahr wieder weit übertroffen, Doch das spielt bei der Betrachtung keine Rolle. Gerne übersehen wird auch die Tatsache, dass der Ausbau der Stromnetze weiterhin nicht schnell genug vorangeht, um den zusätzlichen Strom aus dem Norden abzutransportieren. Das löst zusätzliche Kosten aus. Dass in diesem Sommer Braun- und Steinkohlekraftwerke die wegen Flaute ausgefallenen Windstrommengen ausgleichen mussten, sei nur am Rande erwähnt…

Deutsche Wildtierstiftung: Keine WIA im Wald!

https://www.deutschewildtierstiftung.de/naturschutz/windenergie-und-artenschutz

Windenergie und Artenschutz

Keine Windkraftanlagen im Wald

Der Ausbau der Windenergie aus reinen Profitgründen ist zur Gefahr für zahlreiche Wildtiere geworden. In Deutschland fallen den Windkraftanlagen heute im Jahr bis zu 250.000 Fledermäuse und über 12.000 Greifvögel zum Opfer. Besonders gilt das im Wald. In den für Windparks geeigneten Hochlagen finden sich vielfach wertvolle, alte und naturnahe Waldbestände, die ein Garant der biologischen Vielfalt sind. Deutschland braucht dringend einen einheitlichen, hohen Standard, um Natur- und Artenschutz in die Energiepolitik zu integrieren. Wir erheben unsere Stimme – mit Stellungnahmenan die Verantwortlichen und Diskussionsbeiträgen. Wir sammeln Fakten und bereiten sie in Fachstudien auf.

Der Ausbau der Windenergie in Deutschland schreitet ungebremst voran. Ende 2015 waren an Land fast 26.000 Windkraftanlagen installiert. Doch nach den Plänen der Bundesregierung und vieler Bundesländer soll der Ausbau der Windenergienutzung noch weitergehen. Deutschlands erklärtes politisches Ziel zur Erreichung der Klimaziele soll unbedingt erreicht werden! Nach einer aktuellen Studie des Frauenhofer Instituts für Windenergie und Energiesystematik werden die Ausbaupotenziale mit bis zu 22 % der Bundesfläche angegeben.

Mit der Öffnung des Waldes als potenziellen Standort für Windenergieanlagen werden die Potenziale einerseits beträchtlich erweitert, zugleich entstehen dadurch aber gravierende Konflikte zwischen Windenergie und dem Natur- und Artenschutz. Wälder haben einen hohen ökologischen Wert und werden durch den Bau und Betrieb von WEA langfristig in ihrer Funktion als Lebensräume für Wildtiere beeinträchtigt und gefährdet. Seit 2010 hat sich der Zubau im Wald innerhalb Deutschlands versiebenfacht. Den bislang stärksten Zubau im Wald gab es 2015 mit bundesweit 271 Neuanlagen mit einer Gesamtleistung von 754,2 MW. (Quelle Abbildung: Bundesverband Windenergie)

Keine Windkraftanlagen im Wald

Da in der Offenlandschaft für Windenergie geeignete Gebiete zunehmend knapp werden, geht die Entwicklung hin zu Windparks in Waldgebieten, besonders in den Mittelgebirgsregionen. Waldgebiete jedoch sind im Vergleich zu Agrarlandschaften weit weniger intensiv vom Menschen genutzt und daher ein wichtiger Rückzugsort für viele bedrohte Tierarten, insbesondere für Fledermäuse und Vögel. Alle in Deutschland heimischen Fledermausarten stehen mittlerweile auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten. Daher braucht Deutschland dringend einen einheitlichen, hohen Standard, um Natur- und Artenschutz in die Energiepolitik zu integrieren.

Schon heute bedroht die Windenergie in manchen Bundesländern die Populationen einzelner Arten. Der Rotmilan, für den Deutschland mit seinem großen Anteil am Brutgebiet eine besonders hohe Verantwortung trägt, wird häufig Opfer von Kollisionen an Windenergieanlagen. Auch der vom Aussterben bedrohte Schreiadler ist mittlerweile in seinem sehr kleinen Verbreitungsgebiet in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg von Windparks umschlossen. In Brandenburg ist die Belastungsgrenze für die Rotmilanpopulation bereits jetzt in Sicht, wenn nicht gar überschritten, wie Studien zeigen.

