Alle Beiträge von Vernunftkraft Odenwald

Die billigste Ausrede nach dem Hochwasser: Klimawandel

https://www.nzz.ch/meinung/der-andere-blick/die-billigste-ausrede-nach-dem-hochwasser-der-klimawandel-ist-an-allem-schuld-ld.1636962?ga=1&kid=nl164_2021-7-22&mktcid=nled&mktcval=164_2021-07-23

DER ANDERE BLICK

Die billigste Ausrede nach dem Hochwasser: Der Klimawandel ist an allem schuld

Vorbereitungsarbeiten zur Bergung zerstörter Autos nach der Hochwasserkatastrophe.   Foto: Christoph Hardt / Imago

Sie lesen einen Auszug aus dem Newsletter «Der andere Blick» von NZZ-Chefredaktor Eric Gujer speziell für Leserinnen und Leser in Deutschland. Abonnieren Sie den Newsletter kostenlos. Nicht in Deutschland wohnhaft? Hier profitieren.

Von Eric Gujer, Chefredakteut NZZ, 23. Juli 2021

Kanzlerin Merkel tut es, Ministerpräsident Laschet tut es auch und die Grüne Baerbock sowieso. Alle Parteien mit Ausnahme der AfD fordern als Reaktion auf das Hochwasser mehr Klimaschutz. Wenn alle Politiker dasselbe sagen, sollten die Bürger misstrauisch werden.

Entweder sind die Forderungen tatsächlich alternativlos, dann fragt man sich allerdings, weshalb Bund und Länder sie nicht längst umgesetzt haben. Oder die Politiker zeigen mit dem Finger so resolut in die eine Richtung, um von eigenen Versäumnissen abzulenken und in der Stunde der Not Entschlossenheit und Handlungsfähigkeit zu simulieren.

Die dritte Möglichkeit ist eine Mischung aus allem. Die richtige Antwort auf die Flutkatastrophe fällt nicht so einfach aus, weil die Lage unübersichtlich ist und verschiedene Faktoren beim Entstehen des Hochwassers mitgewirkt haben.

Die Welt ist nun einmal komplizierter, als durch den Matsch stapfende Politiker ihre Wähler glauben machen wollen.

Die Parteien denken, sie hätten jeden Wahlkampf schon verloren, wenn sie komplexe Zusammenhänge zu erläutern versuchten. Sie halten die Bürger für reichlich einfach gestrickt oder zumindest für unwillig, sich mit Sachverhalten zu beschäftigen, die sich nicht in der Schlagzeile einer Boulevardzeitung zusammenfassen lassen.

Claus Kleber ist ein Meister der Apokalypse

Der Klimawandel begünstigt ohne Zweifel Starkregen, weil warme Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann. Allerdings haben in Deutschland solche sintflutartigen Niederschläge in den Sommermonaten nicht zugenommen. Eine andere Theorie besagt, der in grosser Höhe von West nach Ost wehende Jetstream werde durch den Klimawandel so beeinflusst, dass er die Ausbreitung von stationären Wetterlagen wie das Tief «Bernd» fördere. Der Erklärungsversuch ist allerdings unter Meteorologen umstritten. Eine klare Evidenz gibt es nicht, was das «heute journal» nicht daran hinderte, die Behauptung mehr oder minder als Tatsache auszugeben. Nicht nur die Politik, auch der öffentlichrechtliche Rundfunk verbreitet das Narrativ: Der Klimawandel ist an allem schuld.

