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Warum die Energiewende zu scheitern droht

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Warum die Energiewende zu scheitern droht


Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromproduktion in Deutschland steigt jedes Jahr. Aber die Ziele der Energiewende werden bislang nicht erreicht. Bild von Samuel Faber auf Pixabay

Von Björn Vortisch, 24. Februar 2020

Björn Vortisch ist CEO des international tätigen Energiedienstleisters Enexion Group. Er berät energieintensive Unternehmen und Datacenter, unter anderem in Fragen der globalen Energiewettbewerbsfähigkeit.

Unter Experten herrscht Einigkeit, was der Kraftakt Stromwende bringen muss: Echten Umwelt- und Klimaschutz, wettbewerbsfähige Stromkosten und hohe Versorgungssicherheit. Die Realität: Keines dieser Ziele ist bislang angemessen erreicht. Gleichzeitig verfehlt Deutschland seine Emissionsziele im Energiebereich und importiert regelmäßig Kohle- und Atomstrom, um seine Versorgung zu sichern. Wären unsere Nachbarn dem deutschen „Energiewende-Vorbild“ gefolgt, säßen wir schon im Dunkeln. Nachhaltig, vorbildlich und ökologisch ist das natürlich nicht.

Dabei werden die Kosten verschleiert, Fehler aus ideologischen Gründen nicht eingestanden und physikalische Fakten ignoriert. Weil sie vollständig von den heimischen Verbrauchern bezahlt werden, sind die Kosten der Stromwende ein rein lokaler Standortfaktor im globalen Wettbewerb. Hier fehlt es jedoch an Transparenz. So wird beispielsweise häufig nur die Gesamtsumme der Einspeisevergütung (2018 circa 11,6 Mrd. Euro) kommuniziert, anstatt auch die über die EEG-Umlage finanzierten Marktprämien an direkt vermarktete Erneuerbaren-Anlagen zu beziffern. Diese lagen 2018 bei circa 14 Mrd. Euro. Die ehrliche Summe für 2018 beträgt somit 25,7 Mrd. Euro. Seit 2006 wurden  konkret nur über die EEG-Umlage circa 224 Mrd. Euro zusätzlich zu Stromsteuern und sonstigen Umlagen von den Verbrauchern aufgebracht.

Weitere Kosten für die Stromwende verstecken sich – politisch gewollt – in den Netzkosten, die deshalb in den vergangenen Jahren drastisch angestiegen sind, für Unternehmen teilweise um mehrere hundert Prozent. Denn neben den Netzausbaukosten werden zum Beispiel auch Zahlungen an notwendige Reservekraftwerke sowie Kosten für den Ausgleich der stark schwankenden Stromerzeugung durch erneuerbare Energien den Netzkosten und nicht der EEG-Umlage zugeschlagen.

Seriöse Studien gehen von weiteren, noch offenen Kosten in Höhe von 500 Mrd. Euro bis 2025 aus. Denn große Investitionen in Speicher, Transport- und Verteilnetze und sichere Kraftwerkskapazitäten müssen erst noch geschaffen werden.

Wenn es wirklich um nachhaltigen und bezahlbaren Umweltschutz geht, dann müssen die effizientesten Maßnahmen auch ideologiefrei diskutiert und die Kosten ehrlich kommuniziert werden. Ein Beispiel: Für weniger als 25 Prozent der bislang für die EEG-Umlage angefallenen Kosten hätten die vorhandenen Braun- und Steinkohlekraftwerke (2019: circa 42 Gigawatt installierte Leistung) durch moderne Gaskraftwerke ersetzt werden können. Der CO2-Einspareffekt: circa 140 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr – und somit 20 Millionen Tonnen mehr, als das Umweltbundesamt für die Einspareffekte aus dem bisherigen Erneuerbaren-Ausbau zeitgleich ausweist.

Da alle Stromerzeuger zu 100 Prozent dem Limit des EU-Emissionshandels (EU-ETS) unterliegen und somit die Gesamtemissionen des ETS in der EU immer gleich bleiben, hat diese Einsparung einen konkreten Wert: Circa 2,4 Mrd. Euro hätte der effiziente Kauf der Einsparung gekostet (bei Preisen von 20 Euro pro Tonne in 2018). Auch dieser Wert ist mit den oben genannten 25,7 Mrd. Euro für 2018 zu vergleichen.

