Archiv der Kategorie: Artikel

Bald auch bei uns? Stromausfall rund um Lübeck

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Wilhemsfeld: Die Odenwälder WKA-Gegener geben nicht auf

https://www.rnz.de/nachrichten/metropolregion_artikel,-protestwanderung-bei-wilhelmsfeld-die-odenwaelder-windkraftgegner-geben-nicht-auf-_arid,355739.html

Protestwanderung bei Wilhelmsfeld

Die Odenwälder Windkraftgegner geben nicht auf

Demonstranten zogen zum Weißen Stein – Auch dort ist ein Standort für Windkraftanlagen vorgesehen

Foto: Katzenberger-Ruf

von Karin Katzenberger-Ruf, 2.Mai 2018

Dossenheim/Schriesheim. “Erst ignorieren sie dich, dann belächeln sie dich, dann bekämpfen sie dich – und dann gewinnst du”: An diese Lebensweisheit des indischen Widerstandskämpfers Mahatma Ghandi (1869-1948) hält sich der Verein “Lebenswerter Odenwald”. Die Windkraftgegner aus Heiligkreuzsteinach und Wilhelmsfeld veranstalteten am Samstag zusammen mit der Bürgerinitiative “Rettet den Odenwald” eine Protestwanderung gegen Windräder vom Langen Kirschbaum zum Weißen Stein. Auf Bannern war das “Nein” gegen eine ihrer Meinung nach weitere Verschandelung der Kulturlandschaft im Odenwald mit all ihren Folgen gleich dreifach zu lesen.

Die Windkraftgegner geben nicht auf. Und doch scheinen sie derzeit eher einen aussichtslosen Kampf gegen Behörden und Entscheider zu führen. Irgendwie erinnert dass an Don Quijote, den Ritter von der traurigen Gestalt, der als Romanfigur des beginnenden 17. Jahrhunderts Windmühlen als Feinde ansah. Dass Windkraftanlagen von etwa 200 Metern Höhe zur “Schredderanlage” für Vögel wie Schwarzstorch, Rotmilan und Feldermaus werden könnten, war schon bei vielen Veranstaltungen ein Thema. Für Richard Leiner von der Bürgerinitiative “Retter den Odenwald” ist es nach wie vor ein “Irrsinn”.

Ihn entsetzt vor allem das Desaster bei der vorläufigen Ausweisung neuer Standorte, bei denen Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen entgegen des Staatsvertrags nicht zusammen arbeiten. Stattdessen gibt es seiner Schilderung nach drei Regionalpläne, die sich überlappen und miteinander konkurrieren. Bei der Kundgebung auf dem Weißen Stein mit anschließendem Vortrag und Diskussion in der Höhengaststätte stellte er nochmals klar, das die Gegner der Windkraftanlagen im Odenwald, im restlichen Baden-Württemberg und in ganz Deutschland nicht so schnell aufgeben werden: “Bundesweit sind das rund 1000 Gruppierungen. Mehr Bürgerprotest gibt es auf keinem anderen Gebiet”, so Leiner…

Eberbach: BI sieht Mehrheit gegen WKA am Hebert!

https://www.rnz.de/nachrichten/eberbach_artikel,-eberbachschoenbrunn-windkraft-kritiker-sehen-mehrheit-gegen-den-hebert-_arid,357150.html

Windkraft-Kritiker sehen Mehrheit gegen den Hebert

An ihrem Info-Stand auf dem Leopoldsplatz wiesen Aktive auf Stimmungswandel bei der CDU hin

Eberbach, 07.05.2018, 17:00 Uhr

Dem direkten Meinungsaustausch mit den Bürgern stellten sich Vertreter der Windradstandortgegner-Initiativen aus Eberbach und Schönbrunn am Infostand. Foto: Nolten-Casado

Eberbach. (bnc) Hochzufrieden über die Resonanz der Passanten zeigten sich die Mitglieder der windkraftkritischen Bürgerinitiativen aus Eberbach und Schönbrunn. An einem Infostand auf dem Leopoldsplatz hatten sie am vergangenen Samstag über den geplanten Windkraftausbau im Odenwald informieren und mit Bürgern darüber ins Gespräch kommen wollen.

