Vernunftkraft Odenwald e.V.: Krieg gegen Landbevölkerung?

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Vernunftkraft: „Krieg gegen die Landbevölkerung?“

von Pressedienst Vernunftkraft Odenwald, 19. März 2018

Krieg gegen die Landbevölkerung?

ODENWALD. – „Im Odenwald brechen zur Zeit alle Dämme: Am Stillfüssel bei Wald-Michelbach wurden von ENTEGA und EGO fünf Windindustrieanlagen fertiggestellt, obwohl das Hauptverfahren  der staatlich anerkannten Umweltvereinigung >Initiative Hoher Odenwald e.V.< (IHO) vor dem hessischen Verwaltungsgerichtshof wegen Missachtung des Naturschutzrechts noch aussteht“, moniert der Verein >Vernunftkraft Odenwald e.V.<.

„Auch die betroffene Systelios-Klinik hatte einen Eilantrag auf Baustopp eingereicht, weil sie ihr Behandlungsmodell (Nutzung des Waldes als Therapieort für psychisch kranke Menschen) gefährdet sieht und Lärmgrenzwerte sogar nach der alten, nicht mehr gültigen Berechnungsmethode überschritten werden! Der Eilantrag dazu wurde vom Verwaltungsgericht Darmstadt abgelehnt, u. a. mit der Begründung >Der Betreiber einer an den Außenbereich angrenzenden Klinik müsse …. seinerseits auf das im Außenbereich privilegiert zulässige Windkraftvorhaben Rücksicht nehmen<.“

Link zur Pressemeldung zum Urteil: www.vernunftkraft-odenwald.de/index.php/gerichtsakten-antraege-und-urteile/

Am Kahlberg bei Grasellenbach dieselbe Situation: „Trotz eines Verfahrens, das die Gemeinde Mossautal wegen befürchteter Beeinträchtigung des Trinkwassers eingeleitet hat und welches ebenfalls der Entscheidung des VGH unterliegt, ist der Weiterbau der Windindustrieanlagen durch EnBW in vollem Gange“, sagt Peter Geisinger, Vorsitzender der Vernunftkraft Odenwald.

„Im Felgenwald bei Vielbrunn wurden die Fundamentarbeiten aufgenommen. Der VGH Kassel hatte hier den zunächst vorgegebenen Baustopp unter Erteilung strenger Auflagen aufgehoben. So wie es aussieht, spielt die Tatsache, dass dort 10.000 Tonnen Weltkriegsmunition bis Anfang der 50-iger Jahre gesprengt wurden, der Boden dadurch möglicherweise kontaminiert und der Untergrund kluftenreich ist, für die Genehmigungsbehörde keine Rolle.“

Rund um die neue Odenwaldstadt Oberzent sei bei Etzean (in unmittelbarer Nähe eines Gestüts und des denkmalgeschützten Beerfelder Galgen) sowie auf dem Finkenberg von den Projektierern Juwi und Enercon eine massive Bebauung mit Windindustrieanlagen vorgesehen. „Zum Glück wendet sich dort die Mehrheit der Stadtverordneten ebenso gegen diese Vorhaben wie die dortigen Bürgerinitiativen.

Am Greiner Eck bei Neckarsteinach (fünf Anlagen bereits in Betrieb) hat die dortige Bürgerinitiative eine Anzeige wegen Kontaminierung des Bauschotters mit Arsen, Cadmium und Zink weit jenseits der erlaubten Grenzwerte erstattet.“

Im Gebiet Mies bei Würzberg plant ENTEGA einen Windindustriepark mit fünf Anlagen im Wald (nahe dem Tierheim) der als europäisches Vogelschutzgebiet ausgewiesen ist. Dazu gibt es am Dienstag, 20. März, um 19 Uhr in der Odenwaldhalle in Michelstadt eine offizielle Informationsveranstaltung der Stadt. „Die dort voraussichtlich verwendeten Argumente sollten Sie sich nicht entgehen lassen“, empfiehlt Geisinger.

In Reichelsheim wurde von der Gemeinderatsversammlung die Verlegung der Kabeltrasse vom Kahlberg durch Reichelsheimer Wald im November 2017 zunächst abgelehnt. „Nachdem dort die Windkraftlobby in Gestalt des stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden – der Mitglied im Bundesverband Windenergie ist – vermutlich ganze Arbeit geleistet hat, wurde dieser Beschluss erneut auf die Tagesordnung gesetzt und Anfang Februar der Trassenführung durch Reichelsheimer Wald zugestimmt. Im Gebiet Stotz und Rang bei Reichelsheim laufen bereits Vorerkundungen für die Errichtung von weiteren Windindustrieanlagen.“

Diese Vorgänge seien nur noch als „Krieg gegen die Bevölkerung des Odenwaldes“ zu verstehen. „In der Wiesbadener Staatskanzlei und im Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung hat die angebliche Weltrettung durch Windkraftausbau absoluten Vorrang vor dem Erhalt der Umwelt der dort lebenden Menschen und dem Schutz von Natur und Landschaft.“

Da helfe es nicht viel, wenn der grüne Minister Al Wazir den Landrat des Odenwaldkreises Frank Matiaske besuche und mit ihm über den Ausbau der B45 und die Elektrifizierung der Odenwaldbahn konferiere. „Über Windkraft wurde übrigens auch gesprochen – ohne dass dazu Details an die Öffentlichkeit gelangten. Ein Deal – Ausbau der B 45 gegen ein paar mehr Windräder – wäre die schmutzigste vorstellbare Variante.

Sicher kann man gegen Genehmigungen klagen, wenn man das nötige Kleingeld hat. Der Ausgang ist aber immer ungewiss. Recht haben und Recht bekommen sind nicht dasselbe. Deshalb empfehlen wir dringend das Studium der Parteiproramme für die hessische Landtagswahl im Oktober 2018.“..

 

 

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