Abschreckende Standortpolitik

Die Stromkosten für deutsche Verbraucher und Unternehmen gehören zu den höchsten in Europa – mit ungebremst steigender Tendenz. Zudem sind sie unkalkulierbar, denn die Energiegesetze werden laufend novelliert. Energieintensive Unternehmen brauchen aber verlässliche Rahmenbedingungen bei Gas- und Stromkosten. Permanente EEG-Novellen und Energiesammelgesetze mit praxisfernen Anforderungen zerstören Planungssicherheit. Denn sie führen unter anderem zu einem erheblichen bürokratischen Aufwand. So müssen Unternehmen, um von der EEG-Umlage entlastet zu werden, plötzlich den völlig irrelevanten Stromverbrauch von Kaffeemaschinen und Getränkeautomaten ermitteln. Dabei erfahren sie erst am Jahresende, ob sie von der Umlage befreit werden oder nicht. Diese Unsicherheit ist schlichtweg abschreckend für Standortinvestitionen.

Dieselben Fehler werden derzeit übrigens mit dem Brennstoffemissionshandelsgesetz der Bundesregierung zur Einführung des CO2-Preises wiederholt. So müssen deutsche Unternehmen die zusätzlichen Kosten durch die CO2-Besteuerung bereits ab 2021 tragen…

 

Claudia Kemfert – True Lies of vollversorgt…

https://unbesorgt.de/claudia-kemfert-true-lies-of-vollversorgt/

Claudia Kemfert – True Lies of vollversorgt

Von Roger Letsch, 28. Januar 2020

Das Bild könnte symbolischer nicht sein. Im blauen Business-Anzug und der Kamera zugewandt sitzt Claudia Kemfert in einer abgewrackten, rostigen Schaltwarte eines stillgelegten Kraftwerks. Soll wohl heißen, der Abriss der Energiewirtschaft ist noch nicht abgeschlossen, die schöne neue Welt der „erneuerbaren Energie“ noch nicht erreicht. Diese Bildkombination ist merkwürdig. Aber das ist das ganze Interview mit n‑tv (Beachten Sie die Hinweise am Ende des Textes) ja auch. Stellenweise fühlte ich mich an Arnold Schwarzenegger in „True Lies“ erinnert. Arnie, sediert, gefesselt und mit einer Art Wahrheitsserum vollgepumpt, fordert seine Frau (Jamie Lee Curtis) auf, ihm eine Frage zu stellen, bei der er für gewöhnlich lügen würde. „Werden wir sterben?“ ist ihre Frage. „Jepp“ seine Antwort. Auch Claudia Kemfert muss von dem Zeug genascht haben, denn auf die durchaus existenzielle Frage „Seit 2003 exportiert Deutschland mehr Strom, als es importiert. Könnte sich das in den nächsten Jahren ändern?“ antwortet sie:

Deutschland kann zum Netto-Stromimporteur werden, wenn man die Energiewende hin zu einer Vollversorgung mit erneuerbaren Energien voranbringt.“

Das war ein mehr als klares „Jepp“, bedeutet die Antwort doch, dass man sich in den Planungskreisen der Energiewende voll und ganz darauf eingestellt hat, dass Deutschland sich energetisch nicht mehr wird selbst versorgen können, wenn die Energiewende erst bei „Vollversorgung” mit Erneuerbaren angekommen ist. „Welche Vollversorgung, wenn man Nettoimporteur von Strom ist?”, müsste die nächste Frage lauten. Die kommt leider nicht und bleibt daher unbeantwortet.

