Alle Beiträge von Vernunftkraft Odenwald

Freie Bahn für Windkraft-Betonköpfe!

https://www.achgut.com/artikel/freie_bahn_fuer_windkraft_betonkoepfe_

Freie Bahn für Windkraft-Betonköpfe

Von Manfred Knake, 20. Mai 2020

Seit Monaten steht Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) unter politischem und wirtschaftlichen Druck, die vorgesehene Abstandsregelung von Windkraftanlagen zur Wohnbebauung zu ändern. Nun atmet die Windenergiewirtschaft auf, die viel diskutierte verbindliche Abstandsregelung der lauten Riesenpropeller von eintausend Metern zur Wohnbebauung ist vom Tisch, dpa hat es schnell verbreitet.

Verhandlungsführer der GroKo waren u.a. Carsten Linnemann (CDU, MdB), Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) der CDU/CSU und stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, sowie Matthias Miersch (SPD,MdB), Sprecher der Parlamentarischen Linken der SPD-Bundestagsfraktion und stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion für die Bereiche Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit und für Energie, Ernährung, Landwirtschaft und Tourismus.

Miersch war es, der betroffene Anlieger mit einem „Windbürgergeld“ ködern wollte. Mit dieser „Prämie“ sollte dazu beigetragen werden, den Widerstand gegen Windräder vor dem eigenen Haus zu überwinden, ein fragwürdiges Schweigegeld, das die gesundheitsschädliche Lärmbelästigung aber nicht mindern würde.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will die Kommunen zusätzlich mit finanziellen Windkraftbeteiligungen locken, um mehr Flächen für den stockenden Ausbau an Land freizumachen. Nun bleibt es den Ländern überlassen, ob sie durch die vorgesehene Änderung des Baugesetzbuches, das zwar einen Abstand von eintausend Metern zur Wohnbebauung festschreiben soll, aber es durch eine „Öffnungsklausel“ den Ländern überlässt, diese Abstände zu über- oder zu unterschreiten.

Main-Kinzig-Kreis: Windkraft als politische Liebhaberei

https://www.vorsprung-online.de/index.php?option=com_content&view=article&id=169207:windkraft-als-politische-liebhaberei-einzustufen&catid=91

Windkraft als politische Liebhaberei einzustufen

Redaktion

„Der Beteiligungsbericht der Kreiswerke Main-Kinzig für das Jahr 2018 fördert es ans Licht der Öffentlichkeit. Die Windkraftinvestition in den Windindustriepark Neudorf produziert das fünfte Jahr in Folge ein negatives Ergebnis und steigert die Verluste bis Ende 2018 auf bisher insgesamt 1,8 Millionen Euro“, so der Vorstand des Vereins Vernunftkraft Main-Kinzig/Naturpark Spessart in einer Pressemitteilung.

Und weiter: „Es ist nicht so, dass dieses Ergebnis die Verantwortlichen überraschen würde. Viele Hinweise aus kompetenten Quellen an die Geschäftsführung und auch an den politisch besetzten Aufsichtsrat haben immer wieder darauf hingewiesen, dass Investitionen in Windkraftprojekte im Spessart am Ende ein Verlustgeschäft sein werden. In persönlichen Gesprächen mit Landrat Stolz (SPD) durch Verantwortliche von Vernunftkraft MKK wurde auch darauf hingewiesen, dass der Projektierer ABO Wind beim Windindustriepark Neudorf mit zu hohen Windprognosen kalkuliert hat und dies sogar in einer öffentlichen Gemeindevertretersitzung eingeräumt hat.

Beim Autokauf würde so etwas zu einer Mängelrüge wegen fehlender zugesagter Eigenschaften führen und eine Kaufpreisreduzierung zur Folge haben. Nicht so bei den Kreiswerken beim Kauf der Neudorfer Windkraftanlagen. Diese Hinweise wurden ignoriert, stattdessen wurde immer wieder versichert, dass die Investitionsentscheidung streng nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten getroffen wurde und die Windgutachten sich bestätigt hätten. Ein Unternehmen in der freien Wirtschaft mit fünf Jahren negativem Bilanzergebnis wird vom Finanzamt als Liebhaberei und Hobby des Eigentümers eingestuft und Abschreibungen sowie Betriebskosten werden nicht weiter anerkannt. Das bedeutet in der Regel die Geschäftsauflösung. Damit wird die Öffentlichkeit vor Unternehmen geschützt, die gar keine Gewinnabsicht haben und damit auch keine Steuern zahlen.“…