Ein Anliegen von “Bürger für Bürger” Eberbach, und “Bürgerinitiative Schönbrunn” war dabei, ihre Gesprächspartner auf die Möglichkeit aufmerksam zu machen, sich noch bis Ende Mai per Brief oder E-Mail zum Teilregionalplan Windenergie der Metropolregion Rhein-Neckar zu äußern. Die Bürger können auch Anregungen dazu einsenden, um so den Bau weiterer Windkraftanlagen im Odenwald zu verhindern. Bereits ausformulierte Stellungnahmen konnten zu Informationszwecken gleich mitgenommen werden.

Außerdem ging es den Windkraftkritikern um den Flächennutzungsplan auf Gemeindeebene, wie von Marion Hack aus Schönbrunn zu erfahren war.

Gemeinsam mit Willi Fischer, Reinhard Becker, Reinhard Zettel und Willi Mann aus Schönbrunn sowie Claudia Mudra und Bettina Greif aus Eberbach stand sie am Infostand allen Interessierten zu den Argumenten der Windrad-Standortkritiker Rede und Antwort. Drei Kilometer Abstand von Wohngebieten forderten Wissenschaftler für die Standorte von Windkraftanlagen, informierte zum Beispiel Willi Fischer.

Diese würden in Baden-Württemberg nicht eingehalten, was Gesundheitsrisiken für die Bevölkerung mit sich bringe. Auch an der Wirtschaftlichkeit der Anlagen haben die Bürgerinitiativen ihre Zweifel: “Ohne Speicherfähigkeit macht es keinen Sinn, den Odenwald zu zerstören”, so Marion Hack. Das Meinungsbild in der Bevölkerung habe sich in den vergangenen Monaten deutlich verändert, konnte sie den Gesprächen mit Passanten entnehmen. “Die überwiegende Mehrheit ist inzwischen gegen den Ausbau der Windenergie.”

Was die Planungen für den Bau eines Windparks auf dem Hebert zwischen Eberbach und Schönbrunn betrifft, so setzen die örtlichen Windkraftkritiker ihre Hoffnungen nun auf die Sitzung des Eberbacher Gemeinderats am 17. Mai…

Eberbach: CDU will WKA auf dem Hebert stoppen

https://www.rnz.de/nachrichten/eberbach_artikel,-windkraft-in-eberbach-cdu-will-anlagen-auf-dem-hebert-stoppen-_arid,355018.html

Windkraft in Eberbach

CDU will Anlagen auf dem Hebert stoppen

Hunderte Stellungnahmen zum Teilflächennutzungsplan: Windkraftdiskussion am Wendepunkt

Verzwackt ist die Windkraftdiskussion in Eberbach derzeit: Ohne Gutachten geht es nicht mehr voran. Die CDU will aus den Planungen für den Hebert aussteigen. Foto: dpa

von Christofer Menges, 28. April 2018

Eberbach. Die Diskussion um die Windkraft in Eberbach könnte bald an einen entscheidenden Punkt kommen. Derzeit laufen mehrere Planverfahren. Beim Teilflächennutzungsplan, mit dem die Stadt gemeinsam mit Schönbrunn die Hand drauf haben will, wo um Eberbach herum Windräder gebaut werden, geht es nach derzeitigem Stand nur weiter, wenn umfangreiche Gutachten eingeholt werden. Um Gutachterkosten zu sparen, hofft die Stadt wiederum auf einen Investor, der die nötigen Expertisen, wenn er schon Millionen investieren will, frei Haus liefert. Doch bei der im vorigen Sommer vom Gemeinderat in Auftrag gegebenen Suche nach einem Investor für den Hebert geht es kaum voran. Die CDU will die Vermarktung des Heberts nun ganz einstellen.