Claudia Kemfert stellt dieses Paradox jedoch als erstrebenswertes Ziel dar*, an dem wir alle kräftig mitarbeiten sollen…

81. Wald-Michelbacher Donnerstagsdemo am 27. Februar

http://www.de-fakt.de/bundesland/hessen/odenwaldkreis/details/?tx_ttnews[tt_news]=7440&cHash=c81a91ebf048b1d66ae5442eb9f45163

81. Wald-Michelbacher Donnerstags-Demo am 27. Februar

Von Pressedienst Aktionsbündnis 2020, 23. Februar 2020

ODENWALD. – „Der Odenwald nahe der Ballungsräume Rhein-Main und Rhein-Neckar im Herzen Deutschlands ist eine der letzten, von der Windindustrie noch fast unberührten Kultur- und Naturlandschaften unseres Landes und diese gilt es zu bewahren. Und zwar von Flensburg bis an die Zugspitze! Denn unser Motto lautet nicht >bei uns ist Windkraft schlecht, woanders darf sie gerne gebaut werden<.

Beim Thema Windkraft diskutiert man über Abstandsregelungen und fehlende Akzeptanz anstatt denen zuzuhören, die berechtigte Kritik an einem weiteren Ausbau vorbringen. Es gibt beim Thema Windkraft keinen konstruktiven Dialog“, sagt Udo Bergfeld, Organisationsleiter der Donnerstags-Demos in Wald-Michelbach.

„Der Odenwald ist ein Zentrum des Widerstandes gegen die rücksichtlose und vollständige Industrialisierung unserer Heimat, vor allem durch Wind-Industrieanlagen ohne Rücksicht auf Menschen, Natur und Landschaft.“

Das Aktionsbündnis 2020 veranstaltet aus diesem Grund am Donnerstag, 27. Februar, nach der Baustellen- und Winterpause, die 81. Wald-Michelbacher Donnerstags-Demo.

Udo Bergfeld ruft dazu auf, ab 18 Uhr zur Ludwigstraße Ecke Schulstraße (Höhe ARAL-Tankstelle) nach Wald-Michelbach zu kommen. Von hier aus führt der Demonstrationszug zum Wald-Michelbacher Rathaus, In der Gass 17, wo auf dem Rathausvorplatz die abschließende Kundgebung stattfindet.

Windräder lassen Wert von Häusern schrumpfen!

https://m.focus.de/finanzen/boerse/geldanlage/gewichtige-nachteile-fuer-anwohner-windkraft-an-land-bitte-abstand-nehmen_id_11662326.html

Vermögensverluste drohen

2,7 Millionen Daten ausgewertet: Windräder lassen Wert von Häusern schrumpfen

Windräder drehen sich im Morgennebel in Brandenburg. dpa/Patrick Pleul/zb/dpa

Von Gastautor Manuel Frondel, 15. Februar 2020

Windkraft wird gefördert. Doch die Existenz eines Windrads in der Nachbarschaft kann für Hausbesitzer teure Folgen haben, zeigt unsere Untersuchung. Erst aber ab einer Entfernung von acht Kilometern wirkt sich ein Windrad nicht mehr negativ auf den Preis aus.

Bei Technologien zur Stromerzeugung wird häufig Schwarz-Weiß- oder, besser gesagt, Schwarz-Grün-Malerei betrieben. So gelten konventionelle Technologien, vor allem Atom- und Kohlekraftwerke, als von vorgestern und gefährlich für Mensch und Umwelt. Auch deshalb ist das Ende der Atomkraft in Deutschland schon seit Langem beschlossen und auf das Jahr 2022 festgesetzt. Auch die Tage der Kohlekraftwerke scheinen mit der Empfehlung der „Kohlekommission“, den Kohleausstieg in Deutschland bis spätestens zum Jahr 2038 zu vollziehen, gezählt zu sein.

Andererseits werden sogenannte regenerative Technologien, insbesondere Photovoltaik– und Windkraftanlagen, überwiegend als scheinbar makellos angesehen und genießen große Sympathien bei der Mehrheit der Bevölkerung.

Windräder kosten – vor allem die Anwohner

Dabei wird oft übersehen, dass auch regenerative Technologien erhebliche Nachteile aufweisen. Abgesehen von ihrem geringen Beitrag zur Versorgungssicherheit und ihrer mangelnden Kosteneffizienz, welche die Stromverbraucher mittlerweile mit über 25 Milliarden Euro pro Jahr teuer zu stehen kommt, bringt jede der grünen Technologien ihre spezifischen Probleme mit sich.