WKA: Mindestabstand von 1000m soll ermöglicht werden

https://www.focus.de/politik/deutschland/nach-langen-verhandlungen-koalition-einigt-sich-bei-mindestabstandsregelung-fuer-windraeder_id_12004644.html

Nach langen Verhandlungen:

GroKo einigt sich bei Mindestabstandsregelung für Windräder

Windräder stehen hinter einem Wäldchen und einem blühenden Rapsfeld.     dpa/Roland Holschneider/dpa/Symbolbild

Montag, 18 Mai 2020

Seit langem streitet die Koalition darüber, wie der Ausbau der erneuerbaren Energien beschleunigt werden kann. Dabei ging es vor allem um einen Mindestabstand von Windrädern zu Wohnhäusern. Nun gibt es einen Durchbruch.

Nach langen Verhandlungen ist in der schwarz-roten Koalition eine Einigung erzielt worden über konkrete Schritte für einen schnelleren Ökostrom-Ausbau. Dazu gehören auch Regelungen für einen Mindestabstand von Windrädern an Land zur Wohnbebauung, wie die Fraktionsvizes Carsten Linnemann (CDU) und Matthias Miersch (SPD) am Montag der Deutschen Presse-Agentur sagten. Außerdem soll der Förderdeckel für Solaranlagen unverzüglich aufgehoben werden. Planungs- und Genehmigungsprozesse sollen beschleunigt werden.

„Wir freuen uns, dass wir heute eine Einigung bei zentralen energie- und wirtschaftspolitischen Fragen erzielt haben“, so Linnemann und Miersch. „Wir sind davon überzeugt, dass unsere Einigung einen wichtigen Impuls für die Arbeit der großen Koalition und die Umsetzung der energie- und wirtschaftspolitischen Ziele bietet.“

Windräder: Mindestabstand von 1000 Metern soll ermöglicht werden

Für Windenergie an Land soll eine Länderöffnungsklausel im Baugesetzbuch eingeführt werden. Diese soll den Ländern die Möglichkeit einräumen, einen Mindestabstand von bis zu 1000 Metern zwischen Windenergieanlagen und Wohngebäuden in ihre Landesgesetze aufzunehmen. In vielen Ländern gibt es bereits entsprechende Regelungen oder Empfehlungen. Die bestehende und schärfere bayerische Regelung soll davon unberührt bleiben…

Eon-Chef: „EEG-Umlage wird durch die Decke schießen“

https://www.handelsblatt.com/unternehmen/energie/energiekonzern-eon-chef-warnt-vor-rapide-steigenden-stromkosten-eeg-umlage-wird-durch-die-decke-schiessen/25822288.html

Eon-Chef warnt vor rapide steigenden Stromkosten: „EEG-Umlage wird durch die Decke schießen“

Die Krise offenbart laut Energiewirtschaft die Schwächen der EEG-Umlage. Der Eon-Chef erwartet hohe Belastungen für Privathaushalte und Mittelstand – wenn die Politik nicht handelt.

Der Energiekonzern spürt die Folgen der Corona-Pandemie kaum – und stockt sogar die Investitionen auf. Foto: dpa

Düsseldorf Den Stromkunden in Deutschland drohen nach Einschätzung von Eon-Chef Johannes Teyssen durch die Coronakrise zusätzliche Belastungen bei der Stromrechnung. Die EEG-Umlage, mit der die Stromverbraucher den Ausbau von Wind- und Solarenergie finanzieren, könnte sich stärker erhöhen als geplant.

Neben Privathaushalten könnte das nach Teyssens Einschätzung vor allem die durch die Krise ohnehin gebeutelten kleinen und mittelständischen Unternehmen und Handwerksbetriebe belasten. Der Eon-Chef fordert deshalb zur Entlastung eine Begrenzung der EEG-Umlage und eine Senkung der Stromsteuer. Sein Unternehmen, das kaum von der Pandemie belastet wird, will sich an der Ankurbelung der Wirtschaft beteiligen und 500 Millionen Euro zusätzlich investieren.