Am Donnerstag wurden im Gemeinderat die Stellungnahmen von Bürgern und Institutionen zu den vier übrig gebliebenen Konzentrationszonen auf dem Hebert, dem Augstel, der Hohen Warte und bei Brombach vorgestellt. Rund 800 Stellungnahmen gingen laut Bauverwaltungsleiter Karl Emig ein. Etliche gleich lautende habe er zusammengefasst, so dass 300 von Bürgern übrig blieben und 57 von Behörden, Verbänden und Unternehmen. Das reicht vom Regierungspräsidium Darmstadt über das Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr bis zur Industrie- und Handelskammer Rhein-Neckar und zum Verein Gesundheit und Naturschutz Südlicher Odenwald.

Inhaltlich sind die Einwände und Anregungen ähnlich umfangreich: Da spielen das Segelfluggelände in Rothenberg eine Rolle, Richtfunkstrecken, Hubschraubertiefflugkorridore, Abstände zur Bahnlinie, Bedenken wie Schall, Schattenwurf, Diskoeffekt und Eiswurf, die das Gesundheitsamt anführt. Es sind Vogelschutzgebiete betroffen und Flora-Fauna-Habitate (FFH). Alle vier möglichen Konzentrationszonen liegen im Landschaftsschutzgebiet, einige in Wasserschutzgebieten. Es geht um Abstände zu Wohnhäusern, zwischen den Windparks und einiges mehr.

Die Bürger, sie sich beteiligt haben, haben noch ganz andere Bedenken: Natur-, Landschafts- und Artenschutz für Tiere vom Auerhuhn bis zur Zauneidechse, Waldbrandgefahr, Trinkwassergefährdung, Auswirkungen auf Tourismus und Immobilienwerte, die Beeinträchtigung von Kulturdenkmälern wie Kirchel, Burg Stolzeneck oder Zwingenberger Schloss, Gesundheitsgefahren, auch die Wirtschaftlichkeit wird mit Verweis auf zu schwachen Wind im Odenwald in Frage gestellt.

Das Mosbacher Ingenieurbüro IFK hat die Anregungen und Einwände auf zwölf Seiten zusammengefasst und daraus Handlungsempfehlungen für die weitere Planung entwickelt. Die meisten davon sehen weitere Gutachten vor. Erforderlich sei eine Änderung der Landschaftsschutzgebietsverordnung.

Die wird vom Landratsamt laut Emig kritisch gesehen, obliege letztlich aber den Gemeinden. Dazu werden von den Ingenieuren ein hydrologisches Gutachten, eins zur Betroffenheit von Grund-und Trinkwasser in Wasserschutzgebieten, Sichtbarkeitsanalysen, eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung und eine FFH-Verträglichkeitsprüfung empfohlen, unter Umständen auch ein Schallgutachten. Durch Gutachter sollen zudem einige der bereits vorhandenen Gutachten überprüft werden, insgesamt 16 an der Zahl.

Die Gutachterkosten sind einer der Knackpunkte, wie es nun weitergeht. Die Überlegung seitens der Stadt: Wenn ein Investor auf dem Hebert Windräder bauen wollen würde, müsste er ohnehin die Gutachten anfertigen lassen, die auch für die weitere Flächennutzungsplanung notwendig wären. Nur kommt das “Interessebekundungsverfahren”, mit dem solch ein Investor gefunden werden sollte, nur schleppend voran. Nun ist nach den ohnehin schon aufgelaufenen Verzögerungen auch noch die Zuständigkeit für das Verfahren vom nach Bruchsal gewechselten Stadtjustiziar an Stadtbaumeister Steffen Koch übergegangen. Koch trifft sich nächste Woche mit der Kommunalberatung zu weiteren Gesprächen.

Die CDU stellte am Donnerstag indes den Antrag, die Vermarktung des Heberts ganz zu stoppen, sowohl aus wirtschaftlicher Sicht als auch um personelle Ressourcen zu schonen…

Michelstädter ÜWG gegen Beteiligung an “Windprojekt”!

http://www.echo-online.de/lokales/odenwaldkreis/michelstadt/michelstaedter-uewg-gegen-kommunale-beteiligung-am-wuerzberger-windpark_18710915.htm