Ein Meister des Framings ist der ZDF-Moderator Claus Kleber. Mit apokalyptischem Timbre raunt er von den Naturgewalten, welche den Menschen für den Raubbau an der Schöpfung bestrafen würden. Kleber verbreitet seine kruden Theorien selbst dann, wenn eine Interviewpartnerin schüchtern darauf hinweist, der Klimawandel spiele sicher eine Rolle, sei allerdings gewiss nicht der einzige Grund für die Überschwemmungen…

Prof. Dietrich Murswiek: „BVG zaubert Verfassungsnorm“

https://www.tichyseinblick.de/meinungen/murswiek-interview-klima-urteil/

„Das Bundesverfassungsgericht zaubert eine Verfassungsnorm“

Der Verfassungsrechtler Dietrich Murswiek hält das Klima-Urteil des Bundesverfassungsgerichts für einen „Skandal“: „Das Bundesverfassungsgericht konstruiert sich selbst die Verfassungsnorm, die es zum Maßstab seiner Entscheidung macht“. Es erfülle damit einen Wunsch der Grünen.

Dietrich Murswiek

Mit seinem Klima-Beschluss vom 24. März hat das Bundesverfassungsgericht die deutsche Klima-Politik darauf verpflichtet, künftig mit einem CO2-„Restbudget“ von 6,7 Gigatonnen auszukommen. Das ist eine dramatische Einschränkung, die für Wirtschaftsunternehmen und Bürger gigantische Anstrengungen und Kosten mit sich bringen wird. Für andere Staaten gibt es solche Einschränkungen nicht.

Für Deutschland bedeutet es einschneidende Wettbewerbsnachteile, während die deutschen Anstrengungen für den Klimaschutz praktisch nichts bringen. Der Freiburger Staatsrechtler Professor Dr. Dietrich Murswiek schreibt in einem Beitrag für das Online-Portal „FAZ-Einspruch“, dass es für die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts keine rechtliche Grundlage gibt. Im Interview erläutert er seine Argumente

TE: Herr Professor Murswiek, Sie sagen, mit dem Klima-Beschluss habe das Bundesverfassungsgericht seine richterlichen Kompetenzen überschritten. Wie kommen Sie dazu?

Murswiek: Das Grundgesetz verpflichtet den Staat zwar zum Klimaschutz. Die Umweltschutznorm des Artikels 20a – „Der Staats schützt die natürlichen Lebensgrundlagen auch in Verantwortung für die künftigen Generationen“ – verpflichtet zum Schutz gegen jedwede von Menschen verursachte Umweltbeeinträchtigungen, also auch gegen solche, die auf anthropogene Treibhausgasemissionen zurückgehen. Daraus ergibt sich aber kein konkretes Temperaturziel, auf das die Erderwärmung, soweit von Menschen verursacht, begrenzt werden müsste. Deshalb lässt sich aus dem Grundgesetz auch kein CO2-Restbudget ableiteten, das noch maximal für CO2-Emissionen zur Verfügung steht…

 

Niedersachsen: Viel Wind um den Wind

https://taz.de/Schub-fuer-die-Energiewende/!5781920/

Schub für die Energiewende:

Viel Wind um den Wind

Niedersachsens Landesregierung hat einen neuen Windenergieerlass auf den Weg gebracht. Einigen geht er zu weit, anderen nicht weit genug.

Hat aus Sicht mancher Umweltschützer im Wald nichts zu suchen: WindkraftanlageFoto: Julian Stratenschulte/dpa

Von Harff-Peter Schönherr, 21. Juli 2021

OSNABRÜCK taz | Manchmal ist Klimaschutz unübersehbar: Windkraftanlagen, manche so hoch wie 70 Stockwerke, prägen unsere Landschaft. Bei tiefstehender Sonne fällt ihr Schatten fast eineinhalb Kilometer weit, ihre Positionslichter leuchten wie rote Augen in der Nacht. Rund 6.350 Anlagen sind in Niedersachsen erfasst, mit rund 11,4 Gigawatt (GW) Leistung.

Und um die Energiewende zu erreichen, sollen nach Niedersachsens Umwelt- und Energieminister Olaf Lies (SPD) bald weitere dazu kommen. Nachdem die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) der Bundesregierung 2017 den Ökostromausbau unter SPD-Beteiligung hart ausgebremst hatte, schlägt Niedersachsen, Deutschlands Windland Nummer 1, nun neue Pflöcke ein.