Keine Windkraftanlagen im Wald

Unbestritten bleibt, dass der Ausbau erneuerbarer Energien zusammen mit Effizienzsteigerungen ein wichtiger Pfeiler der Energiepolitik sein wird. Ihr naturschutzfachlich unkontrollierter Ausbau gefährdet jedoch inzwischen die Ziele des Natur- und Artenschutzes zu denen sich die Bundesregierung mit der „Strategie zur Biologischen Vielfalt“ selbst verpflichtet hat. Der Ausbau der Windenergie, gesteuert nicht nur aus klimapolitischen, sondern auch aus privatwirtschaftlichen Gründen, ist zur Gefahr für zahlreiche Wildtiere geworden. Dabei ist der Erhalt der Biodiversität ein gesellschaftlich ebenso wichtiges Ziel wie die Energiewende. Naturnahe, große Wälder müssen genauso erhalten werden wie für Fauna und Flora wertvolles Offenland. Daher ist eine sorgfältige Abwägung notwendig, wo Windparks ohne Schaden an der Natur errichtet werden dürfen. Mit Windenergie kann sehr viel Geld verdient werden. Auch aus diesem Grund besteht ein hoher Interessensdruck auf potentiellen Standorten. Wir setzen uns dafür ein, dass die Belange des Arten- und Naturschutzes nicht unter die Räder der Energiewende kommen!

Eine repräsentative Umfrage des Instituts Emnid im Auftrag der Deutschen Wildtier Stiftung zeigt: Für 65 Prozent der Befragten soll im Zweifelsfall der Schutz von Vögeln und anderen Tieren Vorrang vor dem Bau von Windkraftanlagen haben. Und 80 Prozent lehnen ab, dass Waldgebiete verschwinden oder zerschnitten werden.

Studie: Windenergie im Lebensraum Wald

Für die Deutsche Wildtier Stiftung hat der renommierte Biologe und langjährige Leiter der Staatlichen Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland Dr. Klaus Richarz 2014 und 2016 umfangreiche Studien verfasst. Sie beschreiben das Gefährdungspotenzial waldgebundener Arten durch den Bau und den Betrieb von Windkraftanlagen. Sie stellen die Bedeutung der Wälder für die Erhaltung der biologischen Vielfalt vor und zeigen auf, dass ein weiterer Ausbau von Windenergieanlagen vor allem im Wald einen Eingriff in eine Tabuzone darstellt und nur in Ausnahmefällen naturschutzfachlich und –rechtlich vertretbar wäre.

Hier können Sie die Studien kostenlos bestellen.

Vielbrunn: Windrad-Großbaustelle im Felgenwald!

https://www.echo-online.de/lokales/odenwaldkreis/odenwaldkreis/hochbau-betrieb-im-felgenwald_19050812

Hochbau-Betrieb im Felgenwald

Windräder, Trinkwassergefährdung, falsche Energiepolitik, Naturzerstörung, Landschaftszerstörung, Lärm, Infraschall

In eine Großbaustelle haben die Arbeiten an der Errichtung zweier Windräder den Wald bei Vielbrunn verwandelt. Foto: Joaquim Ferreira

von Gerhard Grünewald, 9. September 2018

VIELBRUNN – Der Energieerzeugungs-Spezialist whs-Enertec (Erzhausen) hat damit begonnen, auf der Höhe südlich des Michelstädter Stadtteils Vielbrunn zwei Windräder bauen zu lassen. Er nutzt damit die seit Dezember 2016 vorliegende Genehmigung, den potenziellen Anlagen-Standort „Felgenwald II“ zu verwerten. Demnach können zwischen Golfplatz Sansenhof und Eulbach zwei Türme errichtet werden, die mit Flügeln eine Höhe von bis zu 217 Meter erreichen.
Die Energiebranche eröffnet damit den dritten Windräder-Standort im Odenwaldkreis, der zugleich die erste Doppelbelegung für ein und dieselbe Ortschaft bedeutet. Denn zum Einzugsgebiet von Vielbrunn rechnet auch das weitläufige Gebiet Hainaus mit seinen inzwischen neun Anlagen. Aus dieser Konstellation erklärt sich die erhebliche Gegenwehr, der sich Projektierer und Genehmigungsbehörde vonseiten der lokalen Bevölkerung gegenübersehen.
Die in der Bürgerinitiative „Zukunft Vielbrunn“ organisierten Gegner der Felgenwald-Bebauung begründen ihr Veto freilich nicht mit der Empfindung einer optischen Überlastung ihrer Ortschaft, sondern machen handfeste Hinderungsgründe geltend. Als solche führen sie vor allem die Lage des Standorts im Wassergewinnungs-Gebiet Michelstadts für seine östlichen Stadtteile und benachbarte Teile Erbachs an. Mit dieser Argumentation erreicht haben sie eine Klage der Stadt Michelstadt gegen die Baugenehmigung, die weiter verwaltungsgerichtlich anhängig ist.
Windräder, Trinkwassergefährdung, falsche Energiepolitik, Naturzerstörung, Landschaftszerstörung, Lärm, Infraschall

