https://www.publicomag.com/2026/07/das-land-von-karl-honecker-und-abdul-polizeibekannt/
Von Alexander Wendt, 28.07.2026
Da sich der Anschlag auf den BerlinerCSD nicht wie viele andere Gewalttaten wegschweigen lässt, muss er umgeformt werden. Nun ist der muslimische Täter mit IS-Hintergrund „rechts“. Das Land hat sich drastisch verändert: zu einer Gesellschaft ohne Vertrauen
Am 2. Oktober 1989 erschien in dem SED-Zentralorgan Neues Deutschland ein Kommentar zu den DDR-Müden, die im Palais Lobkowitz in Prag kampierten, der bundesdeutschen Botschaft, bis sie schließlich per Zug über das DDR-Territorium in den Westen ausreisen durften. Der zentrale Satz des Artikels lautete: „Man sollte ihnen keine Träne nachweinen“. Unter dem Text stand nur das Kürzel der Nachrichtenagentur ADN (Allgemeiner Deutscher Nachrichtendienst). Später stellte sich heraus, dass der DDR-Staatschef den Tränen-Satz persönlich hineinredigiert hatte. Es handelte sich also um den allerechtesten Honecker. Historische Sätze finden manchmal neue Nutzer. Das, was der gekränkte Generalsekretär seinen entsprungenen Mündeln nachrief, wiederholte Karl Lauterbach im Juli 2026 zwar unter etwas anderen gesellschaftlichen Umständen (falls man Anteile an einer GmbH hält, fällt zwar Wegzugssteuer an, aber jeder darf raus), dafür aber fast wortgleich via X.
„Es ist dieses permanente Schlechtreden was uns am meisten schadet. Die ewigen Übertreibungen von jungen Talenten, die mit dem hohen Rentenbeitrag (‚schnief‘) nicht klarkommen und deshalb angeblich auswandern. Auf diese Leute können wir verzichten, falls es sie überhaupt gibt.“…