Der jüngst im Hannoveraner Kabinett beschlossene Windenergieerlass „Planung und Genehmigung von Windenergieanlagen an Land in Niedersachsen“ soll den Ausbau wieder „in Schwung bringen“. So verspricht es die Staatskanzlei. Der Bund habe „zu viele Stolpersteine nicht aus dem Weg geräumt“, sagt Lies. „Wir müssen schneller beim Ausbau der Windenergie werden, um die Klimaziele zu erreichen.“ Der Erlass garantiere die dafür notwendige Rechts- und Planungssicherheit…

Widerstand gegen Windindustrie im Vogelsberg

https://www.fuldaerzeitung.de/vogelsberg/vogelsberg-windkraft-demo-300-menschen-versammelung-lochberg-hans-kraft-90867846.html

RIMBACHER LOCHBERG

310 Menschen demonstrierten im Vogelsberg gegen Windkraftanlagen

Einige, wie der ehemalige Bürgermeister und CDU-Stadtverbandsvorsitzende Hans-Jürgen Schäfer, kamen mit dem Fahrrad. © Bernd Götte
Von Bernd Götte, 18. Juli 2021
Der Widerstand gegen Windkraftanlagen auf dem Lochberg nimmt Tempo auf: 310 Menschen trafen sich am Mittwochabend vor Ort, um ihren Unmut über die mögliche Errichtung von Windrädern auszudrücken. Eine Bürgerinitiative wird sich gründen.
Schlitz – Der Quecker Ortsvorsteher Hans Kraft hatte die Veranstaltung in die Wege geleitet und den CDU-Landtagsabgeordneten Michael Ruhl aus Herbstein (Vogelsberg) eingeladen, der Möglichkeiten aufzeigen sollte, wie man den Lochberg am besten frei von Windrädern hält. Fünf Shuttlebusse waren im Einsatz, um die Bürgerinnen und Bürger auf die Höhe zu bringen. Etliche kamen auch mit dem Fahrrad zum Lochberg.
Kraft berichtete, dass die Stadt Schlitz die Verpflichtung zur Errichtung von Windkraftanlagen recht ernst genommen habe. Ziel sei es gewesen, einen Flickenteppich von Windvorrangflächen zu vermeiden. „Das ist ihr nach meiner Meinung mit der Fläche im Berngerod auch gelungen“, meinte Kraft. Damit habe das Regierungspräsidium Gießen den Willen der Stadt akzeptiert. (Lesen Sie auch: Radfahrer erobern die A7 bei Fulda: Polizei-Hubschrauber begleitet Demo-Zug)

Vogelsberg: Windkraft-Demo – Mehr als 300 Menschen versammeln sich auf Lochberg

Wortbrüchig sei dann die Regionalversammlung geworden, die neue Windvorrangflächen am Lochberg im Gegenzug nicht aus den Planungen herausgenommen habe. „Die ländliche Bevölkerung ohne prominente Mitbewohner und ohne sonstige Lobby scheint den Politikern anscheinend nicht am Herzen zu liegen, um es gelinde auszudrücken“, sagte Kraft unter dem Applaus der Anwesenden. Kraft verwies auch auf die Nachbarortschaft Langenschwarz, die durch einen Anlagenbau auf dem Lochberg von Windrädern umzingelt werden würde. Eine Umzingelung der Ortschaften im Unteren Fuldagrund will Kraft auf jeden Fall vermeiden. Vor allem will man sich auch gegen das Heranrücken der Windräder auf bis zu 1000 Meter an die Wohnbebauung wehren. Es gebe starke Anzeichen dafür, dass dies auch die Gesundheit der Anwohner gefährde, machte Kraft anhand einiger Beispiele deutlich…

