>15.9.26 Kein anderes Land der Welt würde so etwas Dummes tun

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Von Manfred Haferburg, 15. September 2026

In dieser Artikelserie zeigen wir, was von Deutschlands einst so stolzer Kraftwerksinfrastruktur übrigbleibt, nachdem eine wildgewordene Vandalensekte das Ruder der Energiepolitik im Land übernommen hat und eine Energiewende vorantreibt, die Deutschland an den Rand eines industriellen Abgrundes geführt hat. Heute: Steinkohle-Kraftwerk Hamburg-Moorburg.

Vor sechs Jahren, genau fünf Tage vor dem zweiten Coronalockdown, schrieb ich einen Artikel (hier), über die in der Energiepolitik überall durchscheinende Dummheit, die in sinnloser Verschwendung mündet und tieftraurig macht. Eigentlich wollte ich eine Komödie schreiben, da der Stoff eine absurde Posse beschrieb. Aber es wurde eine Tragikomödie. Damals kannte noch niemand den Ausgang der Story. Ich nahm sicher an, dass das Kraftwerk Moorburg in die Leistungsreserve überführt würde. Ich dachte, eine solche Anlage zerstören – das können die doch nicht machen. Wie habe ich mich geirrt. Es ist wie bei den Bundeskanzlern seit der Rautenkanzlerin, wo ich auch meinte, schlimmer kann es nicht mehr kommen. Wie habe ich mich geirrt.

Mein Beitrag begann mit der Betrachtung, was man mit 3.000 Millionen Euro so alles machen könnte. Ich schrieb das, weil ich dunkel ahnte, dass viele Menschen sich unter dem Begriff Milliarde nicht viel vorstellen können. 2020 waren drei Milliarden – also 3.000 Millionen – auch für deutsche Regierung noch allerhand Geld. Das hat sich geändert. Heute zahlt Deutschland allein für die angehäuften Staatsschulden und „Sondervermögen“ pro Jahr 50.000 Millionen Zinsen pro Jahr. 

Ab 2007 wurde in Hamburg ein neues Kraftwerk gebaut, eine Doppelblockanlage mit rund 2 × 800 MW, das Steinkohlekraftwerk Moorburg. Eigentümer war der schwedische Staatskonzern Vattenfall.  Es ging 2015 in Betrieb, kostete rund 3 Milliarden Euro. Moorburg galt als eines der modernsten Kraftwerke Europas, das ganz Hamburg einschließlich der dazugehörigen Industrie mit Strom versorgte. Die hochmoderne Anlage verursachte bei voller Leistung rund ein Viertel weniger CO2-Emissionen im Vergleich zu anderen Steinkohlekraftwerken. Das Kraftwerk erreichte den sensationellen Wirkungsgrad von 46,5 Prozent und war konstruktiv aufwändig so gebaut, dass es schnelle Lastwechsel zum Ausgleich der schwankenden Windenergieeinspeisung durchführen konnte.

Grenzwerte einfach herabgesetzt

Die politischen Begleitumstände um das Steinkohlekraftwerk im Hamburger Süden sind typisch für die deutsche Industriepolitik. Kraftwerke sind ungeliebte, ja gehasste Kinder. Behördenwillkür, Schikane und Prozesshanselei begleitete die gesamte Bauphase. Mitten im Bauprozess wurden die Umweltauflagen massiv verschärft. Die Vattenfall-Ingenieure hatten nämlich alle Werte des Bundesimmissionschutzgesetzes unterboten. Die Behörde senkte einfach die Grenzwerte der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung unter die beantragten Werte. Doch schafften es die Ingenieure, unter enormem Aufwand, auch die verschärften Werte zu erreichen. Dann wurde Vattenfall die Nutzung von Elbwasser zur Kühlung untersagt, also musste ein Kühlturm gebaut werden. Der durfte aber nicht zu sehen sein. Also musste Vattenfall einen niedrigeren, aber zwangsbelüfteten Kühlturm bauen. Dieser verbrauchte für seine Gebläse die elektrische Leistung einer Kleinstadt…

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