Vorrangflächen: Odenwald weiter stark belastet!

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Vorrangflächen für Windkraft: Mittelhessen entlastet – Odenwald weiter stark belastet

Während die mittelhessische Region um Wölfersheim über Entlastung bei den Plänen des Regierungspräsidiums Darmstadt und des Regionalverbands FrankfurtRheinMain zu Windkraftvorrangflächen frohlockt, sind die Bewohner des Odenwaldes entsetzt über eine auch weiterhin starke Belastung durch Windkraftanlagen.

von: er, 11. November.2018

Auch im neuen >Teilplan Erneuerbare Energien< des Flächennutzungsplanentwurfs, der vom Regierungspräsidium Darmstadt jetzt dem Regionalverband FrankfurtRheinMain als Beschlussvorlage für die Verbandskammer vorgelegt wurde, ist der Odenwald stark mit Windkraft-Vorrangflächen belastet, so wie hier in einer Fotomontage dargestellt im Gebiet Katzenwinkel bei Beerfelden…

… oder das hier ebenfalls als Fotomontage dargestellte Gebiet im Raum Oberschönmattenwag bei Wald-Michelbach.

Der für die Gemeinde Wald-Michelbach inzwischen vom RP genehmigte regionale Teilplan, der sich auf das bereits mit Windkraftanlagen bebaute Gebiet Stillfüssel beschränkt, wäre mit Rechtskraft des jetzt vorgelegten RP-Entwurfs damit ebenso hinfällig, wie sich die Klage der Odenwaldkreis-Kommunen gegen den vom RP abgelehnten gemeinsamen Teilplan für Windkraftvorrangflächen erledigt hätte.

Während die mittelhessische Region um Wölfersheim über Entlastung bei den Plänen des Regierungspräsidiums Darmstadt und des Regionalverbands FrankfurtRheinMain zu Windkraftvorrangflächen frohlockt, sind die Bewohner des Odenwaldes entsetzt über eine auch weiterhin starke Belastung durch WindkraftanlagenSÜDHESSEN / ODENWALD. – Im Wetteraukreis und insbesondere in und rund um Wölfersheim jubilieren die Bewohner: Die vom Regierungspräsidium (RP) Darmstadt und dem Regionalverband FrankfurtRheinMain der Verbandskammer jetzt vorgelegte Beschlussempfehlung zum Flächennutzungsplan mit Vorrangflächen für Windkraftanlagen entlastet diese Region deutlich.

Wesentlich anders sieht es dagegen im Odenwald aus. Während alle geplanten Vorrangflächen um den Wölfersheimer Ortsteil Wohnbach in den neusten Planungen komplett entfallen, und die Fläche zwischen Melbach, Södel, Wisselsheim und Rödgen „aus Naturschutzgründen um mehr als die Hälfte verkleinert werden muss“ (siehe FACT-Bericht unter: www.de-fakt.de/bundesland/hessen/wetteraukreis/details/?tx_ttnews), sind die Vorrangflächen im südhessischen Bereich und hier insbesondere im Odenwald nur unwesentlich verkleinert worden.

Naturschutz und Kulturerbe Burg Münzenberg haben Windkraftgebiet gestoppt

Naturschutzgründe und insbesondere auch die in Sichtweite gelegene Burg Münzenberg haben das seit 2014 im „Teilplan erneuerbare Energien“ des Flächennutzungsplanentwurfs vorgesehene große Gebiet zwischen Wölfersheim, Münzenberg und Rockenberg gestoppt.

Alleine dieses Gebiet umfasste über 38% der gesamten für Rhein-Main vorgesehenen Windvorrangflächen. Nachdem das Gebiet zunächst reduziert wurde, fällt es nun komplett weg. Dagegen werden im neuen Planentwurf die Vorrangflächen im Odenwald lediglich um 314,8 ha von ursprünglich vorgesehenen 3.544,8 ha auf nunmehr 3.230 ha reduziert.