Protest gegen Windkraftanlagen im Pfälzerwald

https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/kaiserslautern/protest-gegen-windkraft-im-pfaelzerwald-100.html

Foto: Reportdienste picture alliance, dpa/Oliver Berg

GEGENWIND FÜR DIE LANDESREGIERUNG

Protest gegen Windkraftanlagen im Pfälzerwald

11. Juli 2021

Windräder im Pfälzerwald? Dagegen haben am Sonntagnachmittag etwa 450 Menschen in Clausen demonstriert. Sie kritisieren die Pläne der Landesregierung, Windkraft im Pfälzerwald voranzutreiben.

Die Kundgebung wurde von der Initiative „Pro Pfälzerwald“ ins Leben gerufen und prominent unterstützt: Unter anderem waren der CDU-Fraktionsvorsitzende, Christian Baldauf, die Landrätin der Südwestpfalz, Susanne Ganster (CDU), und der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Joachim Streit, dabei. Schnell wurde klar: Die Landesregierung bekommt Gegenwind.

„Diese einmalige Naturlandschaft muss frei von Windrädern bleiben „

Cornelia Hegele-Raih ist die Vorsitzende der Initiative Pro Pfälzerwald und hat die Kundgebung organisiert. Was man für die Windräder kaputt macht, stehe in keinem Verhältnis, so Hegele-Raih. Der Pfälzerwald sei nämlich ohnehin eine windstille Region, der Nutzen der Windräder sei daher überschaubar. Sie kritisiert die Pläne der Landesregierung heftig. „Wir zeigen jetzt hier einfach mal Präsenz und zeigen, dass es sehr viele Kräfte gibt in der Pfalz, die das einfach nicht wollen!“…

Künftiger Strombedarf: Altmaier schenkt reinen Wein ein

https://m.faz.net/aktuell/wirtschaft/klima-energie-und-umwelt/kuenftiger-strombedarf-altmaier-schenkt-reinen-wein-ein-17435943.html

KÜNFTIGER STROMBEDARF:

Altmaier schenkt reinen Wein ein

Ein Windrad dreht sich in der Nähe von Schönberg (Mecklenburg-Vorpommern). Bild: dpa

Von Niklas Záboji, 13. Juli 2021

Wenn der deutschen Energiepolitik etwas gut tut, dann Ehrlichkeit im Umgang mit Zahlen. Das gilt nicht nur für den Strombedarf.

Lange beharrte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) auf großen Effizienzsprüngen, doch spätestens mit den schärferen Klimazielen war die Aussicht auf einen stagnierenden Strombedarf bei massiver Elektrifizierung von Autos und Heizungen nicht mehr zu halten. Hier nun noch vor der Wahl reinen Wein eingeschenkt zu haben ist ehrenwert; wenn der deutschen Energiepolitik etwas guttut, dann Ehrlichkeit im Umgang mit Zahlen.

Nur: Schneller sprießen die Windräder zwischen Emsland und Allgäu deshalb nicht aus dem Boden, und selbst wenn sie es täten, fehlen immer noch die Netze zum Abtransport des erzeugten Stroms. Frühestens Mitte und wohl eher Richtung Ende des Jahrzehnts sollen Südlink & Co stehen, der Bau hinkt um Jahre hinterher.

Das ist natürlich nicht alleinig die Verantwortung des scheidenden Wirtschaftsministers. Gleichwohl trägt Altmaier dafür eine Mitschuld. Selbiges gilt für die Stromkosten: Einmal mehr auf Rekordhoch, drohen sie Richtung 2030 weiter zu galoppieren. Auch hier tut mehr Ehrlichkeit not im Umgang mit Zahlen – und Kosten…

Börsenstrompreis verdoppelt – Industrie schlägt Alarm

https://www.wiwo.de/unternehmen/industrie/hoeherer-co2-preis-strompreis-an-der-boerse-verdoppelt-industrie-schlaegt-alarm/27394948.html

HÖHERER CO2-PREIS

Strompreis an der Börse verdoppelt – Industrie schlägt Alarm

Seit zwölf Jahren war der Strom an der Börse nicht mehr so teuer. Bild:  dpa

An der Börse kennt der Strompreis derzeit nur eine Richtung: Es geht kräftig nach oben. Die Industrie schlägt bereits Alarm. Auch für die Haushalte könnte die Elektrizität teurer werden.

