Worms: Anhaltende Verluste bei der Windkraft

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Statt Gewinn gab’s lange Gesichter: Wegen anhaltender Verluste bei der Windkraft wird Energiegenossenschaft Worms-Wonnegau 2019 aufgelöst

von Roland Keth, 6. Juli 2018

WORMS – Sein Geld anlegen und eine ordentliche Dividende kassieren, gleichzeitig aber auch Gutes tun in Sachen Atomausstieg und Energiewende: Das war für rund 80 Bürger der Grund, warum sie sich 2013 entschlossen, bei der Energiegenossenschaft Worms-Wonnegau eG einzusteigen. Der Genossenschaft gehören die Fotovoltaikanlage auf dem Dach der neuen TGW-Jahnturnhalle sowie drei Windräder im Alsheimer Windpark. Jetzt, fünf Jahre später, ist klar: Das ehrgeizige und anfangs auch als Musterbeispiel für gelungene Bürgerbeteiligung gefeierte Projekt ist gescheitert. Die Genossenschaft wird 2019 aufgelöst.

Es wehte lange nicht so wie vorausberechnet

Die Fotovoltaikanlage lieferte zwar die erwarteten Strommengen. Nicht aber die drei Windräder, die im Schnitt 30 bis 40 Prozent weniger Strom erzeugten als dies in zwei unabhängigen Gutachten vorher prognostiziert worden war. Die üble Folge für alle Anleger, die Genossenschaftsanteile von 500 bis 5000 Euro erworben hatten: Statt Gewinn gab’s Verlust, statt Dividende lange Gesichter und Beschwerden über Beschwerden bei den beiden Geschäftsführern Armin Bork (Volksbank-Vorstand) und Stephan Wilhelm (EWR-Vorstand). Die beiden haben dann zusammen mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden, OB Michael Kissel, in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 13. Dezember 2017 die Reißleine gezogen.

„Wir haben vorgeschlagen, die Energiegenossenschaft aufzulösen. Gleichzeitig konnten wir allen Anlegern versprechen, dass sie ihre Einlage zu 100 Prozent zurückbekommen. Dem haben alle bis auf zwei, drei Gegenstimmen einmütig zugestimmt“, berichtet Armin Bork.

Möglich wurde dieser Deal dadurch, dass EWR die Fotovoltaikanlage kauft, die 24-prozentige Genossenschaftsbeteiligung am Alsheimer Windpark übernehmen EWR und Volksbank zu jeweils zwölf Prozent. Momentan befindet sich die Genossenschaft in Liquidation, das heißt, Bork und Wilhelm wickeln die Geschäfte ab. Im Frühjahr sollen die Anteilseigner ausgezahlt werden, dann ist die Energiegenossenschaft Geschichte. „Bis auf ganz wenige Ausnahmen waren die Mitglieder froh und glücklich, dass wir ihnen diese Lösung anbieten konnten“, versichert Stephan Wilhelm…

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