Schönbrunn/Hebert: Vorranggebiete schrumpfen!

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Windkraft in Schönbrunn

Vorranggebiete schrumpfen

Windräder sollen tausend Meter von Wohnhäusern abrücken – Am Hebert bleiben noch 114 Hektar Fläche

Der Hebert-Höhenrücken hinter Schwanheim. Archiv-Foto: Stefan Weindl

von Marcus Deschner, 23. Mai 2018

Schönbrunn. Windenergie die Nächste: Das äußerst umstrittene Thema beschäftigte erneut den in Allemühl tagenden Gemeinderat.

Konkret ging es um die Aufstellung des einheitlichen Regionalplans Rhein-Neckar und dabei um den Teilregionalplan Windenergie. Die Information über die Behandlung der Stellungnahme im Rahmen der zweiten Anhörung, die dritte Anhörung und dritte Offenlage kamen ebenso zur Sprache wie die Information über die Stellungnahmen der Öffentlichkeit und Träger öffentlicher Belange.

Bauamtsleiter Karl Wilhelm informierte über den in der Versammlung des Regionalverbandes getroffenen Beschluss. Demnach nahm diese die Stellungnahmen der Verwaltungsgemeinschaft Eberbach-Schönbrunn zu den als Vorranggebiete geplanten Flächen „Hebert“ und „Augstel/Markgrafenwald“ zur Kenntnis. Gegenüber den bisherigen Überlegungen soll im Rahmen der dritten Anhörung und Offenlage des Teilregionalplans Windenergie für den gesamten Planungsraum ein einheitlicher Abstand von tausend Metern von Vorranggebieten zu Wohnbauflächen und Flächen gemischter Nutzung im Innenbereich eingehalten werden.

Daher solle das „Vorranggebiet Hebert“ im weiteren Verfahren des Teilregionalplans Windenenergie aufgrund der erhöhten Abstandserfordernisse zu Neckarwimmersbach von ursprünglich 128 Hektar auf künftig 114 Hektar verkleinert werden.

Und zu „Streusiedlungen“, „Siedlungssplittern“ und Einzelhäusern im Außenbereich solle der Abstand auf 600 Meter erhöht werden. „Bei einem Abstand der dreifachen Gesamthöhe einer Windenergieanlage, die aktuell etwa bei 200 Metern liegt, ist nach der Rechtsprechung generell zu erwarten, dass keine optisch bedrängende Wirkung von den Anlagen ausgeht und die Immissionsrichtwerte eingehalten werden können“, heißt es dazu in der Abwägung des Regionalverbandes. Vor diesem Hintergrund werde das „Vorranggebiet Waldbrunn, Eberbach/Markgrafenwald“ im weiteren Verfahren von 145 auf künftig 126 Hektar verkleinert.

Widerspruch gegen die vom Regionalverband beschlossene Abwägung zur Stellungnahme der Gemeinde Schönbrunn kam von Karin Koch, Ingo Kreutzer und Gunter Kirschenlohr (alle CDU). Koch wurde in ihrem Beitrag geradezu poetisch, sprach von „Landesfürsten“. Die hätten in ihrer ersten Euphorie „Pilotanlagen gebaut, um dann im Echtbetrieb festzustellen, dass fiktiver Wind eben keine Rotoren bewegt“.

Ergo: „Der Kaiser ist nackt, genauso ist diese Vorlage zu werten“, fällte die Juristin ein vernichtendes Urteil. Deswegen habe sich für die Fläche auf dem Hebert immer noch kein Investor gefunden, mutmaßte sie.

Man kämpfe bei dem Thema allerdings im wahrsten Sinne gegen Windmühlenflügel. „Ein Windrad, das auf 300 Meter Höhe nochmals 250 Meter drauflegt, soll das Neckartal schöner machen?“, empörte sich Ingo Kreutzer. Er rechnete vor, dass auf diesem Gebiet jährlich höchstens 1800 „Volllaststunden“ zu erreichen seien.

Die Wirtschaftlichkeit beginne aber erst bei 2000 Stunden. Dies habe sogar der Bundesverband Windenergie bestätigt. Zudem bemängelte er, dass auf dem Hebert „keine echten Messungen“ stattgefunden hätten. „Die dortigen Berechnungen sind nur Lug und Trug.“

 

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