https://eike-klima-energie.eu/2026/09/24/das-absehbare-fiasko-der-wasserstoff-utopie/
Von Dagmar Jestrzemski (Red. PAZ)*, 24. September 2026, zuerst erschienen in der Preußischen Allgemeinen Zeitung
Wie die Bundesregierung mit Milliarden an Steuergeldern
Luftschlösser in Afrika baut – und das Ausland profitiert
Deutschlands Strategie für den Hochlauf und Import von „grünem Wasserstoff“ steckt in einer schweren Krise. 2022 hatten Kanzler Olaf Scholz und Minister Robert Habeck mehrere Reisen in afrikanische Länder unternommen, um für „grüne“ Wasserstoff-Partnerschaften mit Deutschland zu werben. Im Juli 2024 gab die Ampelregierung die Zielmarke bekannt, bis 2030 130 Terawattstunden „grünen“ Wasserstoff und Wasserstoffderivate bereitzustellen, davon 50 bis 70 Prozent auf dem Importweg. Ein großer Teil des „regenerativen“ Wasserstoffs sollte demnach in afrikanischen Partnerländern produziert werden, da, wie es in den Berliner Ministerien heißt, einige Regionen klimatisch geeignet seien und genug Raum für riesige Wind- und Solarparks zur Stromerzeugung bieten.
Inzwischen ruhen diesbezügliche Hoffnungen nur noch auf Marokko. Das Interesse richtet sich auf Marokkos „grünen“ Wasserstoffsektor „L’Offre Maroc“, eine Kooperation Marokkos mit internationalen Konsortien. Verflüssigter „grüner“ Wasserstoff und Folgeprodukte wie Ammoniak oder synthetische Kraftstoffe könnten per Schiff importiert werden, später eventuell über eine Pipelineanbindung nach Europa.
Ignorierte Warnungen und astronomische Systemkosten
Scheitern diese Pläne, wäre damit das Ende der bislang nicht revidierten Wasserstoffstrategie besiegelt. Die aktuelle Entwicklung sollte als Fanal für eine verfehlte Politik angesehen werden, die das Land in die Sackgasse der Elektrifizierung durch schwankende, (nicht-)erneuerbare Energien mit der Notwendigkeit absurd teurer, aufwendiger und dennoch ineffizienter Speicherung gesteuert hat…