6. Juli 2021

Die Großhandelspreise für Strom sind in den vergangenen Monaten kräftig gestiegen. An der Strombörse in Leipzig haben sich seit März 2020 die Notierungen für Lieferungen im kommenden Jahr mit über 70 Euro pro Megawattstunde mehr als verdoppelt. Seit rund 12 Jahren war der Strom im Großhandel nicht mehr so teuer. Die stromintensiven Unternehmen in Deutschland fürchten deshalb um ihre Wettbewerbsfähigkeit.

„Der Anstieg der Großhandelspreise für Strom ist für die Industrie eine riesige Belastung“, warnte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Holger Lösch. Mit diesem Preisniveau entferne sich der europäische Strommarkt mehr und mehr von den Industriestrompreisen konkurrierender Märkte.

Wie stark der Anstieg der Börsenpreise auf die Privathaushalte durchschlägt, ist noch nicht abzusehen. Thorsten Storck, Energieexperte des Vergleichsportals Verivox erwartet, „dass im Herbst eine weitere Welle von Strompreiserhöhungen auf die Haushalte zukommt“…

Kundgebung gegen Windkraft im Pfälzerwald

https://www.rheinpfalz.de/lokal/kreis-suedwestpfalz_artikel,-kundgebung-gegen-windkraft-im-pf%C3%A4lzerwald-mit-politprominenz-_arid,5222609.html?reduced=true

Kundgebung gegen Windkraft im Pfälzerwald mit Politprominenz

Windräder gehören nicht in ein Biosphärenreservat, findet die Initative Pro Pfälzerwald.    Foto: SEEGER/DPA

Von Andreas Danner, 1. Juli 2021

Bei der Kundgebung gegen die Pläne der Landesregierung, den Bau von Windrädern im Pfälzerwald zuzulassen, erwartet die Initiative Pro Pfälzerwald am Sonntag, 11. Juli, in Clausen prominenten Redner aus der Politik. Unter anderem haben sich der CDU-Landesvorsitzende Christian Baldauf und der Chef der Grünen-Landtagsfraktion, Bernhard Braun, angekündigt.

Darüber informierte die Sprecherin der Initiative, Cornelia Hegele-Raih, am Donnerstag bei einer Pressekonferenz. Dabei feierte ein Zwei-Minuten-Film von Harald Kröher und Karl-Heinz Christmann Premiere. Die Panoramaaufnahmen des Pirmasenser Fotografen, die die Schönheit des Pfälzerwaldes, buntes Laub, Burgen und Felsen in stimmungsvollem Licht zeigen, hat Spezialeffekte-Spezialist Christmann im zweiten Teil um sich drehende Windräder auf den Kämmen der Berge ergänzt. Das zeige, so Kröher, wie die einst „unendliche Weite“ des Pfälzerwaldes durch die Anlagen verloren gehe. „Warum macht man sowas“, fragte Kröher und zweifelte am Kosten-Nutzen-Effekt. Den Film kann man sich auf Youtube anschauen.

Hessen: Abermals Streit um Windräder

https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/region-und-hessen/hessen-und-die-windenergie-abermals-streit-um-windraeder-17416046.html

HESSEN UND DIE WINDENERGIE:

Abermals Streit um Windräder

Drehmoment: In Lützelbach im Odenwald stehen seit Jahren Windräder – weitere sollen hinzukommen. Bild: Picture-Alliance

Von Mechthild Harting, 1. Juli 2021

Wie viel Fläche Südhessens soll für Rotoren bereitstehen? Einigen reichen 1,5 Prozent – anderen nicht. Die Mehrheit der Regionalversammlung will das Kapitel einfach nur noch abschließen.