So sorgen Windkraftanlagen für Lärmbelästigung, gefährden Fledermäuse und Vögel und beeinträchtigen das Landschaftsbild. Und allein die bloße Existenz der Anlagen kann für gravierende Vermögensverluste bei den unmittelbaren Anwohnern sorgen, weil deren Grundstücke und Immobilien mit der Errichtung von Windkraftanlagen in ihrer Nähe erheblich an Wert verlieren. Die hohe Zahl von rund 1000 Bürgerinitiativen gegen die Windkraft, die es mittlerweile in Deutschland gibt, ist ein starkes Indiz für derartige negative externe Effekte…

Zur Person: Manuel Frondel ist außerplanmäßiger Professor für Energieökonomik und angewandte Ökonometrie an der Ruhr-Universität Bochum und Leiter des Kompetenzbereichs „Umwelt und Ressourcen“ am RWI.

 

Brand im Windrad bei Körle , Nordhessen: Einsturzgefahr

https://www.wetterauer-zeitung.de/hessen/brand-windrad-koerle-feuerwehr-kann-nicht-loeschen-strasse-gesperrt-zr-13541935.html?cmp=defrss

Nach Brand im Windrad bei Körle: Es besteht Einsturzgefahr – Kreisstraße weiter gesperrt

Brand im Windrad bei Körle: Betreiber der Anlage nicht erreichbar

„Ein großes Problem bestand für die Einsatzleitung darin, einen Verantwortlichen der Betreiberfirma für das Windrad zu erreichen. Man hatte zwar entsprechende Telefonnummern, doch überall war ein Anrufbeantworter geschaltet, beziehungsweise es ging niemand ran. Bis nach 18 Uhr, also auch zwei Stunden nach Brandausbruch, war es nicht möglich, einen Kontakt zu der Firma herzustellen.“

Ein Windrad ist bei Körle im Schwalm-Eder-Kreis in Flammen aufgegangen. © Clemens Krapp

Bei Körle im Schwalm-Eder-Kreis (Nordhessen) ist ein Windrad in Flammen aufgegangen – die Feuerwehr musste die Anlage abbrennen lassen. Es besteht Einsturzgefahr.

Von Svenja Wallocha und Linette Hanert, 15. Februar 2020

Update vom Sonntag, 16.02.2020, 10.50 Uhr: Nach dem Brand eines Windrads bei Körle (Schwalm-Eder-Kreis) geht die Polizei derzeit von einem wirtschaftlichen Totalschaden an der Anlage aus. Ein Windrad kostet bis zu 870.000 Euro.

Die Kreisstraße zwischen Körle und Albshausen ist nach wie vor gesperrt, erklärte Körles Bürgermeister Mario Gerhold gegenüber der HNA*. „Da für Sonntagvormittag (16.02.2020) außerdem kräftiger Wind vorhergesagt wird, besteht weiter „Einsturzgefahr für das Windrad“, sagte Gerhold. Um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, bleibt die Straße in Absprache mit der Polizei bis auf Weiteres gesperrt. Die Sperrung kann bis Montag andauern. Was nun mit dem Windrad passiert und wie es abtransportiert wird, muss ein Statiker prüfen, sagte Gerhold weiter.

Brand an Windrad bei Körle: Enormer Schaden entstanden – Anlage ist einsturzgefährdet

Update vom Sonntag, 16.02.2020, 6.22 Uhr: Ein Windrad stand am Samstagnachmittag (15.02.2020) bei Körle (Schwalm-Eder-Kreis) in Flammen. Das Feuer ist gegen 16 Uhr im Maschinenhaus ausgebrochen und ging in den späten Abendstunden von selbst aus. Die Feuerwehr habe die Anlage kontrolliert abbrennen lassen, weil sich die Flammen in der Höhe nicht löschen ließen, sagte ein Polizeisprecher am Samstag in Kassel. Es sei ein „hoher Schaden“ entstanden.

