Windkraftanlagen: „Subventionsbetrug auf unsere Kosten“

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Windkraftanlagen: „Subventionsbetrug in großem Stil auf unsere Kosten“

80. Donnerstags-Demonstration: „Klarsicht, satt Hysterie“ und „im Konfliktfalle ziviler Ungehorsam“ gefordert, „wenn eine Verwaltung nicht mehr die Bürgerinteressen vertritt“

Die 80. Donnerstags-Demonstration „gegen die Mensch, Tier und Natur verachtende Energiepolitik in unserem Land“ veranstalteten in dieser Woche die Bürgerinitiativen Siedelsbrunn & Ulfenbachtal durch die Straßen in Wald-Michelbach.

von er, 19. Mai 2019

ODENWALD / WALD-MICHELBACH. – „Subventionsbetrug in großem Stil auf unsere Kosten“, nannte Peter Geisinger, Vorsitzender des Vereins >Vernunftkraft Odenwald< die aktuelle Energiewende-Politik der Bundesregierung. Anlässlich der 80. Donnerstags-Demonstration der Bürgerinitiativen >Gegenwind Siedelsbrunn und Ulfenbachtal< in Wald-Michelbach machte der frühere Flugkapitän seine harsche Kritik gleich an mehreren Punkten fest.

Der für windschwache Windkraftstandorte ausgelobte „Subventions-Korrekturfaktor von 1,29“ sei ebenso wenig nachvollziehbar, wie die eigens eingerichtete „Clearingstelle“, die nicht tage, und die nicht nachgewiesene Wirtschaftlichkeit der einzelnen Windkraftanlagen.

Der Nutzen der Mensch, Tier und Natur gefährdenden Anlagen werde wohl auch deshalb nicht nachgewiesen, „weil es ihn nicht gibt“, verdeutlichte Geisinger seine harsche Kritik. All diese Kosten gingen letztlich zu Lasten der Bürgerinnen und Bürger.

Der Einladung zur immerhin 80. Donnerstags-Demo der agilen Bürgerinitiativen aus dem Überwald, die sich als Vorreiter der Odenwälder Gegenwind-Bewegung verstehen, war zwar von Politikerseite kaum jemand gefolgt. Vielmehr hatten sich aber einmal mehr über 70 unermüdliche Demonstranten eingefunden, die mit Trillerpfeifen, Trommeln und Ratschen lautstark auf ihr Anliegen für einen windkraftfreien Odenwald aufmerksam machten.

Demonstrationsleiter Udo Bergfeld zeigte sich enttäuscht, dass die meisten eingeladenen Landtagsabgeordneten, Landräte und Bürgermeister aus Südhessen es noch nicht einmal fürnötig erachtet hatten auf die Einladung zu antworten bzw. den Termin abzusagen und nannte dieses Verhalten „respektlos“.

Lob hingegen zollte Standortbürgermeister Dr. Sascha Weber den Demonstranten für deren „Standfestigkeit,solange durchzuhalten“ und beglückwünschte die Bürgerinitiativen zu deren 80. Veranstaltung.

Einmalmehr wenig Antworten habe das Regierungspräsidium (RP) in Darmstadt aktuell für die Infrage stehende Standfestigkeit des „Windrades 3“ am Standort Stillfüssel in Wald-Michelbach. So müsse man sich aktuell mit der wenig aussagekräftigen Antwort des Betreibers Entega (Darmstadt) zufrieden geben „augenscheinlich ist alles in Ordnung“.

Bezüglich des gerade einmal ein Dreivierteljahr alten, vom RP genehmigten Teilbebauungsplan für Erneuerbare Energien (TPEE) der Gemeinde Wald-Michelbach kritisierte Weber, dass im jetzt zur Abstimmung vorgelegten TPEE Südhessen plötzlich andere Grundlagen gelten sollen, „während die seither festgelegten Grundlagen ignoriert werden, ohne die Fakten zur Kenntnis zu nehmen“.

Sollte der TPEE von der Regionalversammlung Südhessen wie in der RP-Vorlage beschlossen werden, kündigte der Wald-Michelbacher Bürgermeister Überlegungen an, mit dem Odenwaldkreis gemeinsame Klage gegen den TPEE zu erheben.

„Aktuell setzt bei vielen Politikern der Verstand aus wie in einer schlimmen Phase unserer Geschichte“, kritisierte auch der frühere Landrat des Odenwaldkreises, Horst Schnur die derzeitige „Energiewende-Politik“ in Deutschland. „Im Konfliktfalle ist hier ziviler Ungehorsam erforderlich, wenn eine Verwaltung nicht mehr die Bürgerinteressen vertritt. Das alles macht uns wütend und darf nicht mit einem Lächeln hingenommen werden. Argumentativ bin ich immer an Eurer Seite“, sagte Schnur.

Musikalisch umrahmt wurde die 80. Donnerstags-Demo Jeanne Kloepfer mit ihrem selbst getexteten Song >Selber denken ist Pflicht!< und dem Fazit: „Seid ehrlich, Ihr scheinheilige Bagage: Um Geld geht’s, um Macht, und nicht um Courage! Es kostet zu viel und gibt kaum Energie, drum fordern wir Klarsicht, satt Hysterie.“

Und eine Gesangsgruppe aus der BI intonierte die eigens auf die Energiewende umgetextete Hessen-Hymne.

Dank sagten BI-Mitstreiter ihrem Organisationsleiter Udo Bergfeld abschließend mit kleinen Präsenten, darunter einer eigens von Jeanne Kloepfer erstellten gerahmten Collage.

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