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Von Peter Winnemöller, 29. Januar 2026
Die dritte Nordseekonferenz degradiert die Nordsee zum Generator der Anliegerstaaten. Von einem Lebensraum der Schönheit und Artenvielfalt ist nicht mehr viel übrig. Die Energiewende macht zahlreiche bisherige Erfolge zunichte.
Gastgeber für die dritte Nordseekonferenz war die Stadt Hamburg. Der Blanke Hans liegt hier direkt vor der Haustür und kommt in Gestalt einer Sturmflut alle paar Jahre mal persönlich vorbei. Ob der nächste Besuch ein Freundschaftsbesuch sein wird, darf angesichts der vergangenen Konferenz bezweifelt werden. Es sollen noch mehr Offshore-Windparks errichtet werden, die noch mehr Strom dort produzieren, wo er gar nicht gebraucht wird. Die Nordsee soll „grünes Kraftwerk“ Europas werden.
Nicht nur, dass in Deutschland eine Trasse von Nord nach Süd fehlt, die diesen Strom dorthin verfrachtet, wo er gebraucht wird, nämlich die Industrieregionen in Süd- und in Westdeutschland, wo Stahl- und Chemieindustrie ebenso wie Automobilbauer verlässlichen Strom brauchen. Dass Wind und Sonne diesen nicht liefern können, ist keine Neuigkeit. Dass sie ihn zuweilen gar nicht liefern ist auch nicht unbekannt. Es gibt einen guten Grund, warum man mit Beginn der industriellen Revolution die Wind- und Wassermühlen elektrifiziert hatte. Kein Wind, kein Mehl. Kein Wasser im Bach? Kein Brot beim Bäcker. So schlicht sind die Zusammenhänge auch heute noch. Deshalb ist auch der Windstrom aus Offshore-Anlagen auf der Nordsee einfach nicht grundlastfähig.
Windparks schlagen Naturschutz
Es ist aus den deutschen Waldregionen bekannt, dass die Energiewende den Naturschutz oft genug schlägt. Geht es um Solar- und Windkraft, kann jeder Wald abgeholzt werden. Naturschutzgebiete mit den Rotoren zu vernichten, geht allemal. Auch auf dem Land ist das Problem bekannt, dass Vögel in die Anlagen fliegen. Während wir dankenswerterweise aufgehört haben, Hähnchenküken zu schreddern, sind der Milan und andere Greifvögel vor den Rotoren der Windräder nicht sicher.
Auf der offenen Nordsee trifft das noch weitaus mehr zu. Bei schlechtem Wetter können Zugvögel sehr schnell mit den Rotoren der riesigen Windrädern kollidieren und tödlich verunglücken. Etliche Untersuchungen belegen und dokumentieren die Gefahr hinreichend. Es gibt eine Konvention, die Convention on Migratory Species, aus dem Jahr 1979, die wandernde Tierarten, darunter Zugvögel sowie wandernde Watt- und Wasservögel, unter internationalen Schutz stellen. Diese Konvention trat 1983 mit Unterstützung Deutschlands in Kraft. Sie wurde von 133 Vertragsstaaten unterzeichnet. An den Offshore-Anlagen, die ohne jede Rücksicht auf den Tierschutz gebaut werden, sieht man, dass auch in der Nordsee die ideologisch aufgeladene Energiewende den Naturschutz in den Schatten stellt…