Michelstädter ÜWG gegen kommunale Beteiligung am Würzberger Windpark

27. April 2018

MICHELSTADT – (jös). Die ÜWG-Fraktion in der Michelstädter Stadtverordnetenversammlung lehnt die Verpachtung kommunaler Flächen für den bei Würzberg geplanten Windpark ab. Mit dieser Positionierung, unterzeichnet von Fraktionsvorsitzendem Tobias Robischon und dem ebenfalls dem Parlament angehörenden Würzberger Ortsvorsteher Manuel Dingeldein, haben sich die Überparteilichen zu Wort gemeldet. Bürgermeister Stephan Kelbert hatte, wie berichtet, in der jüngsten Stadtverordnetensitzung um Hinweise gebeten, falls es weitere klare Entscheidungen gegen das Vorhaben in der Gemarkung Mies gebe. Bezogen hatte er sich damit auf die bereits öffentlich gemachte Ablehnung der CDU-Fraktion.

„Wir sind von den Gesprächen mit den Projektierern EGO (Energiegenossenschaft Odenwald. d. Red.) und Entega enttäuscht. Sie beteuern zwar ständig ihre Gesprächsbereitschaft, sind jedoch in keiner Weise bereit, Veränderungen an ihren Plänen vorzunehmen, mit denen die Belastung der Würzberger Bevölkerung reduziert werden könnte“, schreibt die ÜWG. Stattdessen würden Drohszenarien einer noch stärkeren Bebauung gemalt. Der angebotene Pachtvertrag enthalte überdies erhebliche Kostenrisiken für die Grundeigentümer und sei schon deswegen nicht zustimmungsfähig. Die für den Windpark Würzberg mit fünf Anlagen vorgesehene Fläche sei zwar im Gemeinsamen Flächennutzungsplan Windkraft der Kreiskommunen als Vorrangfläche enthalten. Zweck dieses FNP sei es jedoch, den Bau von Windkraftanlagen im Odenwald möglichst weitflächig auszuschließen, so die Überparteilichen weiter. Es sei nie Ziel gewesen, damit bestimmte Windpark-Projekte umzusetzen; bekanntlich sei der FNP auch bisher nicht rechtskräftig.

„Am politischen Ziel des Odenwälder Plans, mit den uns gegebenen Möglichkeiten den Bau von Windkraftanlagen auf ein für Menschen, Natur und Landschaft verträgliches Maß zu beschränken, halten wir als Michelstädter ÜWG weiterhin fest“, heißt es abschließend.

Würzberg: Bürgerinitiative gegen Windkraft formiert sich!

http://www.echo-online.de/lokales/odenwaldkreis/erbach/windkraft-standort-mies-bei-wuerzberg-es-formiert-sich-eine-weitere-buergerinitiative_18707614.htm

Windkraft-Standort Mies bei Würzberg: Es formiert sich eine weitere Bürgerinitiative

von Birgit Reuther, 26. April 2018

ERBUCH – Gegen die Pläne, in der Gemarkung Mies bei Würzberg fünf Windräder zu errichten, formiert sich nun auch Widerstand in den nahe gelegenen Erbacher Stadtteilen Erbuch und Ernsbach: Ziel einer dort geplanten Bürgerinitiative (BI) ist es, sich zu vernetzen, den Widerstand zu organisieren „und den Entscheidungsträgern zu vermitteln, dass sie den Bürgerwillen in der Region vor den anstehenden Landtagswahlen nicht übergehen sollten“.

Wie Tilman Krömmelbein (Erbuch) als einer der Initiatoren vom ersten Treffen der Bürgergruppe berichtete, fühlen sich die Einwohner von dem für 2019 geplanten Vorhaben der Energiegenossenschaft Odenwald (EGO) und der Darmstädter Entega „überrumpelt“. Der Planungsprozess erscheine intransparent und solle offenbar mit großem Druck vollzogen werden. „Die Bürger sehen sich vor vollendete Tatsachen gestellt.“

Große Verunsicherung herrsche auch darüber, dass die geplanten Rotoren „mit einer Gesamthöhe von über 240 Metern eine Dimension erreichen werden, die im Odenwald noch nicht bekannt ist“. Ebenso entsetzt die Erbucher und Ernsbacher, dass dieser Windpark in einem Vogelschutzgebiet entstehen soll: Dieses Areal gehöre zu einem Netz besonderer Schutzgebiete zum Erhalt europäisch bedeutsamer Lebensräume sowie seltener Tier- und Pflanzenarten. „Die Planungen setzen sich über diese Bewertung hinweg“, so die BI.