Bürgermeister Uwe Olt hätte sich etwas anderes für seine Gemeinde Lützelbach im Odenwald gewünscht. In der 7500-Einwohner-Kommune an der Grenze zu Bayern steht seit Jahren ein Windpark mit neun Anlagen. „Das ist unser lokaler Beitrag für die Energiewende.“ Seit 2012 in Südhessen begonnen wurde, anhand eines für alle Kommunen gleichermaßen geltenden Kriterienkatalogs „Vorranggebiete“ für Windkraftanlagen zu suchen, fiel der regionale Blick auf Lützelbach. Nach dem Inkrafttreten des „Sachlichen Teilplans Erneuerbare Energien“ im März 2020 verfügt Lützelbach mit 650 Hektar über eines der größten Windvorranggebiete in Südhessen. Doch auch die bayerische Nachbarstadt Wörth will die Anhöhen in Richtung Lützelbach, auf denen der Wind so prächtig weht, nutzen und fünf weitere Anlagen genehmigen. „Dann könnten sich hier Windräder auf mehr als 1000 Hektar drehen“, sagt SPD-Politiker Olt. „1000 Hektar – das ist schon ein Wort.“

Doch die Gemeinde fühle sich langsam umzingelt…

Strompreis-Schock: Industrie zahlt so viel wie noch nie!

https://app.handelsblatt.com/unternehmen/energie/energiewirtschaft-der-strompreis-schock-industrie-zahlt-so-viel-wie-seit-einem-jahrzehnt-nicht-mehr/27360246.html?ticket=ST-3193905-s9D44PXCZwIbJczRSxfH-ap4

ENERGIEWIRTSCHAFT

Der Strompreis-Schock: Industrie zahlt so viel wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr

Der Großhandelspreis ist seit März 2020 um 100 Prozent gestiegen – von 35 auf 70 Euro pro Megawattstunde für Lieferungen im Jahr 2021.

Von: Jürgen Flauger, Silke Kersting, 29. Juni 2021

Die Kosten für Elektrizität klettern immer höher – und bringen vor allem Mittelständler in die Bredouille. Energiepolitiker schlagen Alarm.

Düsseldorf, Berlin Die Zuversicht der deutschen Wirtschaft nach eineinhalb Jahren Pandemie wird von einer großen Sorge getrübt: Der Strompreis steigt und steigt. Am Terminmarkt der Energiebörse EEX kostet eine Megawattstunde (MWh) Strom, die im kommenden Jahr geliefert werden soll, knapp 70 Euro.

So hoch war der Großhandelspreis, der Grundlage für viele Verträge der Industriekunden ist, seit zwölf Jahren nicht mehr. Im März 2020, zu Beginn der Pandemie, kostete eine MWh noch 35 Euro. Getrieben wird der Preis vom ebenfalls steilen Anstieg des CO2-Preises. Eine Trendwende ist deshalb nicht in Sicht.

„Für viele Unternehmen, vor allem Mittelständler, ist das ein Schock“, sagt Wolfgang Hahn, Geschäftsführer der ECG Energie Consulting GmbH, die Unternehmen Energieverträge vermittelt. „Die Strompreise werden für viele Unternehmen zunehmend zur Belastung.“.

So wie für Oberflächenveredler Coatinc mit Sitz in Bochum. Das Unternehmen, das beim Feuerverzinken einen hohen Energieverbrauch hat, muss aktuell einen neuen Stromvertrag für seine deutschen Werke schließen, weil der alte Ende des Jahres ausläuft. Gemessen an den aktuellen Notierungen würden sich die jährlichen Stromkosten von 480.000 auf 840.000 Euro erhöhen…