Bauteile für die beiden Rotoren liegen zur Montage bereit. Foto: Joaquim Ferreira

Wenn whs-Enertec dennoch baut, dann geschieht dies auf Grundlage der Zulässigkeit des Sofortvollzugs. Die wiederum hat der Bauherr ausdrücklich bestätigt bekommen, indem die zuständige Kammer die Forderung nach einstweiliger Verfügung eines Baustopps zurückgewiesen hat. In der Streitsache befindet sich Michelstadt insofern in einer kniffligen Lage, als seine Gremien den Felgenwald einst selbst als möglichen Windräder-Standort vorgeschlagen haben: Der Höhenzug ist in jenem gemeinsamen Flächennutzungsplan enthalten, mit dem die Städte und Gemeinden die Ausbreitung der Windkraft-Nutzung im Odenwaldkreis steuern wollten, damit aber aktuell an vorgesetzten Stellen, Gerichten und dem Fortschreiten konkreter Projekte scheitern.

Wie berichtet, hat das Regierungspräsidium dem Plan die Zustimmung veweigert, wogegen auch das Beschreiten des Rechtswegs bisher keinen Erfolg gebracht hat. In diesem Vakuum können sich Projektierer auf die bundesrechtliche Privilegierung der Winräder-Baus berufen und so praktisch für jeden Platz ihre Ambitionen geltend machen. „Das heißt allerdings nicht, dass sie auch überall bauen dürfen“, veweist Hans-Joachim Büchs für „Zukunft Vielbrunn“ auf den Schutz höherer Güter, zu denen wichtige Belange des Naturschutzes ebenso gehören können wie die Sicherheit von Boden und Wasser im Sinne menschlicher Daseinsfürsorge. „Genau dieser Ausschlussgrund trifft für den Felgenwald zu, weil der Bau dort Vielbrunn und seine Nachbarorte mit dem Verlust der Versorgung mit Trinwasser und der Verseuchung seiner Böden beroht“, bekräftigt Büchs und kündigt an, das Vorhaben weiter juristisch und politisch zu bekämpfen…

Natur- und Artenschutz kommt unter die Räder!

https://www.oberhessische-zeitung.de/lokales/vogelsbergkreis/landkreis/natur-und-artenschutz-kommt-unter-die-rader_19045824#