Einwohner fühlen sich von Entega überrumpelt

 Die unberührte Natur, die Landschaft und die Ruhe seien noch immer Gründe für junge Familien aus dem Rhein-Main-Gebiet, in den Odenwald zu ziehen.

Die Aussicht, in der Nähe solch hoher Windräder zu wohnen oder zu urlauben, würde den Odenwald für potenzielle Neubürger wie auch für Touristen nicht mehr so attraktiv erscheinen lassen. Weiter meint die neue BI: Mit dem Petershof, der Fenwick-Farm und dem Landhaus Sonnenberg biete Erbuch eine für Erbach nicht unerhebliche Zahl von Gästebetten. „Wenn Windkraft hier massiv eingesetzt wird, wird der Odenwald seinen Status als von der Unesco anerkannter Geo-Naturpark verlieren“, führt die Bürgergruppe ein weiteres Argument an.

BDEW: Die Energiewende verliert ihren Risikopuffer

https://www.welt.de/wirtschaft/article175737140/Zu-viel-Oekostrom-Die-deutsche-Energiewende-verliert-ihren-Risikopuffer.html

Strombranche warnt: Die deutsche Energiewende verliert ihren Risikopuffer

von Daniel Wetzel, 23. April 2018

Die Erneuerbaren Energien können sich nicht mehr auf die Absicherung durch konventionelle Kraftwerke verlassen, warnt die Strombranche. Um eine Unterdeckung abzuwenden, müsse die Politik sofort handeln. Ansonsten sei die Netzstabilität nachhaltig gefährdet.Die Erneuerbaren Energien werden in den kommenden vier Jahren einen Teil jener Kapazitäten verlieren, die bislang die wetterabhängige Ökostrom-Versorgung abgesichert haben. Mit diesem „Weckruf an die Politik“ warnte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) vor den Folgen eines beschleunigten Kraftwerkesterbens in Deutschland.

Deutschland habe sich bislang ein doppeltes Stromsystem geleistet, sagte BDEW-Hauptgeschäftsführer Stefan Kapferer in Hannover. Während man die konventionellen Kraftwerke weiter betrieben habe, wurden parallel die erneuerbaren Energien ausgebaut. Dieses „Doppelsystem“ komme jetzt an sein Ende, sagte Kapferer.

Bereits heute sei absehbar, dass es Ende 2022 nicht mehr genug konventionelle Kraftwerke geben werde, um den Ausfall der erneuerbaren Energien, etwa während einer „kalten Dunkelflaute“ im Winter, vollständig zu kompensieren. „Die heute noch bestehenden Überkapazitäten werden in wenigen Jahren nicht nur vollständig abgebaut sein“, warnte Kapferer. „Vielmehr laufen wir sehenden Auges spätestens im Jahr 2023 in eine Unterdeckung bei der gesicherten Leistung.“

Branche warnt vor Leistungsausfall
 

Nach der aktuellen Statistik des BDEW werden bis dahin zwar neue konventionelle Kraftwerke mit einer Leistung von 4400 Megawatt gebaut. Allerdings stehen dem Kraftwerksstilllegungen von 18.600 Megawatt gegenüber. „Ein sattes Minus“, warnte Kapferer. Ob und in welchem Umfang Stromspeicher und Nachfragemanagement einen Teil der Lücke schließen können, sei „nicht sicher vorhersehbar“.

 

Insgesamt sinkt die gesicherte Stromerzeugungsleistung in Deutschland von heute rund 90.000 Megawatt auf 75.300 Megawatt. Damit könne die Jahreshöchstlast von absehbar 81.800 Megawatt nicht mehr gedeckt werden. Es sei leichtfertig, für die Zeit der Unterdeckung auf mögliche Stromimporte zu hoffen.