„Grüner Strom wird gerade hier in Deutschland im nächsten Jahr sogar teurer, weil das deutsche Fördersystem in der Krise seine Schwächen wie unter einem Brennglas zeigt“, warnte Teyssen: „Die EEG-Umlage wird so sicher wie das Amen in der Kirche aufgrund der Covid-19-bedingten Verwerfungen im nächsten Jahr durch die Decke schießen.“…

Infraschall kann die Herzleistung deutlich schädigen!

https://www.mainzund.de/mainzer-studie-infraschall-von-windraedern-kann-die-herzleistung-des-menschen-deutlich-schaedigen/?fbclid=IwAR2gk_4013idxdpoFvhmRV9wtYJ3g1BP61v1XEkaDv96Ly76DO_mICojIa8

Mainzer Studie: Infraschall von Windrädern kann die Herzleistung des Menschen deutlich schädigen

Von Gisela Kirschstein, 11. Mai 2020

Windräder gelten als Schlüsseltechnologie für die Umsetzung der Energiewende, doch die großen Windturbinen sind nicht unumstritten: Schon lange gibt es immer wieder Berichte von Anwohnern, nach denen die tiefen brummtonartigen Schallwellen gesundheitliche Beschwerden auslösen sollen. Anwohner klagen etwa über Kopfschmerzen oder Konzentrationsprobleme, nun hat eine Mainzer Studie herausgefunden: Infraschall von Windrädern kann tatsächlich die Herzleistung des Menschen deutlich schädigen. Bereits nach einer Stunde Einwirkungsdauer mit 100 Dezibel führte der stille Lärm in Experimenten zu einer Einschränkung der Herzleistung von bis zu 20 Prozent, ergab die Studie, die nun im renommierten Fachmagazin Noise & Heath erschienen ist…

Als Infraschall bezeichnet die Wissenschaft tiefe Tongeräusche von unter 20 Hertz, der Mensch nimmt sie meist als tiefe Brummtöne wahr – wenn überhaupt. „Nur 30 Prozent der Menschen sind überhaupt in der Lage, Infraschall zu hören“, sagt Professor Christian-Friedrich Vahl, Direktor der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie der Mainzer Universitätsmedizin…

Beim Menschen reagierten Vibrationssensoren in der Haut auf die tiefen Schallwellen und lösten ein unterschwelliges Alarmsignal aus: „Das ist eigentlich ein Katastrophenzeichen“, erklärt Vahl, das habe Menschen in Vorzeiten geholfen, vor Unwettern oder Vulkanausbrüchen zu fliehen. Ist der Mensch den tiefen Schallwellen aber längere Zeit in hoher Frequenz ausgesetzt, kann das offenbar schwerwiegende Folgen haben: „Infraschall entfacht eindeutige messbare physikalische Wirkung am Herzen – und zwar ohne dass man ihn hören kann“, betont Vahl…

Öko-Paradox: Weniger Verbrauch – höhere Stromkosten!

https://m.focus.de/immobilien/energiesparen/regenerative_energie/auf-deutsche-wartet-2021-hoehere-stromrechnung-oeko-paradox-droht-weil-wir-kaum-strom-verbrauchen-muessen-wir-bald-noch-mehr-zahlen_id_11950942.html

Auf Deutsche wartet 2021 höhere Stromrechnung

Öko-Paradox droht: Weil wir kaum Strom verbrauchen, müssen wir bald noch mehr zahlen

dpa/Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpabild: Neue Windkraftanlagen stehen im Windpark Hoort.

Von: FOCUS-Online-Redakteur Melchior Poppe, 4. Mai 2020

Wind und Sonne treiben die Ökostrom-Produktion immer weiter nach oben. Und seit der Corona-Krise verbraucht Deutschland auch noch weniger Strom – weil die Wirtschaft auf Sparflamme fährt. Doch was wie ein Segen für die Umwelt klingt, könnte sich sehr bald als Bumerang für die Verbraucher erweisen.

Der sonnige April hat die Produktion von Solarstrom in Deutschland kräftig nach oben getrieben: Die Photovoltaikanlagen haben insgesamt 6,9 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt, wie Zahlen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zeigen.

Zum Vergleich: Im April des vergangenen Jahres waren es nur 5,6 Milliarden Kilowattstunden. Auch seit Jahresbeginn hat die Solarproduktion damit kräftig zugenommen: Von Januar bis April waren es 17 Prozent mehr als in den ersten vier Monaten 2019…

Öko-Paradox: Sinkt der Verbrauch, zahlen Verbraucher drauf

Das Problem ist allerdings noch viel größer. Denn der Staat garantiert den Betreibern von EEG-Stromanlagen marktunabhängige Vergütungen. Das bedeutet: Die Betreiber bekommen immer dieselben Beträge, mit denen sie ihre Anlagen finanzieren sollen. Die Kosten dafür zahlen die Stromkunden über die EEG-Umlage. Je tiefer aber der Strompreis fällt, desto höher muss die EEG-Umlage steigen, um die Verluste auszugleichen.