„Natur und Artenschutz kommt unter die Räder“

Von red, 5. September 2018
VOGELSBERGKREIS – Während sich das Gutachterbüro Ecoda mittlerweile von den Handlungen des „Baumklopfers“ im Vogelsberg distanziert hat, wollen die Grünen im Zweckverband Oberhessische Versorgungsbetriebe (ZOV) nach aktuellen Presseinformationen „abwarten“. „Sowohl OVAG-Vorstand Rainer Schwarz als auch die Grünen scheinen in Anbetracht der bevorstehenden Landtagswahlen in Hessen nervös zu werden, da immer mehr Menschen den Irrweg dieser sogenannten ,Energiewende‘ erkennen“, schreibt die Naturschutzinitiative (NI) in einer Pressemeldung.
Anstatt Natur, die biologische Vielfalt und damit auch das Klima zu schützen, führe diese Form der „Energiewende“ nach Ansicht der NI zu einer Natur- und Landschaftszerstörung größten Ausmaßes. Diese Auswüchse und der mangelhafte Schutz von streng geschützten Arten und von Landschaften und Erholungsräumen habe in Hessen und bundesweit ein erschreckendes Ausmaß angenommen.
Im April 2017 seien im Vogelsberg zwei tote Rotmilane in einem Windpark in Ruhlkirchen gefunden worden. Bei Erfassungen zu einem benachbarten Windpark sei festgestellt worden, dass ein Rotmilanhorst in weniger als 1000 Metern Entfernung zum Windpark Ruhlkirchen liege. Seit Inbetriebnahme im Jahr 2013 seien bereits drei tote Rotmilane nahe der vier Anlagen gefunden worden. Alleine im Jahr 2017 seien sieben tote Rotmilane im Landkreis gefunden worden. Davon drei im Bereich eines sogenannten „Rotmilanprojektes“, heißt es in der Pressemitteilung. Die Anzahl der Rotmilan-Schlagopfer sei demnach im Vogelsberg mit 25 bis 29 Tieren die höchste Quote in ganz Deutschland, und das in einem europäischen Vogelschutzgebiet. Hier werde der Vogelschutz zugunsten der wirtschaftlichen Interessen der Windindustrielobby eklatant konterkariert, ist die NI überzeugt.
Deren Naturschutzreferent, Immo Vollmer, sieht in der Summe der Ereignisse eine Schädigung der lokalen Population gegeben: „Hier liegt, zugerechnet einer Dunkelziffer und der mit der Tötung von Elternvögeln verbundenen Zerstörung von Eiern und Jungvögeln, eine Totschlagrate vor, die die Nachwuchsrate überschreitet. Da der Rotmilan Zielart des Vogelschutzgebietes ist, die sich hier besonders geschützt fortpflanzen soll, liegt ein deutlicher Verstoß gegen EU-Recht vor“ erklärt Vollmer, der gar davon ausgeht, dass eine Klage gegen das Land Hessen vor dem Europäischen Gerichtshof erfolgreich sein könnte. Auch der störungssensible Schwarzstorch sei durch Windindustrieanlagen in seinem Brutgeschäft erheblich gestört. Seit der „Industrialisierung des Vogelsberges“ sei die Zahl der Schwarzstorchpaare von 14 Revierpaaren auf vier Brutpaare zurückgegangen.
Natur- und Artenschutz kämen unter einer schwarz-grünen Landesregierung unverantwortlich unter die Räder. Vogelschutzgebiete dienten dem Schutz von Vögeln und nicht ihrer Industrialisierung, kritisiert die NI. Es sei mehr als offensichtlich, dass Projektierer, Betreiber und vor allem Gutachterbüros und Genehmigungsbehörden ihrer Verantwortung nicht gerecht würden…

Wofür sind Windräder gut? Ein Wort zum Sommer…

http://www.de-fakt.de/bundesland/hessen/odenwaldkreis/details/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=4556&cHash=18806313e6a9cd5c86d3452dabedbdea

Leserbrief:

Ein Wort zum Sommer oder wofür sind Windräder gut?

von Peter Geisinger, 5. September 2018

Eine langjährige Freundin hat mir zu Windrädern vor Kurzem endgültig die Augen geöffnet: Die Windkraft – richtig eingesetzt – würde uns vor den Folgen des Klimawandels schützen! Im Folgenden soll dieser geniale Gedanke ausführlicher dargestellt werden.

Windräder als Ventilatoren

Richtig eingesetzt, würden uns Windräder zwar nicht vor dem Klimawandel schützen (was sie ja auch heute nicht tun), wohl aber vor dessen Folgen, der atmosphärischen Erwärmung.

Dafür müsste die bislang einseitige Verwendung der Windräder als gelegentliche Stromproduzenten deutlich erweitert werden: Windräder sollten bei den nach den neuesten Erkenntnissen der Klimaforscher zu erwartenden heißen Sommern zur Winderzeugung mit Strom betrieben werden. Sie würden mit der so generierten Luftbewegung für eine deutliche Milderung der hochsommerlichen Temperaturen sorgen. Ohnehin konnte im diesjährigen heißen und windarmen Sommer der Atmosphäre nur wenig Energie entzogen und zur Stromerzeugung verwendet werden.

Die technische Umsetzung wäre problemlos und kostengünstig darzustellen, da die „Windparks“ bereits an das Stromnetz angeschlossen sind. Bei Kühlungsbedarf müsste nur die Stromflussrichtung umgekehrt werden. Die notwendige Antriebsenergie wäre durch Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland bereitzustellen, da Deutschland im Jahre 2022 endgültig aus der Atomstromproduktion aussteigt und vermutlich in weiterer Zukunft auch die Kohleverstromung beenden wird.

Alternativ müsste durch eine intelligente digitale Vernetzung sichergestellt werden, dass eine bedarfsgerechte und ausgewogene Verteilung von Stromproduktion und Kühlung jederzeit gewährleistet ist.

Das gesamte Projekt wäre auch hinsichtlich der Akzeptanz der Windenergie durch die Bevölkerung mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Win-Win-Situation! Fragen der Versorgungssichertheit sind dabei durchaus als sekundär zu bewerten.

