>27.6.26 Hitzeflaute – ein neuer Feind der Energiewende

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Von Manfred Haferburg, 27. Juni 2026

Ein neuer Begriff beschreibt ein Wetterszenario, das existenziell bedrohlich für die ohnehin schon völlig aus dem Ruder gelaufene Energiewende ist. Kannten wir bisher die Dunkelflaute und die Hellbrise, kommt nun die Hitzeflaute dazu.

Die Dunkelflaute beschreibt ein Wetter, bei dem zu starker Bewölkung noch Windstille herrscht, eventuell wochenlang. Dann kommt das Klumpenrisiko der „erneuerbaren Energie“ zum Tragen, nahezu der gesamte Strombedarf muss aus den Backup-Kraftwerken erzeugt werden, sonst reicht es nicht, und es kommt zu Flächenabschaltungen oder zum Blackout.

Die Hellbrise beschreibt ein Wetter, bei dem bei strahlendem Sonnenschein ein frischer Wind weht, ebenfalls eventuell mehrere Tage. Auch hier kommt das Klumpenrisiko der „Erneuerbaren“ zum Tragen. Es wird viel zu viel Strom erzeugt, der nicht verbraucht werden kann. Die Ursache dafür ist, dass bereits heute zweieinhalbmal mehr Leistung an Solar- und Windenergie installiert wurde, als an einem normalen Tag verbraucht wird. Hier muss der Netzbetreiber fast alle Wind- und Solaranlagen abregeln oder den Überschuss ins Ausland verklappen, meist gegen Bezahlung. Am ersten Mai dieses Jahres erreichte die Zuzahlung 499 Euro pro abgenommene Megawattstunde. Zehn Stunden später, nach Sonnenuntergang, schoss der Day-Ahead-Strompreis auf 430 Euro pro gelieferte Megawattstunde hoch.

Die neue Gefahr für die Energiewende heißt Hitzeflaute. Sie beschreibt ein Wetter, bei dem bei strahlendem Sonnenschein absolute Windstille herrscht. Hier liegt die Gefahr für das Netz hauptsächlich in den steilen Rampen der Solarstromerzeugung bei Sonnenaufgang und besonders bei Sonnenuntergang. Steile Rampen bedeutet, dass die Änderung der Leistung – das Absinken bei Sonnenuntergang – extrem schnell vor sich geht, da jedes Solarpaneel im Land sich gleich verhält. Da aber zu jeder Sekunde genau das produziert werden muss, was gerade verbraucht wird, müssen die Kraftwerke, welche die Produktion übernehmen, in der gleichen Geschwindigkeit hochgefahren werden, wie die Solarleistung abnimmt. Das bringt sie an ihre Grenzen.

Die Leistungskurve einer Solaranlage sieht aus wie ein Haifischzahn

Die tiefere Ursache ist, dass bereits heute viel zu viel Solarleistung installiert wurde. Tagsüber erzeugt Solar bei Sonnenschein zwei Drittel des Strombedarfs, der Wind leistet auf Grund der Flaute keinen nennenswerten Beitrag. Wenn dann die Sonne gegen Abend untergeht, muss diese Leistung komplett aus dem Backup-Kraftwerkspark erbracht oder importiert werden. Die Leistungskurve einer Solaranlage sieht aus wie ein Haifischzahn. So mussten beispielsweise am 19. Juni 2026 zwischen 14 und 18 Uhr mehr als 50 Gigawatt konventionelle Leistung angefahren werden. Dies bringt die Regelgeschwindigkeit eines Netzes an ihre Grenzen. Sollte der Backup-Kraftwerkspark nicht schnell genug hoch- oder heruntergefahren werden können, droht wieder der Blackout. 

Aus den genannten Gründen spielen die Preise an der Strombörse komplett verrückt. Innerhalb von zehn Stunden schwankten sie zwischen minus 500 Euro und plus 500 Euro pro Megawattstunde. Normal waren bis vor Kurzem ca. 60 Euro pro Megawattstunde. Und nicht nur Deutschland ist davon betroffen, die Extremschwankungen wirken sich auch auf die Nachbarländer aus. Wie lange werden die das noch mitmachen?…

 

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