Mit anderen Worten – Deutschland leidet an einem Ökostrom-Paradox: Sinkt der Stromverbrauch und damit die Strompreise im Großhandel, steigt die EEG-Umlage und damit die Kosten für Verbraucher…

Weißflächen: Wo ist noch Windkraft möglich?

https://www.vorsprung-online.de/politik/168324-weißflächen-wo-ist-noch-windkraft-möglich.html

Weißflächen: Wo ist noch Windkraft möglich?

Redaktion, 28. April 2020

Am 30. März ist der Sachliche Teilplan Erneuerbare Energien (TPEE) 2019 wirksam geworden, der unter anderem den Ausbau der Windkraft im Regierungsbezirk Darmstadt regelt.

Jetzt sollen jene Räume beplant werden, für die bislang noch keine Festlegungen getroffen wurden (sogenannte Weißflächen). Hierzu hat nach der Regionalversammlung Südhessen kürzlich auch der Haupt- und Finanzausschuss der Verbandskammer des Regionalverbands FrankfurtRheinMain den entsprechenden Beschluss gefasst.

Das Regierungspräsidium (RP) erstellt derzeit den ersten Änderungsentwurf. Grundlage des Entwurfs zur 1. Änderung des TPEE 2019 werden die Ergebnisse der Abwägung der Stellungnahmen zum Teilplan-Entwurf von 2016 sein, die die Regionalversammlung im Juni 2019 beschlossen hat. Die „Weißflächen“ werden demnach entweder dem Ausschlussraum zugeordnet, in dem keine Windkraftanlagen errichtet werden dürfen, oder als Vorranggebiet zur Nutzung der Windenergie festgelegt. Die Mehrzahl der „Weißflächen“ soll dem Ausschlussraum zugeordnet werden…

Aufgrund der Corona-Pandemie ist die Arbeit der Regionalversammlung Südhessen zurzeit eingeschränkt. Zum weiteren Zeitplan können deshalb noch keine genauen Angaben gemacht werden. Geplant ist, dass der Entwurf der Regionalversammlung im September zur Beschlussfassung vorgelegt wird. Die Öffentlichkeit wurde über den Aufstellungsbeschluss zur Planänderung am Montag, 27. April im hessischen Staatsanzeiger informiert:

https://rp-darmstadt.hessen.de/unterrichtung-der-%C3%B6ffentlichkeit-%C3%BCber-den-aufstellungsbeschluss-zur-plan%C3%A4nderung-des-sachlichen

 

 

EEG-Reform: Diese neuen Regeln plant der Bund

https://app.handelsblatt.com/politik/deutschland/erneuerbare-energien-auf-dem-weg-zur-eeg-reform-diese-neuen-regeln-plant-der-bund/25777474.html?ticket=ST-624878-gloEnTsv01HjAm6EhlYw-ap5

Erneuerbare Energien

Auf dem Weg zur EEG-Reform: Diese neuen Regeln plant der Bund

Von: Klaus Stratmann, 27.  April 2020

Das Bundeswirtschaftsministerium stellt die Weichen für eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Viele Fragen bleiben aber noch ungeklärt.

Berlin Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist in vielerlei Hinsicht reformbedürftig, darüber besteht auch innerhalb der Großen Koalition Einigkeit. Mit einem dem Handelsblatt vorliegenden Gesetzentwurf aus dem Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) sollen nun einige der Reformen abgearbeitet werden. So beseitigt der Entwurf die Möglichkeit für Bürgerenergiegesellschaften, sich auch dann an der Ausschreibung für einen Windpark zu beteiligen, wenn noch keine immissionsschutzrechtliche Genehmigung für das jeweilige Projekt vorliegt.

In der EEG-Fassung von 2017 war dieses Privileg enthalten; es sollte bezwecken, dass mit der Umstellung von festen Vergütungssätzen auf Ausschreibungsverfahren auch Bürgerenergiegesellschaften im Wettstreit mit großen, professionellen Anbietern noch eine Chance haben.

Das Privileg löste Fehlentwicklungen aus. Es entstand der Anreiz, bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt an den Ausschreibungen teilzunehmen, indem spekulative Gebote abgegeben wurden, die auf noch nicht verfügbare Anlagentypen setzten. Große Projektierer gründeten außerdem Bürgerenergiegesellschaften, die den formellen Anforderungen zwar entsprachen, aber eine lokale Verankerung vermissen ließen und damit den Zielen des EEG 2017 zuwiderliefen…

Erneuerbare lieferten 52% des Verbrauchs…Wirklich?

https://eifelon.de/umland/erneuerbare-lieferten-52-prozent-des-verbrauchs-wirklich.html

Erneuerbare lieferten 52 Prozent des Verbrauchs… Wirklich?

