Vielbrunn: Protestmarsch gegen Windräder

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Beeinträchtigung des Trinkwassers: Protestmarsch gegen Windräder im Felgenwald bei Vielbrunn

Odenwald, Michelstadt  21.6.2017

Von Susan Breitenbach

Weit mehr als 100 Menschen protestierten gegen die Gefährdung des Trinkwasers in Vielbrunn duch Windkraftanlagen.

Bürgerinitiative Zukunft Vielbrunn: „Genehmigte und geplante Windkraftanlagen gefährden Grundwasser“

VIELBRUNN. – Die Bürgerinitiative Zukunft Vielbrunn hatte am Sonntag, 18. Juni, zum Protestmarsch aufgerufen und viele Bürger waren diesem Aufruf gefolgt. Weit mehr als 100 Personen haben mit einer Wanderung vom Sportplatz in Vielbrunn zum neuen Wasserwerk nahe dem Sansenhof gegen die Gefährdung ihres Grundwassers durch den Bau zweier genehmigter Windkraftanlagen demonstriert und damit aufgezeigt, wie sehr sie die Beeinträchtigung ihres Trinkwassers befürchten.

Da der Tiefenbrunnen, der vor wenigen Jahren für mehrere Mio. Euro gebaut wurde, nicht nur die Bewohner des Höhenortes mit Trinkwasser versorgt, sind auch Würzberg sowie Kimbach und Momart beim Bau der Windkraftanlagen vom Risiko der Verschmutzung des Brunnens betroffen. Unterstützt wurden die Wanderer auf ihrem Protestweg durch ein Flugzeug des benachbarten Segelflugplatzes, das mit seiner Flughöhe die Höhe der geplanten 217-Meter-Anlagen aufzeigte.

Prominenten Unterstützer fanden die Vielbrunner beim ehemaligen Landrat der Bergstraße, Matthias Wilkes (CDU), der als Gastredner gewonnen werden konnte und der in seiner engagierten Rede die Landschaft als das kostbarste Gut der Region bezeichnete, welches „für die Nachkommen bewahrt werden müsse und durch Windräder nicht zerstört werden dürfe“.

Der Sprecher der Vielbrunner Bürgerinitiative, Hans Joachim Büchs, machte in seiner Rede deutlich, dass die Gefährdung des Trinkwassers nicht einfach eine diffuse Angst darstelle, sondern damit zu erklären sei, dass in der Tiefe des Odenwälder Bodens einer Humus-Deckschicht von zwei bis vier Metern zerklüfteter und poröser Sandstein folge.

Zusätzliche Gefahr gehe von den Munitions-Altlasten im Dreieck zwischen Boxbrunn, Gönz und Vielbrunn aus, die vor allem den Windrad-Standort an der Einfahrt zum Sansenhof beträfen. Durch die Ausschachtung für das Fundament der Windräder (in der Regel fünf Meter tief), könnten Risse in den Sandsteinschichten auftreten und damit die Filterwirkung des Regenwassers immens und irreversibel beeinträchtigen sowie giftige Schadstoffe aus der Wehrmachtsmunition ins Trinkwasser einfließen lassen.

Dass dies nicht abwegig ist, zeigt die Formulierung im Genehmigungsschreiben des RP, nämlich „dass bei der Errichtung und dem Betrieb von Windkraftanlagen verschiedene Gefährdungen des Grundwassers und insbesondere des Trinkwasserbrunnens mit hinreichender Wahrscheinlichkeit auftreten“.

Büchs machte deutlich, wie unzufrieden man in Vielbrunn mit den Lokalpolitikern gleich welcher Couleur sei, denn man fordere seitens BI und Ortsbeirat das Einzugsgebiet des Felgenwaldes als Trinkwasserschutzgebiet auszuweisen – bislang leider ohne nennenswerte Unterstützung seitens der Politik.

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