Bundesregierung weiß schon seit langem um das Scheitern ihrer Energiewende

https://philosophia-perennis.com/2020/01/26/bundesregierung-weiss-schon-seit-langem-um-das-anstehende-scheitern-ihrer-energiewende/

Bundesregierung weiß schon seit langem um das anstehende Scheitern ihrer Energiewende

Vielen Menschen in Deutschland ist der Energie-Monitoring-Bericht der Bundesregierung kaum oder gar nicht bekannt. Dabei behandelt er die angesichts der schweren Veränderungen im Energiesektor – wichtige Frage nach der Versorgungssicherheit, d.h. der angemessene Deckung des Strombedarfs in Deutschland. Wir dokumentieren hier einen offenen Brief von Prof. Dr. Gilbert Brands an alle Fraktionen des Deutschen Bundestags

Sehr geehrte Damen und Herren,

bei meinen Recherchen zur zukünftigen Energieversorgung der Bundesrepublik im Rahmen des Green New Deal von Frau von der Leyen habe ich vom Bundesministerium für Wirtschaft den aktuellen Energie-Monitoring-Bericht erhalten, der den Planungszeitraum bis 2030 umfasst. Formulierungsmäßig soll dieser anscheinend die Sicherheit vermitteln, dass alles planmäßig mit der Energiewende in eine sichere Zukunft von statten geht. Aus der Sicht eines Elektrotechnikers kommt man allerdings zu einer ganz anderen Interpretation, deren Eckpunkte ich kurz darstellen möchte.

(1) Der derzeitige zeitweise Energieexport soll vollständig beseitigt werden, was mit anderen Worten bedeutet, dass an der Stilllegung der konventionellen Kraftwerke planmäßig festgehalten wird. Die Zusammenhänge des Exports mit Wetterlagen mit hohem EE-Anteil, Vorhalten der Regelreserve und Trägheit der Grundlastkraftwerke sowie des Reimports und Imports bei Dunkelflauten werden nicht benannt.

(2) Priorität in den Planungen besitzt der Ausbau eines Netzes von Gaskraftwerken mit bis zu 300 MW Leistung. Die bisherigen Schwerpunkte – Ausbau der EE und von Speicherlösungen – werden nicht (mehr) genannt.

(3) Die Möglichkeiten des Leistungsimports soll auf ca. 38 GW erhöht werden, um Wetterlagen mit schwacher EE-Einspeisung (Dunkelflauten) kompensieren zu können. Das sind mehr als 50% der derzeit benötigten Gesamtleistung.

Anders ausgedrückt: trotz (2) reicht die Energie aus konventioneller Erzeugung bei einer Dunkelflaute zukünftig nur noch für eine 50%-ige Versorgung, und das bereits bis 2030, also 8 Jahre vor dem Abschalten der letzten Kohlegroßkraftwerke.

(4) Laut Monitoring-Bericht erstellen die Länder der EU eigenständig und unabhängig voneinander solche Monitoring-Berichte. Gemäß den EU-Vorgaben und beispielsweise bereits jetzt in den Niederlanden beginnend schalten auch diese Ländern ihre konventionellen Kapazitäten ab. Die Kapazitäten zur Erzeugung von 38 GW
Importleistung sind dann aber nirgendwo mehr vorhanden. Im Bericht wird diese Konsequenz nicht gezogen.

(5) In Verbindung mit (2) soll das Netz kleinräumiger aufgeteilt werden. Durch technische Maßnahmen soll die Netzfrequenzen auf 48,5 Hz vor einer Notabschaltung fallen dürfen (heute: bei 49,9 Hz erfolgen Notregelmaßnahmen, bei 49,8 Hz eine komplette Abschaltung).