Umland: Ein neuer Ökostromrekord, jubelt die Presse. […] Der größte Ökostromlieferant waren Windräder an Land mit fast 43 Milliarden Kilowattstunden […] Starker Wind und viel Sonne haben die Ökostromproduktion in Deutschland auf einen Rekordwert getrieben. Die erneuerbare Energien deckten in den ersten drei Monaten dieses Jahres erstmals mehr als die Hälfte des Stromverbrauchs […] Von Januar bis März wurden rund 52 Prozent des Verbrauchs mit Wind, Sonne, Wasserkraft und anderen Ökoenergien erzeugt, wie erste Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zeigen.

Ein gleichlautender Pressetext wurde deutschlandweit wortwörtlich in den Medien – weitgehend ungeprüft – wiedergegeben.

Statistik ist bekanntlich geduldig und Aussagen, welche die Ziele der Windlobby so offensichtlich unterstützen, sind mit Vorsicht zu betrachten.

Dr.-Ing. Detlef Ahlborn und Rolf Schuster von VERNUNFTKRAFT e.V. haben sich die Zahlen aus dem ersten Quartal ebenfalls angesehen und kamen dabei zu interessanten, aber nicht unbedingt begeisternden Erkenntnissen. Anbei ihre Ergebnisse anhand von offiziellem statistischen Material:

Die erste Grafik zeigt in braun die Last, also den deutschen Stromverbrauch in den ersten drei Monaten des Jahres 2020. Dabei ist ein wiederkehrender wöchentlicher Rhythmus zu beobachten. Besonders augenfällig sind die braunen Nachfragespitzen um die Mittagszeit an den Werktagen, von Montag bis Freitag und das Absinken der Verbrauchsspitzen um circa 15 Gigawatt an den arbeitsfreien Wochenenden.

Ab dem 15. März zeigt sich ein neues Phänomen: Ein geringerer Stromverbrauch auch an Wochentagen. Das ist der Rückgang des Verbrauchs durch den sogenannten Corona- Lockdown, vor allem bedingt durch den geringeren Bedarf der in Quarantäne geschickten Wirtschaft.

Die blauen Flächen zeigen die Stromeinspeisung von Windenergieanlagen an Land (Onshore) und hellblau die Windstrom-Produktion auf See (Offshore). Die gelben schmalen Spitzen zeigen den Stromertrag aus Solarenergie.

In Rot, unterhalb der Null-Linie, ist der Export zuviel produzierten Stroms aus Deutschland an die Nachbarländer abzulesen. Die kleinen grünen Flächen mit schwarzem Rand zeigen dagegen den Import aus den Nachbarländern, wenn der selbst produzierte Strom nicht ausreichte, um die deutsche Stromnachfrage aus eigener Produktion zu decken.

Ganz offensichtlich fällt ein hoher Stromexport (rot) zeitlich zusammen mit einer hohen Stromproduktion aus Wind- und Solaranlagen. Die Netzbetreiber sind – laut Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) – gesetzlich verpflichtet, Strom aus Wind und Sonne abzunehmen und zu vergüten, auch wenn dieser Strom zu viel im Netz ist und eigentlich, nach den Gesetzen des Marktes, keine Abnehmer mehr finden würde.

Die obere rosa Kurve zeigt den Verlauf des Marktpreises an der Leipziger Strombörse (EEX). Der erzielte Strompreis bildet sich nach Angebot und Nachfrage in Euro pro Megawattstunde (€/MWh) im Verkauf an die europäischen Nachbarn (Angabe in Euro an der rechten Seite der Grafik). Hier zeigt sich, dass niedrige Börsenpreise und hohe Produktion aus Wind und Solarenergie zeitlich zusammenfallen. Gibt es zu viel Strom im Netz, fällt der Börsenpreis teilweise bis unter die Nulllinie in den roten Minusbereich und die deutschen Verkäufer müssen sogar noch dafür bezahlen, dass man ihnen den überschüssigen Strom abnimmt: Der Börsenpreis wird regelmäßig negativ. Das bedeutet, dass der Strom gegen Zuzahlung einer „Entsorgungsgebühr“ im Ausland de facto verklappt wird.

Die Betreiber von Wind- und Solaranlagen bekommen aber trotzdem ihren, dann überschüssig produzieren Strom zu gesetzlich garantierten Preisen abgenommen. Dass der Strom diese Preise auf dem Markt gar nicht wert ist, braucht sie nicht zu interessieren. Der Verbraucher in Deutschland muss den Strom dank EEG auch dann subventionieren. Die ideale Voraussetzung zu unternehmerisch risikolosen Einkünften auf Kosten der deutschen Stromabnehmer. Soweit – so bekannt. Aus der ursprünglich vom Gesetzgeber angedachten Anschubfinanzierung für die Erneuerbaren ist anscheinend eine Steuer geworden.