Schließlich stellt die Deutsche Energieagentur DENA in ihrer 500-seitigen Leitstudie „Integrierte Energiewende“ auf Seite 30 bereits die rhetorische Frage:

„Inwieweit ist Deutschland bereit, aus Effizienzgründen seltene und extreme Wetterereignisse nicht mehr abzusichern, sondern gegebenenfalls Versorgungsausfälle in überschaubarem Maß zu akzeptieren?“ Narhallamarsch!

Peter Geisinger
Wingertsweg 10
64823 Groß-Umstadt

Mossautal: Protest gegen Windradpläne in Oberzent

https://www.echo-online.de/lokales/odenwaldkreis/mossautal/mossautal-protestiert-gegen-windradplane-in-nachbarschaft_19045671#

Mossautal protestiert gegen Windradpläne in Nachbarschaft

von Dieter Berlieb, 6. September 2018

Parlament erwartet von Windkraftprojekt bei Etzean negative Auswirkungen auf das Mossautaler Gemeindegebiet und wendet sich dagegen in Stellungnahme ans RP.

Auf dem Höhenzug Katzenwinkel zwischen Etzean und Airlenbach – hier der Blick von Beerfelden mit dem Kulturdenkmal Galgen (rechts) und dem Protestzeichen des „Goldenen Windrads“ (links) will Projektierer Juwi fünf Windräder bauen. Archivfoto: Heidemarie Canis

UNTER-MOSSAU – Obwohl nicht auf deren Gebiet, hätte der Bau der geplanten fünf Windkraftanlagen im Windpark Etzean (Stadt Oberzent) doch weitreichende negative Auswirkungen auf die benachbarte Gemeinde Mossautal. Um ihren Unmut darüber zum Ausdruck zu bringen, haben deren Gemeindevertreter in ihrer jüngsten Sitzung nun eine Stellungnahme an das Regierungspräsidium Darmstadt auf den Weg gebracht.

Zunächst wird in dem Papier darauf hingewiesen, dass aus Sicht der Mossautaler eine Beteiligung am Genehmigungsverfahren ein Muss darstelle. Auch befremde es nach deren Erfahrungen mit dem Windpark Kahlberg und der betroffenen Schmerbachquelle, dass seitens des RP vorsorglich auf eine Anhörung der Gemeinde verzichtet wurde, obwohl bekannt ist, dass Windpark-Projekte in dieser Größenordnung (fünf Rotoren mit einer Gesamthöhe von je 230 Meter) großflächige Auswirkungen hätten, die auch Mossautal als Nachbargemeinde direkt beträfen.

Laut Bareis lägen zwei der fünf geplanten Windenergieanlagen außerhalb des Vorranggebiets und wären somit nicht zulässig. Auch die Bestrebungen der Gemeinde Mossautal, naturverträgliche Nutzungen der Landschaft zu fördern, würden damit zunichtegemacht, da die Windenergienutzung auf den Höhenrücken massive Eingriffe in den Wald und die Landschaft nach sich ziehe, ganz zu schweigen von Lärmimmissionen in bisher unbelasteten Bereichen…

Windräder: „Das ist eine scheußliche Belastung!“

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/warum-die-front-gegen-windraeder-immer-groesser-wird-15773136.html

Kampf gegen Windkraft

„Das ist eine scheußliche Belastung“

von Michael Ashelm , Emmerthal, 6. September 2018

Zerstörte Landschaften, geschredderte Vögel, krank machender Lärm: Die Front gegen Windräder wird größer. Ein Projekt im Weserbergland zeigt das ganze Ausmaß der Kontroverse. Doch nicht nur dort brodelt es.

Dem Schlossherrn fehlt die Hoffnung. „Ich fühle mich alleingelassen und habe resigniert“, sagt Lippold von Klencke. Alle seine Bedenken seien von den Behörden abgetan worden. Auf dem Tisch vor ihm liegen Briefe, die er geschrieben hat. Ernsthaft befasst habe sich niemand mit seinen Argumenten. Auch die für den Denkmalschutz zuständigen Stellen hätten ihn nicht unterstützt. Und so hadert von Klencke mit dem, was kommen wird.

Hinter einer bewaldeten Höhe werden gerade acht riesige Windkraftanlagen montiert. Jede hat eine Höhe von 217 Metern. Das Projekt sorgt auch aufgrund der speziellen Lage an einem der wichtigsten Stromnetzknotenpunkte Norddeutschlands für erheblichen Zündstoff. Und es zeigt beispielhaft den immer größer werdenden Widerstand der Bevölkerung gegen besonders auffällige Auswirkungen der Energiewende…