Insgesamt umfassen die Vorrangflächen der Planungsregion Südhessen außerhalb des Regionalverbandes 11.117 ha. Im Gebiet des Regionalverbandes sind 1.396,9 ha, somit insgesamt 12.513,9 ha für Vorrangflächen im Planentwurf enthalten.

Mindestens rund 320 Windräder könnten im Odenwald entstehen

Regional am stärksten belastet werden dabei der Odenwaldkreis und Teile des Landkreises Darmstadt-Dieburg im südöstlichen Bereich von Groß-Umstadt bis Rothenberg, sowie größere Abschnitte im benachbarten Landkreis Bergstraße zwischen Reichelsheim, Lindenfels, Fürth, Grasellenbach und Rimbach sowie rund um Wald-Michelbach und Hirschhorn/Neckarsteinach.

Auf diesen Odenwald-Vorrangflächen könnten gemäß der Faustregel (mindestens 1 Windrad pro 10 ha Fläche) mindestens rund 320 Windräder entstehen.

Unberücksichtigt bleiben darüber hinaus noch angrenzende Vorrangflächen in den südhessischen Nachbarkreisen Rhein-Neckar (Baden-Württemberg), Aschaffenburg und Miltenberg-Obernburg (Bayern), die in grenznahen Bereichen die Gesamtbelastung mit Windrädern noch deutlich erhöhen können.

Gemeinsamer Regionalplan der Odenwald-Kommunen wertlos

Sofern dieser Regionalplan Rechtskraft erlangt, wären sowohl der derzeit noch vor dem Verwaltungsgerichtshof in Kassel beklagte, vom RP Darmstadt abgelehnte gemeinsame >Teilplan erneuerbarer Energien< der Städte und Gemeinden des Odenwaldkreises mit deutlich weniger Vorrangflächen für Windräder, als auch der vom RP bereits genehmigte entsprechende Teilplan für die Gemeinde Wald-Michelbach bedeutungslos.

„Auch massive Proteste, fachlich versiert vorgetragene Fakten und gutachterlicher Stellungnahmen in den unterschiedlichsten Bereichen (Naturschutz, Denkmalschutz, Trinkwasserschutz, Landschaftsschutz usw.)“ hätten die Vergrößerung der Vorrangflächen nicht verhindern können, sagt René Rock, FDP-Fraktionschef im hessischen Landtag.

„Sogar Flächen, die im Rahmen von Genehmigungsverfahren bereits intensiv untersucht und dann abgelehnt wurden (z.B. „Hohe Wurzel“), wurden erneut als Vorranggebiete ausgewiesen.“ Am Freitag, 14. Dezember, wird die Regionalversammlung Südhessen über die Gültigkeit dieser Vorrangflächen abstimmen.

FDP-Fraktionschef René Rock lädt zur Besprechung nach Wiesbaden ein

Deshalb lädt René Rock für Dienstag, 20. November, 14.30 Uhr in den Hessischen Landtag (Raum 510W) nach Wiesbaden ein, „um hier die Ergebnisse im Einzelnen (auch bezogen auf die einzelne Vorrangfläche) zu besprechen und unsere Pläne für das weitere Vorgehen darzustellen“.

Dabei seien auch mehrere Vertreter der FDP-Fraktion in der Regionalversammlung Südhessen anwesend, um weitere Argumente aufzunehmen, die für die Sitzung der Regionalversammlung am 14. Dezember von Bedeutung sein könnten. „Deshalb ist für uns eine möglichst breite Unterstützung durch die Bürgerinitiativen wichtig.“

Wichtiger Hinweis: Aus Sicherheitsgründen müssen sich alle Besucher seit dem 1. September schriftlich bei der Landtagsverwaltung anmelden. Deshalb ergeht die Bitte an alle Interessenten, sich kurz und verbindlich namentlich anzumelden. Außerdem ist es notwendig einen Lichtbildausweis an der Pforte zu hinterlegen, um Zugang zum Landtag zu bekommen.

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