„Auch im EU-Ausland wird gesicherte Leistung in Form konventioneller Kraftwerke abgebaut“, warnte der BDEW-Chef: „Und: Die Zeiten, in denen sehr viel Strom nachgefragt wird, sind in Mitteleuropa nahezu deckungsgleich.“

Wirtschaft ruft Politik zum Handeln auf

Neben dem planmäßig ablaufenden Atomausstieg seien zuletzt vor allem Steinkohlekraftwerke zur Stilllegung angemeldet worden, da sie nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben seien. Dazu beigetragen habe auch das Sinken der Erdgaspreise und die entsprechend größere Konkurrenz durch Gaskraftwerke. Zudem wurden bereits die ersten zwei Braunkohle-Kraftwerke in die sogenannte Sicherheitsbereitschaft überführt und damit stillgelegt…

Würzberg: Michelstädter CDU sagt nein zu Windrädern!

http://www.echo-online.de/lokales/odenwaldkreis/michelstadt/michelstaedter-cdu-sagt-nein-zu-windraedern-im-ortsteil-wuerzberg_18699414.htm

Michelstädter CDU sagt Nein zu Windrädern im Ortsteil Würzberg

von Gerhard Grünewald, 23. April 2018

MICHELSTADT – In der politischen Diskussion um die Windräderpläne von Energiegenossenschaft Odenwald (EGO) und Entega für die Gemarkung Mies beim Stadtteil Würzberg bezieht die CDU-Fraktion in der Michelstädter Stadtverordnetenversammlung als erste politische Gruppierung klar Stellung und wendet sich gegen das Projekt. Dieser Positionierung kommt insofern besondere Bedeutung zu, als bei dem Vorhaben ausnahmsweise unmittelbarer kommunalparlamentarischer Einfluss besteht. Denn eines der Grundstücke, auf die beide Investoren zielen, befindet sich in städtischer Hand.

Mit ihrem Statement gegen eine Windräder-Bebauung der Gemarkung Mies hat die Michelstädter Union aber nicht nur planerisch Stellung bezogen, sondern auch ein Politikum geschaffen. Bedeutet ihr Statement doch ein Ausscheren aus der seitherigen Zurückhaltung aller politischen Gruppierungen bis auf die FDP bei der Kritik an Bauambitionen, die mit der seitherigen Beschlussfassung in den Gremien von Kreis und Kommunen übereinstimmen.

 

Wie berichtet, ist die Bebauung der Mies Teil jenes kreisbezogenen Flächennutzungsplans, mit dem sowohl die Stadtverordnetenversammlung als auch der Kreistag einst mögliche Rotoren-Standorte im Odenwaldkreis festgelegt haben. Nach offizieller Lesart hält die kommunale Seite weiter an den Aussagen dieses Planwerks fest, weil es durch eine entsprechende Rechtsbesprechung nach wie vor Rechtskraft erlangen könnte. Auf diese vor allem beim Koalitionspartner SPD noch gültige Position nimmt die Union mit ihrer Festlegung keine Rücksicht, wobei sie keinen Zweifel an der Begründung dafür lässt.

Für die Michelstädter Christdemokraten hat der Flächennutzungsplan mit seiner Ablehnung durch das Regierungspräsidium und dem Scheitern der ersten Klage seine Verbindlichkeit verloren. Schließlich könne er sein erklärtes Ziel einer Steuerung der Windräder-Bebauung im Kreisgebiet erkennbar nicht mehr erfüllen, weil gleichzeitig nach der weit größeren Standort-Vorauswahl für einen möglichen Regionalplan oder ohne jede Planvorgabe Tatsachen geschaffen würden.

 

“Michelstadt und der Odenwald sind durch Windräder-Aktivitäten jetzt schon mehr als belastet, und die Zukunftsprognosen aus dem Sachlichen Teilplan Erneuerbare Energien des Regionalplans Südhessen sind mehr als zu fürchten”, schreibt CDU-Fraktionsvorsitzender Georg Walther.