Zusammen mit der Formulierung, dass „kein Anspruch auf durchgehende Versorgung“ mehr, aber eine „weitgehende Versorgung ohne größere Ausfälle“ bestehen soll, lässt das den Schluss zu, dass die technischen Möglichkeiten für räumlich begrenzte Abschaltungen (Blackouts) geschaffen werden sollen, die wandern können, um die Abschaltzeiten (und damit die Schäden) zu begrenzen (nach bspw. 15 Minuten wird eine andere Region abgeschaltet und die alte Blackout-Zone wieder zugeschaltet)…

Oberzent/Rothenberg: Heftiger Gegenwind für Windpark!

http://www.de-fakt.de/bundesland/hessen/odenwaldkreis/details/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=7254&cHash=d891b0a256b11e1a3ac0ce414dce9a12

Heftiger Gegenwind für geplanten Windpark durch gut 300 Demonstranten

Massiver Protest aus dem gesamten Odenwald gegen den geplanten weiteren Windpark mit 13 Rotoren auf dem Höhenzug zwischen Rothenberg und Beerfelden

Foto: Vera Krug

Von MK-Presse, 24. januar 2020

ODENWALD / ROTHENBERG. – Es war ein starker Auftritt der jungen Rothenberger Bürgerinitiative >proNatur< mit Unterstützung aus vielen Teilen des Odenwaldes. „Sogar Vertreter aus Breuberg, dem Gersprenztal, Siedelsbrunn und Vielbrunn waren angereist“, berichtet ein Teilnehmer der Demonstration am gestrigen Donnerstagabend, 23. Januar, in Rothenberg.

Trotz empfindlicher Kälte waren an der Turnhalle in Rothenberg gut 300 Menschen aller Altersschichten mit Transparenten, Trommeln, Trillerpfeifen und Warnwesten zusammengekommen, um sich lautstark gegen den geplanten weiteren Windpark enormen Ausmaßes in der Region zu stemmen.

Mittlerweile hängen auch an vielen Häusern in Rothenberg Transparente mit „Nein“ zu den geplanten 13 Windrädern auf dem Höhenzug zwischen Rothenberg und Beerfelden.

Irmgard Neuer, Sprecherin der erst vor sechs Tagen gegründeten Bürgerinitiative >proNatur<,  begrüßte die große Menschenansammlung über Megaphon. Vera Krug (Siedelsbrunn) ermahnte die Mitstreiter „nicht locker zu lassen, und alle Zeitgenossen über die negativen Auswirkungen durch die Industriealisierung der Natur aufzuklären“. 

Die Wälder seien die größten CO2-Speicher, und sie und ihre Mitstreiter der Bürgerinitiative >Gegenwind< Siedelsbrunn hätten erleben müssen, dass sie als Kriminelle betitelt wurden, weil sie sich für die Belange von Mensch und Natur eingesetzt hatten. „Keine Naturzerstörung hat jemals positive Auswirkungen auf das Klima“, konstatierte Vera Krug.

Der frühere Odenwälder Landrat Horst Schnur erklärte den „Ernst der Lage in Rothenberg“, und erntete mit den bekannten Argumenten immer wieder Applaus und Trommelwirbel. Es dürfe kein Verpächter auf Kosten der Mitbürger deren Lebensqualität durch Windindustrieanlagen zerstören. Denn genau das würde passieren, wenn hier 13 weitere riesige Rotoren ohne wirklichen Nutzen für das Klima aufgestellt würden, sagte Schnur.

Danach setzte sich der Zug in Bewegung und ging über die Landwehrstraße ins Dorf hinab. Bei mehreren Stopps und Kundgebungen wurden immer wieder Stimmen aus der Bevölkerung laut, die Angst vor einer Spaltung der Ortsbevölkerung skizzierten, wenn „Geldgier der Verpächter die Vernunft besiegt“.

Doch wer wolle dann noch in Rothenberg wohnen, „wenn mega-große Windindustrieanlagen das Dorf überschatten, und der Infraschall die Menschen krank macht“? Bevor sich der Demonstrationszug am Ortsmittelpunkt auflöste, waren sich „alle einig, dass die Zerstörung der Natur weder im Odenwald, noch in irgendeinem anderen Wald durch Windindustrieanlagen erlaubt werden darf“.

Die Bürger versicherten, sie würden das nicht einfach hinnehmen und seien bereit, sich für den Schutz von Mensch und Tier sowie den Erhalt der Natur einzusetzen. „Das war ein starker Anfang und hat mit Sicherheit sowohl viele Bürger als auch Waldbesitzer und insbesondere die Projektierer nachdenklich gemacht.

