Vogelsbergkreis: Brutplatzstörer stellt sich der Polizei!

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Vogelsbergkreis: Baumklopfer stellt sich Polizei

Der 37-jährige Marburger streift den Baum mit einem Stock ab. Screenshot: Dickel

Landkreis Vogelsberg, 25. Juli 2018

VOGELSBERGKREIS – (cdc). Der mutmaßliche Baumklopfer im Bastwald bei Brauerschwend hat sich den Behörden gestellt. Es handelt sich um einen 37-Jährigen aus Marburg, bestätigt der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Osthessen in Fulda, Christian Stahl. Gegen den Betroffenen werde jetzt ein Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen des Verstoßes gegen Paragraf 44 des Bundesnaturschutzgesetzes eingeleitet. „Die Ermittlungen stehen erst am Anfang. Wir müssen zunächst noch weitere Verfahrensbeteiligte dazu befragen“, sagt Stahl.

Unsere Zeitung hatte am 7. Juli über ein Video einer Wildkamera berichtet, das einen mutmaßlichen Gutachter zeigt, der an Habitatbäumen klopft, um Greifvögel zu vertreiben, damit der Bau von Windkraftanlagen genehmigungsfähig wird. Das besagte Video habe die Polizei mittlerweile übergeben bekommen. „Wir haben es gesehen und gesichtet“, ergänzt Stahl.

Das Studio Fulda des Hessischen Rundfunks hatte am Dienstag in seiner Nachrichtensendung berichtet, dass der Gesuchte bei der Polizei Stellung nehmen wolle, und Umweltgutachter bei einem Windenergieunternehmen sei.

Gegenüber dem HR habe der Mann sein Vorgehen bedauert und gesagt, dass es ihm nicht darum gegangen sei geschützte Tierarten bewusst zu stören. Der Vogelschutzbeauftragte des Vogelsbergkreises, Förster Axel Rockel, hatte gegenüber unserer Zeitung erläutert, dass jeder naturschutzfachliche Ausgebildete genau wisse, wie er sich zu verhalten habe.

Laut Bundesnaturschutzgesetz könnte das Handeln des 37-Jährigen eine Geldbuße zwischen fünf Euro und 50 000 Euro nach sich ziehen.

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