Es sei widersinnig, wenn sich die Projektierer von Würzberg und deren Unterstützer nun für eine weitere Belastung von Natur und Landschaft auf einen Plan stützen, der jener anzunehmenden “Verspargelung” vorbeugen sollte, die nun bereits Platz greife. Rechtlich verlegt sich Walther darauf, dass die Flächen des kreisbezogenen Flächennutzungsplans, mit dessen Ablehnung durch den RP nicht in den Absichtsbekundungen des Regionalplans Südhessen enthalten sei, dieser aber das übergeordnete Konzept sei. “Wenn der Windpark in Würzberg entsteht und der Regionalplan Südhessen in den nächsten Monaten beschlossen wird, dann werden in Michelstadt und im gesamten Odenwald Flächen aus beiden Plänen realisiert”, verdeutlicht Walther und bewertet diese Perspektive als “eine Unmöglichkeit und Unerträglichkeit für unsere Landschaft und Menschen.”.

 

Grafenhaus Erbach-Erbach will weiter Grundbesitz einbringen

http://www.echo-online.de/lokales/odenwaldkreis/michelstadt/grafenhaus-erbach-erbach-will-weiter-grundbesitz-in-der-mies-in-das-windraeder-projekt-einbringen_18697900.htm

Grafenhaus Erbach-Erbach will weiter Grundbesitz in der Mies in das Windräder-Projekt einbringen

von Manfred Giebenhain, 23. April 2018

WÜRZBERG/MICHELSTADT – Das Grafenhaus Erbach-Erbach hält trotz der öffentlichen Diskussion um das Projekt an der Absicht fest, seinen Grundbesitz in der Mies in das Windräder-Projekt einzubringen und ein solidarisches Pachtmodell mit den weiteren Geländeeigentümern einzugehen. Den Inhalt eines entsprechenden Schreibens von Forstdirektor Jost Arnold, der den Waldbesitz der Adelsfamilie vertritt, hat die Energiegenossenschaft Odenwald (EGO) nun publik gemacht. Mit dem Statement eines der größten Waldbesitzer im betreffenden Gebiet sieht die EGO ihre gemeinsam mit der Entega eingeleitete Initiative zur Vorbereitung einer Windrad-Bebauung der Mies gestärkt.

Wie berichtet, bewegt sich das Streben nach der Errichtung von fünf Windrädern bei Würzberg auf einer Willensbekundung, wonach alle insgesamt 35 Eigentümer der im Flächennutzungsplan des Kreises enthaltenen Fläche je nach Grundstücksgröße am Pachterlös zu beteiligen sind, dies ungeachtet des tatsächlichen Standortes der geplanten Anlagen innerhalb der FNP Flächen. Zielsetzung des solidarischen Pachtmodells war es nach Angaben der EGO, eine faire Verteilung der Erlöse innerhalb der Flächen vorzunehmen sowie eine einheitliche Planung darzustellen. In der Sitzung war die Rede von bis zu 25 000 Euro Pachterlös im Jahr pro geplanter Windenergieanlage.

Als letzter Geländebesitzer noch nicht zugestimmt hat Michelstadt, was auch nach der jüngsten Beratungsrunde der städtischen Gremien so bleibt: Bis zur Klärung weiterer Fragen hat es der Hauptausschuss abgelehnt, den Gestattungsvertrag in der vorliegenden Fassung zu unterzeichnen. Alle weiteren 34 Eigentümer haben ihr Einverständnis bereits abgegeben und mit der EGO vereinbart, im Falle der Verwirklichung des Windparks ihr Grundstück zur Verfügung zu stellen. Insgesamt befindet sich das Bauvorhaben unmittelbar vor dem Genehmigungsverfahren.

Im Namen der Gräflich-Erbach-Erbachischen und Wartenburg-Rothischen Rentkammer hat Arnold am 21. März dazu mitgeteilt, dass „wir bei Umsetzung dieses Standortes keine weiteren Flächen in Richtung Sportplatz zur weiteren Windkraftbebauung zur Verfügung stellen werden“. Nach dieser Zusage also würden alle weiteren Flächen im Süden Würzbergs, die in gräflichem Eigentum sind, nicht bebaut werden, wenn das Projekt durch die Unternehmen Entega und EGO umgesetzt wird. Offen hierbei ist, ob und wie sich die weiteren Grundstückseigentümer dazu positionieren. Unbeantwortet bleibt ferner, wie es an dem Standort weitergeht, wenn dieser nicht von Entega und EGO bebaut wird…