Sie hatten offenbar das Problem gespürt und ihre gepante Abendveranstaltung in der >Frischen Quelle< mit dem Ziel der Pachtvertragsabschlüsse kurzfristig abgesagt“, vermutete ein Teilnehmer den Grund für die Kehrtwende der Projektierer, die nach Augenzeugenberichten die Veranstaltung aus der Dunkelheit heraus beobachtet haben sollen.

„Wir müssen hellwach bleiben, denn die heutige gelungene Veranstaltung bedeutet nicht, dass die Projektierer nicht dennoch alles versuchen werden, um doch noch Pachtverträge auf der Höhe im Wald zu erhalten“, warnte Horst Schnur vor vorzeitigem Siegesgefühl.

Aus Berlin war Ruth Bender von der Financial Times extra angereist, um über die Demo zu berichten. Sie übernachtete im örtlichen „Hirschen“ und hat vor Ort mit mehreren Protagonisten gesprochen. Auch der SWR hatte ein Kamerateam zur Berichterstattung nach Rothenberg entsandt.

Stromkunden zahlen für Kohle-Aus!

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/klima-energie-und-umwelt/stromkunden-zahlen-fuer-kohle-aus-16595408.html

Kritik an Referentenentwurf : Stromkunden zahlen für Kohle-Aus

Weil die Reviere und Kraftwerksbetreiber so gut wegkommen, fehlen zwei Milliarden Euro für die Stromzuschüsse an Betriebe und Haushalte. In der Wirtschaft sorgt das für Empörung.

Günstigere Strompreise? Diese Hoffnung können Verbraucher möglicherweise bald begraben. Bild: Marcus Kaufhold

Von Christian Geinitz, 22. Januar 2020

Weil der Bund für den Kohleausstieg mehr Geld als geplant an die Revierländer und an die Kraftwerksbetreiber zahlt, fehlen offenbar die Mittel für die versprochenen Strompreissenkungen. Darauf deuten Änderungen im jüngsten Referentenentwurf zum Kohleausstiegsgesetz hin, die für Empörung in der deutschen Wirtschaft sorgen.

„Der Ausstieg aus der Kohleverstromung wird zu einer spürbaren Erhöhung der Strompreise führen. Das würde die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen am Wirtschaftsstandort Deutschland empfindlich schwächen“, sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags DIHK, Eric Schweitzer, der F.A.Z. Die Kohlekommission habe vor einem Jahr empfohlen, die Stromverbraucher durch einen Zuschuss zu den Übertragungsnetzentgelten oder auf anderem Wege zu entlasten. „Für mich war dies eine Voraussetzung für meine Zustimmung zum Kohlekompromiss“, sagte Schweitzer. Es dürfe nicht sein, dass der versprochene Ausgleich im Ausstiegsgesetz jetzt abgemildert werde; die Vorlage soll kommenden Mittwoch im Bundeskabinett beschlossen werden. „Diese wichtige Kompensation muss aus meiner Sicht ein verbindlicher Bestandteil des Kohleausstiegs bleiben“, forderte Schweitzer…

 

Oberzent: BI „Pro Natur“ Rothenberg, Demo gegen WKA am 23. Januar!

http://www.de-fakt.de/bundesland/hessen/odenwaldkreis/details/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=7219&cHash=e3085cf811ee8779f222898f6d30a54e

Bürgerinitiative >Pro Natur< Rothenberg ruft zur Demonstration am Donnerstag, den 23. Januar

Von Horst Schnur, 21. Januar 2020

ROTHENBERG. – Alarmiert durch die Aktivitäten der Projektierer für den Windpark im Wald auf der Rothenberger Höhe und deren Bemühung um den Abschluss von Pachtverträgen mit den dortigen Grundstückseigentümern hat sich nach der Informationsveranstaltung in der vergangenen Woche eine neue Bürgerinitiative mit dem Namen „Rothenberger Pro Natur“ zusammengefunden.

