Dieser Ökostrom-Rekord der Energiewende ist wertlos!

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Dieser Ökostrom-Rekord der Energiewende ist wertlos

Machen 52 Prozent Ökostrom das EEG zur Erfolgsgeschichte, fragt sich WELT-Autor Daniel Wetzel Quelle: Getty Images/ Henglein and Steets; Claudius Pflug
Von Daniel Wetzel, Wirtschaftsredakteur, 2. April 2020

…Pünktlich zum 20. Geburtstag des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) liefert die Produktionsstatistik den Anlass zum Jubeln: Im ersten Quartal dieses Jahres deckte Ökostrom mehr als die Hälfte der deutschen Stromnachfrage. Die Laudatoren sind sich einig: Möglich wurde dies vor allem durch das EEG.

Das Gesetz zwingt Verbraucher seit seinem Inkrafttreten am 1. April 2000 zur Zahlung eines erhöhten Preises an die Ökostromproduzenten. Machen 52 Prozent Ökostrom das EEG zur Erfolgsgeschichte?

Wenn man die höchsten Strompreise Europas und die steigenden Risiken für die Versorgungssicherheit ausblendet, vielleicht ja. Doch leider steht Elektrizität auch nur für 20 Prozent des gesamten deutschen Endenergieverbrauchs. Die gefeierte Quartalsquote von 52 Prozent Ökostrom bezieht sich nur auf dieses Fünftel…

Die Folgen sind an der Strombörse zu sehen. Allein im ersten Quartal wurden in 130 Stunden negative Strompreise registriert. Elektrizität hatte da keinerlei Wert mehr. Im Gegenteil: Die Netzbetreiber, zum Aufkauf von EEG-Strom gezwungen, konnten die Kilowattstunden nur noch durch Zahlung einer Entsorgungsprämie loswerden.

Sinkt die Stromnachfrage in der Corona-Krise weiter, warnt das Beratungsinstitut Enervis, führt die Wertlosigkeit der Elektrizität sogar bei den Ökostromproduzenten selbst zu „erheblichen Erlöseinbußen“. Die Ökostromrevolution frisst ihre Kinder.

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