Reichelsheim: Bericht zur Info-Veranstaltung am 6. Juni!

http://www.echo-online.de/lokales/odenwaldkreis/reichelsheim/koennen-windraeder-krank-machen_18837342.htm#

Können Windräder krank machen?

Ob Windräder wie hier die der kommunalen Gemeinschaft im Odenwaldkreis gehaltene Einzelanlage am Hainhaus bei Breitenbrunn krank machen, wurde nun bei einer Großveranstaltung der Anlagengegner in Reichelsheim erörtert. Die dort gegebene Antwort firl eindeutig mit Ja aus. Archivfoto: Guido Schiek

von Gerhard Grünewald, 12. Juni 2018

ALTERNATIVE ENERGIEN Interessengemeinschaft gegen weiteren Ausbau im Odenwald lässt Fachleute zu Wort kommen

REICHELSHEIM – Wenn sich gegen den Bau von Windrädern im Odenwald erheblicher Widerspruch vor allem aus der Bürgerschaft artikuliert, beruht das auf den verschiedensten Bedenken. Neben der Sorge um Landschaft, Natur und Lebensqualität treibt viele dabei auch die Angst um die eigene Gesundheit um, wie sich nun in der Reichelsheimer Reichenberghalle zeigte: Die Interessengemeinschaft Windfreier Odenwald mobilisierte rund 350 interessierte Besucher für ihren Themenabend zu den Auswirkungen von Infraschall auf Mensch und Tier.

Ihre Einschätzungen dazu gaben der Mediziner Dr. Eckhard Kuck (Bad Orb), und der Umweltökonom Dr. Joachim Weimann (Magdeburg) ab. Dabei beantwortete der Arzt die Fragestellung „Macht Windkraft krank?“ mit Ja und verwies auf zahlreiche Forschungen, welche die Beeinträchtigung des Menschen durch Infraschall belegten. Sein Co-Referent kritisierte den unzureichenden Schutz der Bevölkerung nach dem Vorsorgeprinzip und zeigte eindrücklich die Schwachstellen der derzeitigen Berechnungsverfahren und Gesetzgebungen auf.

Zum Beleg dieser Thesen schilderte ein Betroffener aus Düren seinen massiven Krankheitsverlauf, der mit dem Bau von Windkraftanlagen in der Umgebung seines Wohnorts begonnen habe. Rauschen im Kopf, Pulsationen, Kopfschmerzen, Herzrasen, Übelkeit, Konzentrations- und Schlafstörungen sowie Bluthochdruck machten ihm zu schaffen. Apothekerin Ursula Geiß-Hinz (Bad König) bestätigte, dass sich Beschwerdefälle von Bürgern aus Vielbrunn mit ähnlichen Krankheitsbildern häuften, seit die Windräder dort gebaut wurden. Ab sofort stehe hier über die von ihr geführte „Brunnenapotheke“ eine zentrale Anlaufstelle für Betroffene zur Verfügung. Umweltökonom Weimann stellte den Belastungen den Nutzen gegenüber und kam zu dem Schluss, dass dieser in keiner Relation zu den Risiken stehe. Zur Begründung sprach er dem Ausbau der Windkraft jede positive Wirkung auf den Klimaschutz ab.

Die Vorträge mündeten in eine Diskussionsrunde, bei der die Bürger auch mit dem Journalisten Jörg Rehmann in Dialog treten konnten. Er begleitet die Umsetzung der Energiewende im Odenwald seit zwei Jahren filmisch und wird im Herbst einen Dokumentarfilm darüber veröffentlichen.

Aus dem Publikum heraus formulierte Architekt Heinrich Schäfer, führender Kopf der Interessensgemeinschaft Windkraftfreier Odenwald, das Bekenntnis zur politischen Gegenwehr. In seiner Einführungsrede hatte er die Entwicklung im Kreis aufgezeigt und das auf 7804 Hektar Windkraftfläche basierende Klimaschutzkonzept als absurd zurückgewiesen. Er forderte die politisch Verantwortlichen auf, die Windkraftplanungen im Odenwald sofort aufzugeben.

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