In ihrer Bemühung zur Verhinderung des Kahlschlags und Betonierung für 13 Rotoren und der Landschaftszerstörung auf diesem Höhenrücken rufen die Akteure die Bevölkerung spontan auf, sich am Donnerstag, 23. Januar, um 18 Uhr, einer Demonstration gegen Windindustrieanlagen anzuschließen.

Treffpunkt ist um 18 Uhr an der Rothenberger Sporthalle, von wo aus der Demonstrationszug durch Rothenberg zur Gaststätte „Zur Frischen Quelle“ führt. Dort findet eine Werbeveranstaltung für die Waldbesitzer statt.

Die Bürgerinitiative bittet die Teilnehmer, sich mit Licht und Warnwesten auszurüsten. Auch Plakate, mit denen auf die Protesthaltung hingewiesen wird, sind erwünscht, um auf die Projektierer Eindruck zu machen und die angesprochenen Waldbesitzer vor einer Unterschrift unter den Pachtvertrag nachdenklich zu machen und davon abzubringen.

Die Akteure sehen sich auf einer gemeinsamen Haltung mit den Gremien der Stadt Oberzent und betonen, dass die Schweigsamkeit der Bevölkerungsmehrheit in der öffentlichen Wahrnehmung beendet sein sollte.

„Schließlich leisten 250 Meter hohe, subventionierte Rotoren im windschwachen Odenwald weder einen Beitrag zur Energiesicherheit noch zum Klimaschutz.

Stattdessen sind die andernorts gewonnenen Erkenntnisse der Trinkwassergefährdung und des gesundheitsschädlichen Infraschalls zu berücksichtigen.“ Bereits jetzt haben die Rothenberger mit Blick nach Westen auch nachts die roten Blinkfeuer von drei Windparks vor Augen.

Oberzent: Eigentümer sollen ihr Grundstück nicht hergeben

https://hirschhorner.wordpress.com/2020/01/18/eigentuemer-sollen-ihr-grundstueck-nicht-hergeben/?fbclid=IwAR3F-Sm3Rj6b7muzRxSXGmzAOHLk2ifr2w6VFOklBlY-9GRHfQd0sgmycmU

Eigentümer sollen ihr Grundstück nicht hergeben

Von Thomas Wilken, 18. Januar 2020

Wehret den Anfängen. Schon heute haben die Rothenberger freie Sicht auf drei Windenergieparks auf den gegenüberliegenden Hügeln. Greiner Eck, Stillfüssel und Kahlberg blinken aus den verschiedenen Himmelsrichtungen, als die BI Gegenwind Beerfelden-Rothenberg zur Info über die aktuelle Planung der Projektierer für 13 Rotoren in den Wäldern auf der Hirschhorner Höhe eingeladen hat. Über 100 Interessierte quetschen sich in den Saal des Hotels „Hirsch“.

Eines einte die Referenten: Der Appell an die Grundstückseigentümer, nicht den kurzfristigen Profit zu sehen, sondern die langfristigen Auswirkungen. Denn in den vergangenen Wochen war durchgesickert, dass interessierte Firmen an die Bürger herangetreten waren, um für den Bau notwendige Flächen zu pachten.

Bürgermeister Christian Kehrer formulierte seinen Aufruf eher salomonisch, indem er die Verantwortung der Einwohner ansprach. Vera Krug von der BI Ulfenbachtal und Siedelsbrunn nahm kein Blatt vor den Mund und sah eine Spaltung des Dorfs voraus, wenn wenige auf Kosten der Mehrheit Geld machen wollten. Geld übrigens, das ein schöner Schein sein könnte, wenn nämlich nach dem Abschreibungszeitraum die Rückbaukosten an den Grundstückseigentümern hängen bleiben.

Andreas Krauch von der örtlichen BI führte in die Veranstaltung ein. Im Hintergrund liefen auf der Leinwand verschiedene Animationen, wie die Odenwald-Hügel zugepflastert werden könnten, wenn alle dafür ausgewiesenen Gebiete für Windenergie genutzt werden. Finkenberg, Katzenwinkel, Flockenbusch und eben die Hirschhorner Höhe: Rothenberg wäre eingekesselt…