Würzberg: Informationsveranstaltung der Windkraftkritiker

http://www.echo-online.de/lokales/odenwaldkreis/michelstadt/gegner-der-windkraft-polarisieren_18903663.htm

Gegner der Windkraft polarisieren

ERNEUERBARE ENERGIE Informationsversammlung zu möglichen Anlagen in der Mies lockt 100 Zuhörer nach Würzberg / Zwei Ex-Landräte melden sich zu Wort

Keine Windkraft in Würzberg

Das Logo der IG Keine Windkraft in Würzberg stilisiert die als bedrohlich empfundene Wucht der Windkraftanlagen im Vergleich mit der „Skyline“ des Dorfes. Repro: Hans Dieter Schmidt

von Hans-Dieter Schmidt, 7. Juli 2018

WÜRZBERG – Das Projekt Windkraft im Gewann Mies wurde zwar mit einem Michelstädter Parlamentsbeschluss zunächst verhindert (wie berichtet) – vom Tisch ist die Sache indes nicht. Etwa 100 Personen aus dem Dorf und seinen Nachbarorten Ernsbach, Erbuch, Bullau, Eutergrund und Vielbrunn sowie Vertreter der politischen Stadtgremien waren dieser Tage zu einer Infoveranstaltung zusammengekommen.

Mit den Ex-Landräten Matthias Wilkes (Kreis Bergstraße) und Horst Schnur (Odenwaldkreis) sowie dem Vorsitzenden des Vereins Vernunftkraft Odenwald, Peter Geisinger (Groß-Umstadt), brachten drei versierte Redner ihr politisches und fachliches Wissen in die allgemeine Diskussion ein.

Gesundheitliche Folgen für Anwohner befürchtet

Wilkes ergriff nach einer kurzen Einführung durch Vertreter der Interessengemeinschaft Keine Windkraft Würzberg das Wort, um festzustellen, die Energiewende belaste den Steuerzahler mit 500 Milliarden Euro. Zudem, so der Alt-Politiker, werde zugunsten der Energiewende geltendes Naturschutzrecht gebrochen oder so geändert, dass den Windkraftanlagen nichts entgegensteht. Verwundert zeigte er sich, dass ein Milan dafür herhalten müsse, ein Projekt wie in der Mies geplant, zu verhindern, wenn unmittelbar nebenan Menschen wohnen und leben, deren Gesundheit ebenfalls direkt beeinträchtigt ist. Ob denn nicht der Mensch das schützenswerteste Gut sein sollte, fragte Wilkes. Zur Erinnerung: Die Mies ist ein ausgewiesenes Europäisches Vogelschutzgebiet.

Mit interessanten Zahlen wartete Geisinger auf. 96 Prozent des CO2-Gehaltes (Kohlendioxid) der Luft hätten einen natürlichen Ursprung, nur die restlichen vier Prozent seien vom Menschen gemacht. Gemäß Geisingers Berechnungen beträgt der menschengemachte CO2-Gehalt weltweit 0,016 Prozent. Der deutsche Anteil davon liege bei 2,23 Prozent dieses Wertes, real also bei 0,00003568 Prozent. Dass für die nicht stattfindende Reduktion dieses verschwindend geringen Anteils von deutschen Stromkunden jährlich 28 Milliarden Euro aufgebracht werden müssen, sei mehr als absurd. Diesem Irrweg Deutschlands folge kein anderes Land….

Geisinger beleuchtete zudem die Kosten für Eingriffe in das von inzwischen 30 000 Windkraftanlagen destabilisierte Stromnetz (1,4 Milliarden Euro in 2017). Kein Wind bedeute keinen Strom und somit nötige Stützung durch konventionelle Kraftwerke, die der Rotorengegner für nach wie vor unverzichtbar hält. Es sei die unbequeme Wahrheit, dass die Gewinne aus ideologischer und lobbygesteuerter Politik von Herstellern der Anlagen, Projektierern und zum kleinen Teil von den Grundstücksbesitzern abgeschöpft würden. Die finanziellen Folgen gingen zulasten der Stromkunden. Die Anwohner müssten zudem mit gesundheitlichen Risiken durch Lärm- und Infraschallbelastung und der Zerstörung großartiger Naturlandschaften leben.

Schnur bezeichnete die Windenergie als Gefahr für den Odenwald, dessen Kernkreis er als Landrat einst vorstand. Die für die Gemarkung Mies außergewöhnlich groß dimensionierten Windräder würden die dortige Natur nachhaltig zerstören, zeigte er sich sicher. Weitsichtig sei die Ablehnung durch das Michelstädter Stadtparlament, so Schnur…

INTERESSENGRUPPE KEINE WINDKRAFT

Die Interessengemeinschaft Keine Windkraft Würzberg ist bisher noch nicht wie eine Bürgerinitiative organisiert. Sie ist vielmehr ein loser Zusammenschluss von zunächst 14 Bürgern mit Wohnsitz nahe dem geplanten Windanlagenstandort Mies.

Die Mitglieder der IG setzen sich gegen das Projekt ein, das in einem anerkannten Europäischen Vogelschutzgebiet realisiert werden soll.

Wer die Gruppe unterstützen will, erhält Informationen auf IG-Keine-Windkraft-Wuerzberg@web.de. (hds)

Keine Windkraft in Würzberg

 

2 Gedanken zu „Würzberg: Informationsveranstaltung der Windkraftkritiker“

  1. Mathe und Physik abgewählt, Mensch und Tier gequält und letztes mal falsch gewählt ?!?
    Entsteht hier der Ökofaschismus ? Oder lebt die planwirtschaftliche Kontrollintelligenz
    aus DDR -Zeiten wieder auf ? …….. Kaum einer in der Presse
    wagt es ausführlicher und genauer zu schreiben !!

  2. Eine Fehleinschätzung zeigt sich bereits im Titel des Artikels „Gegner der Windkraft polarisieren“: Es sind nicht die Windkraftgegner, die polarisieren. Es ist der Ausbau der Windkraft, der bundes- und landesweit polarisiert und die Bevölkerung spaltet.

    Im Artikel steht: „Gemäß Geisingers Berechnungen beträgt der menschengemachte CO2-Gehalt weltweit 0,016 Prozent.“ Das ist, mit Verlaub – 1. zu viel der Ehre und 2. falsch.

    1.: Es sind nicht meine Berechnungen, die hier zugrunde liegen. Es handelt sich vielmehr um wissenschaftlich erwiesene und veröffentlichte Fakten. Der CO2-Anteil an der Umgebungsluft beträgt z. Zt. ca. 400 ppm oder 0,04%. Natürliche Ursachen sind zu 96 % die Ursache, 4 % sind menschengemacht.

    2: 4 % von 0,04 % sind 0,0016 % und nicht – wie im Artikel steht – 0,016%. Dafür stimmt dann die Zahl von 0,00003568 % für den Anteil Deutschlands am weltweiten CO2-Ausstoß wieder.

    Etwas weniger Tendenz und dafür mehr Genauigkeit beim Rechnen wäre schön. 🙂

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