Ohne Subvention rechnen sich die Erneuerbaren auch nach zwanzig Jahren nicht. Das EEG ist eine teure Fehlkalkulation ohne die notwendige Versorgungssicherheit für unser Stromnetz zu gewährleisten.

Ein vergrößerter Ausschnitt auf zehn Tage im März macht das ganze Dilemma sichtbar. Die Grafik zeigt (wieder in braun) den anfallenden Stromverbrauch. Die blauen und gelben Flächen zeigen die Einspeisung von Wind und Solar. Rot zeigt produzierten Strom, den wir nicht benötigen und deswegen exportieren und Grün mit schwarzem Rand den Import aus den Nachbarländern, wenn unser Stromangebot die Nachfrage nicht deckt.

In der Nacht auf Samstag, den 14. März, schläft der Wind ein, kaum ein Lufthauch treibt die Windräder, die Windstromproduktion nähert sich rapide auf Werte nahe null. Die konventionellen Kraftwerke können den fehlenden Windstrom nicht mehr ausgleichen, Solarstrom steht in der Nacht auch nicht zur Verfügung. Jetzt muss Strom vom Ausland zugekauft werden, anderenfalls würde das Netz zusammenbrechen. Das Ausland sichert mit dem Strom-Import nach Deutschland (grün) unser Netz. Der Preise an der Börse liegen bei 30 € pro MWh. Nur 24 Stunden später steigen Wind- und Solarproduktion stark an. In der Spitze scheint es, als könnte „erneuerbarer Strom“ die Versorgung übernehmen. Diese Interpretation erweist sich allerdings bei genauerem Hinsehen als Illusion: Über 12 GW überschüssige Leistung müssen nun zu niedrigen Preisen oder sogar gegen Entsorgungsgebühr exportiert werden (schwarz).

Entsprechende Verlautbarungen, die erneuerbare Energien hätten Deutschland vollständig mit Strom versorgt, erweisen sich an dieser Stelle als Makulatur.

Warum ist das so? Ein Stromnetz braucht immer eine ausreichende Menge an kinetischer Energie aus drehenden Schwungmassen. Diese Schwungmassen stellen die schweren Generatoren und die Turbinen in den konventionellen Kraftwerken, die somit auch nicht abgeschaltet werden können, ohne die Stabilität des Stromnetzes zu gefährden. Es ist ein weit verbreitetes Propagandamärchen, Kohlekraftwerke wären nicht regelbar. Diese Kraftwerke sind ganz hervorragend regelbar – sie sorgen dafür, den schwankenden Stromertrag aus Wind und Solar zu stabilisieren und so unsere Netzfrequenz von 50 Herz (Hz) zu gewährleisten. Ohne diesen Ausgleich der Generatoren aus Kohle und Atomkraftwerke wäre unser Stromnetz schon längst zusammengebrochen.

In dieser Folie von Rolf Schuster wird nur der Stromertrag aus Wind- und Solarenergie gezeigt, ohne den Verbrauch, die sogenannte Netzlast. Hier kann man gut erkennen, dass bei einem wetterbedingten Ausfall von Wind und Sonne das deutsche Stromnetz mittlerweile abhängig von Stromimporten (grün) aus dem Ausland ist.

Gleichzeitig kann man erkennen, dass bei einer großen Einspeisung von Wind und Solarenergie im Land ein großer Anteil dieses Stroms gar nicht mehr im Land verbraucht werden kann, also zum Export an der Strombörse angeboten wird. Hier erzielt dann der überschüssige und damit im deutschen Netz überflüssige Strom niedrige oder sogar negative Börsenpreise (schwarz gekennzeichnet). Die Deutschen Stromnetzbetreiber müssen dafür zahlen, dass das Ausland den Strom überhaupt abnimmt.

Das Zusammenspiel der verschiedenen Regelungen (Einspeisevorrang, Preisgarantie, Preisbildung an der Strombörse) aus dem Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) verursacht einen Stromexport im großen Umfang: In den ersten drei Monaten wurden 135TWh Strom in Deutschland produziert, davon gingen 17,9 TWh in den Export. Importiert wurden im gleichen Zeitraum 6,8 TWh.

Der Strom wird zwar in Deutschland produziert, aber nicht in Deutschland verbraucht.

