Gefährdung von Trinkwasser und Grundwasser

Bewertung der Vorrangfläche Geisberg/Mossautal, Juli 2017

5 Windindustrieanlagen, Inbetriebnahme 2013, Typ Nordex N 117   – Nabenhöhe 120 Meter – Rotordurchmesser 117 Meter

von Gisela Weinmann, Geobiologische Beratung, Rutengängerin

Ende 2013 gingen auf der Vorrangfläche Geisberg entlang der Hohen Straße zwischen Erbach und Mossautal 5 Windräder des Typs Nordex N 117 in Betrieb.

Der Geisberg wird von 35 Wasseradern durchquert. Davon befinden sich 10 Wasserläufe in Nord-Süd-Richtung und 25 Wasserläufe in Ost-West-Richtung. Quelle, Strecke und Mündung dieser unterirdischen Wasserstraßen wurden im Kerngebiet 5 Km Nord-Süd und 4 Km Ost-West mit Mutungstechnik dokumentiert. Wasserverlauf und Ortungstiefe wurden festgestellt und in den Plan an ihrem Punkt aufnotiert.

Beidseitig des Höhenzuges von der Rosbacher Quelle bis hinunter nach Hüttenthal finden sich die natürlichen – nicht manipulierten – Wasseradern in einer durchschnittlichen Tiefe von 9,5 bis 11,5 Metern. Oben mittig auf dem Höhenzug beliefen sich die Tiefenmeter zu den Wassern ins Erdreich -vor der Industrialisierung durch WKA- um die 12-13 Meter.

Infolge der Baumaßnahmen sowie der Inbetriebnahme der WKAs haben sich bis zum Zeitpunkt Ende 2016 bereits folgende Tiefenabsenkungen feststellen lassen. Im nahen Bereich um die installierten Anlagen herum wurden die dortigen Wasseradern von mittig 10,5 bis 11,5 Metern auf 17, 20 und 22 Meter abgesenkt.

Wie sich die Bodenverdichtung und die daraus entstehenden manipulierten Wasserverhältnisse auf dem Geisberg in Zukunft verhalten werden, bleibt offen.

Im Frühjahr 2017 wurde in Unter-Mossau entlang des Geisbergs auf halber Weidehöhe ein starker, vorher nicht da gewesener Wasseraustritt festgestellt. Man kann davon ausgehen dass sich das Wasser dort einen anderen Weg neu gesucht hat und sich dort seitlich nach außen drückt. Ob alle Wasseradern weiterhin den bisherigen Weg zu den platzierten Wasserhochbehältern und alle Quellen ihren natürlichen Quellensprung am bekannten Ort vollziehen ist abzuwarten.

Bisherige Entwicklung, Stand Juli 2017:

Beim Ortstermin an der großen Weide in Unter-Mossau wurde festgestellt: Die im Winter entstandenen Erdrisse sind im Frühjahr aufgefüllt worden damit die Tiere nicht verunglücken. Der größte Riss von 1,20 x 1,20 Meter mit mindestens 50 cm Tiefe zeigt am Deutlichsten die Problematik.

Bild 1:

  • Dieser Punkt mit Wasseraustritt ist auf der Kartierung 2017 links unten

Bild 2:

Bild 1 beschreibt den Riss 1,20 x 1,20, Bild 2 zeigt das Feuchtgebiet mit starkem neuem Binsenbewuchs. Die Stellen befinden sich genau über dem starken unterirdischen Fluss – im Frühjahr wurde dort Erde aufgefüllt – im Juli ist die Erde dort wieder um ca. 20 cm eingesunken. Bald wird dort Wasser austreten.

Es haben sich seitlich jeweils 3 große Wasserläufe neu gebildet (abgedrückt von der oberen Mitte nach beiden Seiten) Mehr als 10 Wasserläufe dagegen sind nicht mehr zu orten – liegen trocken bzw. haben sich verlagert. Dabei sind es hauptsächlich die starken Wasser die von der Rosbacher Quelle her Richtung Hüttenthal flossen. Sie nehmen jetzt einen anderen Weg – und drücken seitlich – deswegen auch der Erdabriss in Unter-Mossau.

Im November lagen die Tiefen der Wasseradern noch bei 9-13 Meter, außer direkt bei den Fundamenten der Anlagen – dort 20-22 Meter. Ab Januar bis einschl. Mai haben sich mehrere Wasserläufe massiv verlagert:.Teilweise in Tiefen von 80 bis 100 Meter bei einer Schüttung von 1010 Ltr./sek..

Kartierung Stand Juli 2017:

Linien orange: Wasserader nicht mehr dort zu orten – trocken

Linien blau: Neuer Wasserlauf mit starkem Druck in die Tiefe

Kartierung Stand November 2016:


Windkraft und Trinkwasserschutz

WVF Wasserversorgungsverband Fallingbostel

Erfahrungsbericht bei der Errichtung von Windkraftanlagen in einem Trinkwasserschutzgebiet

von Dipl.-Ing. Martin Hack 4, September 2014

WVF_-_Windkraft_im_Wasserschutzgebiet_Dushorner_Heide


Bodenschutz und Windindustrieanlagen

von Alexander Stahr, 23. August 2014

 

Zufahrtsweg für eine Windindustrieanlage im Taunus (Gemeinde Heidenrod). ©Alexander Stahr


Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie

Wasserwirtschaftliche Anforderungen an Windkraftanlagen in Wasserschutzgebieten
Dr. Bernd Leßmann,
Dezernat W4 „Hydrogeologie, Grundwasser“, aktualisiert Juni 2015

 

3_Vortr_Lessmann_WEA_Trinkwasserschutz


Bayerisches Landesamt für Umwelt

Trinkwasserschutz bei Planung und Errichtung von Windkraftanlagen

Merkblatt Nr. 1.2/8 Stand: August 2012

Bayern Merkblatt nr_128_Windkraft und Gewässerschutz