Leserbrief zu „WOW-Effekt in vielen Farben bei Grein“

https://www.echo-online.de/lokales/bergstrasse/kreis-bergstrasse/wow-effekt-rotiert-in-vielen-farben-bei-grein_20052465

Doris Hotz aus Gammelsbach hat zum obigen Bericht des Darmstädter Echo über die dümmliche Veranstaltung am „Greiner Eck“ einen treffenden Leserbrief geschrieben.

(Veranstalter: FFW Grein, Finanzierer: Energiegenossenschaft Starkenburg, Genehmiger: Stadt Neckarsteinach)

http://www.de-fakt.de/bundesland/hessen/odenwaldkreis/details/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=5914&cHash=bfc1d275a7e0c748c312a761d71a6141

LESERBRIEF: Gedanken zum Lärmfeuer am Greiner Eck

von Doris Hotz, 4. April 2019

Eine Odenwälder Tageszeitung berichtete über die sogenannte Lärmfeuer-Veranstaltung am Greiner Eck unter dem Titel „Wow-Effekt in vielen Farben“.

Dazu ist man nur noch fassungslos und regelrecht angewidert, wenn man betrachtet, was sich am Greiner Eck am 30. März 2019 unter dem Deckmäntelchen eines sogenannten Lärmfeuers abgespielt hat.

Wo es keine Tabus mehr gibt, wo es auf einmal möglich ist, Windindustrieanlagen mitten in den Wald in ein streng geschütztes FFH-Gebiet zu stellen, da fallen anscheinend auch noch die restlichen Hemmungen!

Wie wenn die Industrialisierung des Waldes nicht schon schlimm genug wäre, nein, jetzt wird er auch noch absolut rücksichtslos als Party-Meile missbraucht!

Ein echtes „Dreamteam“ haben wir da, die Energiegenossenschaft Starkenburg als Finanzierer, die FFW Grein als Veranstalter und die Stadt Neckarsteinach als Genehmiger!

Da wird abends/nachts ein Spektakel mitten im Wald veranstaltet, mit Shuttle-Service bis zum Windrad, mit bis zu 70 Schweinwerfern mitten im Wald, Bratwurst- und Getränkestand.

Da rauscht eine Gruppe junger Menschen mit Quad und Anhänger durch den Wald, die Musik dröhnt. All das fand statt ohne jegliche Rücksicht auf die sowieso schon unglaublich geschundene Natur am Greiner Eck, mitten im FFH-Gebiet, mitten in der Brut- und Setzzeit!

Hier sind Vögel, Fledermäuse und andere wildlebende Tiere besonders störungsempfindlich, benötigen Schutz und vor allem Ruhe! Störungen führen dazu, dass die Brut bzw. der Nachwuchs aufgegeben wird.

Auch für die gerade ausgezehrt aus dem Winterschlaf erwachenden Fledermäuse ist das der Wahnsinn, da es zur Lebensraummeidung durch Licht kommt.

Nein, Herr Jost, mit dieser unfassbaren Aktion schaffen Sie es nicht, das ohnehin ramponierte Image der Energiegenossenschaft Starkenburg irgendwie wieder aufzupolieren!

Damit beweisen Sie und Ihre willigen Erfüllungsgehilfen nur ein weiteres Mal, dass Natur- und Umweltschutz für Sie Fremdworte sind und Sie gar nicht daran denken, deutsches bzw. europäisches Naturschutzrecht zu achten!

Doris Hotz
64760 Oberzent

 

3 Gedanken zu „Leserbrief zu „WOW-Effekt in vielen Farben bei Grein““

  1. Doris Hotz trifft den Nagel auf den Kopf. Hemmungslos ist aber ein eher noch milder Begriff für das, was die Windkraftbetreiber, die sich flankiert von GRÜNER politischer Macht offensichtlich in großer Sicherheit wähnen, zu Lasten der Natur veranstalten. Es ist eine Verhöhnung des Naturschutzes und derer, die sich im Zuge der Invasion dieser Industrie in das wertvolle Gebiet am Greiner Eck mit guten Argumenten zur Wehr gesetzt hatten.
    Die Veranstaltung gibt auch einen tiefen Einblick in die Haltung derer, die angeblich mit Windindustrie die Welt retten wollen: Naturverachtung in Reinform.
    Mit solchen „Event“-Machern haben sich die höchsten deutschen Naturschutz- und Umwelt-Behörden quasi verbrüdert. Das sollte jenen und uns zu denken geben.
    Siehe hier:
    https://umwelt-watchblog.de/offenbarungseid-der-hoechsten-deutschen-naturschutzbehoerde/
    und hier:
    https://umwelt-watchblog.de/platz-fuer-windkraft-uba-verraet-mensch-und-natur/

  2. Ich möchte noch einen Aspekt zu dem Light Show Firlefanz der Energiegenossenschaft Starkenburg am Greiner Eck anfügen. Es handelt sich m.M. nach um einen astreinen Versuch des „framings“. Diese Manipulationsmethode ist gerade sehr aktuell. Kurz, wer es nicht kennt: Man setzt einen umstrittenen Sachverhalt (hier: WKA Greiner Eck) in einen neuen positiven „Rahmen“. Das heißt, die Windräder sind jetzt nicht naturverschandelnde Vogelschredder und Infraschallerzeuger, sondern sie werden als Teil einer Jahrhunderte alten Odenwälder Tradition dargestellt, als deren Fortführung in die Zukunft. Früher hätte man vielleicht von einem „Imagetransfer“ gesprochen. – Ich weiß allerdings nicht, ob die Energiegenossenschaft Starkenburg diese Aktion intuitiv gestartet hat oder ob dahinter eine PR-Agentur oder Unternehmensberatung steckt. Wie auch immer, die Methode verfängt. Dass die Teilnahme/Genehmigung der Stadt Neckarsteinach an diesem Mumpitz erfolgte, das überrascht nicht. Aber bei der FFW Grein hätte man jedoch mehr Grips erwarten können, mit der Erkenntnis, die eigene Instrumentalisierung zu durchschauen.

  3. Hallo,
    vielleicht war der Lärm absichtlich provoziert, um die Tierwelt zu vertreiben und somit weiterhin sichtbare Windrad-Sclachtopfer zu verhindern! Eine rührende Geste!!!
    Besser wäre keine Windindustrie im Wald; besonders im Odenwald, nachdem immer mehr Nachteile der „Übergangslösung Windindustrie“ bekannt werden!

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