Diese Grafik belegt, dass es einen eindeutigen und signifikanten Zusammenhang zwischen der Menge von produziertem Wind- und Solarstrom und seinem Export gibt. Auf der senkrechten Achse sehen wir den Stromexport aus Deutschland. Jeder blaue Punkt steht für den Export und die Stromproduktion während einer Stunde im ersten Quartal. Man erkennt auf der waagrechten Achse, dass ein höherer Stromertrag durch Erneuerbare, also bei viel Wind und Sonne, zu einem höheren Stromexport führt. Der gemittelte Export wird durch die gerade aufstrebende Linie dargestellt: Im Mittel mussten 10 TWh , also rund 17% des Stroms aus Wind- und Solaranlagen, exportiert werden. Hohe Exporte hängen eindeutig mit hoher Produktion von EE-Strom zusammen. Je höher die Stromproduktion aus Wind- und Solaranlagen, desto höher der Export. Für die Dauer von 121 Stunden im ersten Quartal wurden negative Strompreise gezahlt. Insgesamt musste eine Strommenge von 5 TWh gegen eine Entsorgungsgebühr von über 40 Mio € im Ausland verklappt werden. Diese gigantische Strommenge wurde den Produzenten mit 610 Mio € vergütet. Die Gesamtkosten von 650 Mio € werden von den Verbrauchern über die EEG-Umlage bezahlt.

Nur zur Veranschaulichung: Mit dieser Strommenge könnte man das gesamte Wasser im Bodensee in 40m Höhe pumpen! Diese Zahlen werfen ein Schlaglicht darauf, warum die EEG-Privilegien von der Windlobby mit Klauen und Krallen verteidigt werden.

Die Aussage von Prof. Claudia Kemfert, Windstrom sei der preiswerteste Strom, bekommt hier einen ganz besonderen Geschmack, schließlich sind knapp 10% dieses Stroms noch weniger wert als null Euro.

Die Jubelmeldung von den 52% Anteil der erneuerbaren Energien am Verbrauch erweist sich bei näherem Hinsehen als schlichte Propaganda, weil dieser Anteil teuer erkauft wurde: Rund 17% des Stroms aus Wind- und Solaranlagen mussten in den ersten drei Monaten zu niedrigen Preisen oder gar gegen Entsorgungsgebühr auf Kosten der Verbraucher im Ausland entsorgt werden.

Wohin fließt der so „entsorgte“ deutsche Strom? Diese Grafik betrachtet im gleichen Zeitraum – den ersten drei Monaten des Jahres – den österreichischen Strommarkt.  Österreich importiert große Anteile seines Stromverbrauchs billig aus dem Ausland (grün). Die Schwankungen des ausländischen Stromangebotes werden durch die gut regelbaren österreichischen Wasserkraftwerke kompensiert.

Nur in wenigen Zeiträumen wird ein anfallender Überschuss exportiert. Dieser entsteht in Österreich auch durch den fluktuierenden Stromertrag aus Windenergie (die blaue Ertragsspitzen). Jedes Mal, wenn in Österreich der Wind weht, haben die Österreicher Überschussstrom, den sie selbst gar nicht verwerten können. Auch hier zeigt sich, dass Windenergie keinen Beitrag zu einer notwendig gleichmäßigen Stromversorgung leisten kann.

Die Folie zeigt den Import von billigen Überschuss-Strom aus Deutschland (grün) in die Alpenrepublik. Was machen die Österreicher mit dem importierten deutschen Strom? Sie nutzen die billige Energie, um ihre Pumpspeicherseen zu füllen. Immer, wenn der deutsche Strompreis durch ein Überangebot an Windstrom in den Keller fällt, greifen sie zu und pumpen des Wasser den Berg hinauf in ihre Pumpspeicher-Oberbecken (rot).

Oben in der Grafik ist der deutsche Börsenstrompreis im gleichen Zeitraum dargestellt (rosa). Leicht zu erkennen ist das Anwerfen der Pumpenmotoren bei negativen deutschen Börsenpreisen: Ganz offenbar lassen sich die österreichischen Betreiber der Pumpspeicher (PSW) den Strom zum Befüllen ihrer Speicher gern noch vom deutschen  Stromverbraucher bezahlen, um ihn dann – bei hohen Börsenpreisen und Flaute in Deutschland – wieder mit satten Gewinnen zu verkaufen (blau).

Die Österreicher profitieren aufgrund ihrer geographischen Lage und vorhandener Pumpspeicher davon, dass man in Deutschland immer mehr Windanlagen fordert und bauen will, ohne dass man eine Idee davon zu haben scheint, wie der teure Zufalls-Strom bei immer höherer und häufigerer Überproduktion im eigenen Land gespeichert werden soll.

