Energiewende:
Industrie spart acht Milliarden Euro an Stromkosten
Die größten Stromschlucker Deutschlands wurden nach SPIEGEL-Informationen 2017 in Milliardenhöhe subventioniert – auf Kosten einfacher Verbraucher. Der Kohleausstieg könnte dieses Ungleichgewicht noch vergrößern.
von Stefan Schultz, 7. Februar 2019
Die deutsche Industrie hat 2017 rund acht Milliarden Euro Entlastung auf ihre Stromrechnung erhalten. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervor, die dem SPIEGEL vorliegt.
Gleich acht verschiedene Privilegien helfen den Unternehmen demnach, ihre Energiekosten zu drücken. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Oliver Krischer, spricht von einem „Subventionsdschungel“.
Zu den privilegierten Firmen gehören neben vielen mittelständischen Unternehmen unter anderem Konzerne wie ThyssenKrupp, ExxonMobil, Knauf, HeidelbergCement und die Deutsche Bahn.
Die begünstigten Firmen leisten unter anderem einen geringeren Beitrag zum Ausbau der erneuerbaren Energien und zahlen geringere Gebühren für den Erhalt und Neubau von Stromnetzen. Haushalte und nicht privilegierte Unternehmen müssen dies mit höheren Aufschlägen auf ihre Stromrechnung gegenfinanzieren…