Vielbrunn: Offener Brief H.-J. Büchs an Landrat Matiaske

http://www.de-fakt.de/bundesland/hessen/odenwaldkreis/details/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=3507&cHash=e5b761ca3bd4fd2c64db6b13bd3cbbd9

Trinkwasserversorgung der Vielbrunner und Würzberger Bevölkerung gefährdet?

Gibt es mit Beginn der Baggerarbeiten für das Fundamenet der Windkraftanlage (WKA) 2 im Felgenwald bei Vielbrunn bereits erste Verstöße gegen die umfangreichen Bauauflagen?

VIELBRUNN. – In einem offenen Brief wendet sich der Vielbrunner Bürger Hans-Joachim Büchs nach den Beginn der Baggerarbeiten für das Fundamenet der Windkraftanlage (WKA) 2 im Felgenwald bei Vielbrunn an die Untere Wasserbehörde des Odenwaldkreises und Landrat Frank Matiaske. Der Brief hat folgenden Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Bergmann, sehr geehrter Herr Thüringer,                                                                      sehr geehrter Herr Landrat Matiaske,

als Bürger des Odenwaldkreises bin ich schier entsetzt, dass heute die Baggerarbeiten für das Fundament der WKA 2 im Felgenwald begonnen haben, ohne Benennung von Verantwortlichen (sowohl Projektleiter, wie auch der zuständigen Prüfbehörde). Seit dem 30.09.2017 warte ich hier auf eine Antwort, da der VGH in Kassel in seinem Urteil zur Aufhebung des Baustopps auf die umfangreichen Bauauflagen verwiesen hat.

Gerade die genehmigte Baustelle und die beiden zu errichtenden Fundamente (ca. 3 bis 5 m tiefer Aushub) liegen in der 300 bis 600 m Zone des ehemaligen Sprengplatzes Boxbrunn. Hier wurden über 10.000 t Wehrmachtsmunition bis Anfang der 1950er-Jahre unsachgemäß entsorgt / gesprengt. Trotz einer vorausgegangenen Sondierung, kann nicht abschließend davon ausgegangen werden, dass in tieferen Schichten noch beschädigte Kampfmittel liegen und durch die Baggerarbeiten nun endgültig freigelegt werden.

Ferner wurden 2 bis zu 400 m Tiefe Störungszonen im Baugebiet nachgewiesen. Insbesondere durch die bestehende Klüftigkeit des Buntsandsteins ist ein Eindringen in das Grundwasser nicht auszuschließen.

Dies hätte dann unmittelbare Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung der Vielbrunner und Würzberger Bevölkerung, da die Wasserfließrichtung westwärts zum etwa 1 km entfernten Tiefenbrunnen geht. Wer steht hier für die fahrlässige gesundheitliche Gefährdung der Bürger in Verantwortung? Wer bezahlt den kompletten Schaden bei einer möglichen Beschädigung der Wasserversorgung?

Vielbrunn hat schon einmal seine komplette Wasserversorgung durch Unachtsamkeit in den 1970er-Jahren verloren.

Bei dieser Sachlage, die aufgrund einer umfangreichen Kommunikation Ihnen bekannt sein sollte, ist es mehr als verwunderlich, dass hier keine eindeutigen behördlichen Zuständigkeiten vorliegen und Ihre Fachleute diese sehr sensiblen Arbeiten zum Schutz der Bevölkerung beobachten, um frühzeitig Gefahren abzuwenden.

Neben den beiden Fotos der Baggerarbeiten von heute habe ich auch noch meinen Schriftverkehr mit der Unteren Wasserbehörde beigefügt. Bei dieser Korrespondenz wurden Sie, Herr Landrat Matiaske, als oberster Behördenleiter in CC von mir vollständig informiert.

Damit die Zuständigkeit und die vom VGH Kassel geforderte lückenlose Dokumentation über die Einhaltung der gesamten Bauauflagen endlich erfolgt, bitte ich die Obere und die Untere Behörde hier umgehend Klarheit zu schaffen.

Da mit einem weiteren Vertrösten des Bürgers Büchs zu rechnen ist, geht diese E-Mail auch an die Öffentlichkeit über die Presse. Ein Informieren des VGH Kassel über die bisher herrschenden Ungereimtheiten behalte ich mir vor.

In diesem Sinne verbleibe ich in Erwartung eines unverzüglichen Handelns und der Beantwortung der Zuständigkeiten.

Mit freundlichen Grüssen
Hans-Joachim Büchs

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