Für die Betreiber der alpinen Pumpspeicherkraftwerke ist das ein ertragreiches Perpetuum Mobile. Kleiner Nachteil für den deutschen Stromverbraucher: Er muss dieses Perpetuum Mobile mit seinem subventionierten Strompreis antreiben.

Wie lange das so weitergehen soll und bei weiter steigender Anzahl der Windanlagen in Deutschland immer häufiger zu unverkäuflicher Stromüberproduktion führt, darüber entscheidet die Politik, angetrieben von der Windlobby, welche ja, dank EEG-Subvention, keine Verluste aus ihrer Stromproduktion befürchten muss: Alle Stromverbraucher bluten für die risikolosen Gewinne einiger weniger.

Also sind die 52 Prozent aus „Erneuerbaren Energien“ kein Grund zu jubeln, sondern eher ein Grund zu weinen und zwar für die Melkkuh der Erneuerbaren Energien: Den deutschen Stromverbraucher. [Gastautor]

Dr.-Ing. Detlef Ahlborn ist Naturwissenschaftler und Ingenieur aus Leidenschaft und Berufung. Nebenbei ist er ebenso leidenschaftlicher Motorradfahrer und hat ein besonderes Faible für Dampflokomotiven. Er betreibt im nordhessischen Großalmerode das elterliche Unternehmen in dritter Generation. Seine Firma ist inzwischen 75 Jahre alt und baut Sondermaschinen und Beschickungsvorrichtungen für Bäckerei-Backöfen. In seiner Freizeit beschäftigt er sich seit über sieben Jahren mit der Statistik und Stochastik der Windstromproduktion und kann hier inzwischen acht Veröffentlichungen in Fachjournalen vorweisen. Von ihm stammt u.a. der mathematische Beweis, dass sich Windstrom nicht glätten lässt, ein Beweis, der von unabhängigen Fachleuten in anderen wissenschaftlichen Arbeiten bestätigt wurde. Detlef Ahlborn ist Gründungsmitglied und Technologiesprecher der Bundesinitiative VERNUNFTKRAFT.

Die Grafiken von Rolf Schuster mit Erläuterungen von Dr. Ahlborn gibt es auch als Video bei Youtube.

Mehr zum Thema:

https://eifelon.de/umland/berlin/der-wahrscheinlichste-betriebszustand-eines-windrads-ist-der-stillstand.html

https://eifelon.de/umland/rolf-schuster-die-physik-des-stromnetzes-laesst-sich-politisch-nicht-regulieren.html

https://www.wattenrat.de/2020/04/21/gastbeitrag-winterstuerme-windstrom-und-der-deutsche-journalismus/

https://www.pv-magazine.de/2020/04/22/analyse-eeg-umlage-koennte-bis-auf-825-cent-pro-kilowattstunde-2021-steigen/

https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/knauss-kontert/der-oelpreis-stuerzt-aber-die-strompreise-steigen-wg-eeg-sozialismus//

Ermittler nehmen mutmaßliche Windpark-Betrüger fest

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/Ermittler-nehmen-mutmassliche-Windpark-Betrueger-fest,windparkbetrug100.html

Stand: 20.04.2020 15:34 Uhr  – NDR 1 Niedersachsen

Ermittler nehmen mutmaßliche Windpark-Betrüger fest

Bei mehreren Razzien stellten die Ermittler große Mengen Bargeld sicher.

Die Staatsanwaltschaft Osnabrück hat nach eigenen Angaben einen millionenschweren Betrug mit Windparks auffliegen lassen. Die Ermittler nahmen fünf Verdächtige fest – unter anderem in Wallenhorst (Landkreis Osnabrück) und im Oldenburger Münsterland. Der Hauptverdächtige wurde in seiner Suite in einem Berliner Nobelhotel gestellt. Das teilten Staatsanwaltschaft und Polizei in einer gemeinsamen Erklärung mit. Insgesamt sieben Beschuldigten im Alter zwischen 26 und 63 Jahren wird die Verabredung zu banden- und gewerbsmäßigen Betrugstaten sowie Urkundenfälschung in einer Vielzahl von Fällen vorgeworfen. Sie sollen überwiegend einer emsländischen Unternehmerfamilie und deren Umfeld angehören.

Untersuchungshaft wegen Fluchtgefahr

Bei Razzien in insgesamt fünf Bundesländern stellte die Polizei zahlreiche Beweise, große Summen Bargeld und Schmuckstücke sicher. Die Verdächtigen sollen Windpark-Projekte vorgetäuscht, die Pläne dafür gefälscht und sie dann zu überhöhten Preisen an Investoren verkauft haben…