Beiträge

20. Juni 2017: Interview von René Rock (Fraktionsvorsitzender der FDP im hessischen Landtag) mit RTL. Im Vorspann: Minister Al Wazir zum Klimawandel

http://www.rtl-hessen.de/video/17368/tausend-windraeder-fuer-hessen

„Kühler ist das neue wärmer!“ Eine ernüchternde Betrachtung von EIKE – Europäisches Institut für Klima und Energie: 14,8 ° C globale Mitteltemperatur sind nach Ansicht führender Medien wärmer als 15,4° C!

https://www.eike-klima-energie.eu/2017/06/16/klimakirche-kuehler-ist-das-neue-waermer/


Film von Jörg Rehmann zur Übergabe der Einwendungen am 30. Mai 2017 beim RP Darmstadt und zur Gesamtsituation im Odenwald


Interview mit Horst Schnur, ehemaliger Landrat des Odenwaldkreises

Inteviewer: Jörg Rehmann


Zum Thema „Werbung und Wahrheit“ ein Link zu einer Veröffentlichung von „Gegenwind Weinheim“

http://gegenwind-weinheim.de/wordpress/entega-ganz-leicht-das-klima-schuetzen/


Video: „Mord am Stillfüssel 2017 – Windtollwut – Gefährdeter Bezirk Odenwald“

von Daniela Kohl, Bi Siedelsbrunn


Video: Wenn „grüne“ Energie krank macht


Osterfeuer?

15. April 2017

Hier ein privates Video einer brennenden WKA bei Kiel in Schleswig-Holstein Kreis Plön, (Nähe Höhendorf/Fahren), das am 13. April 2017 von einem unserer Mitstreiter aufgenommen wurde.  Die Luft vor Ort stank nach verbranntem Kunststoff. Dieser setzt bei Verbrennung bekanntermaßen auch Cyano-Verbindungen und möglicherweise sogar Dioxine frei. Wie man sieht, dreht sogar der Rotor noch während des Brandes im Turbinenhaus. 

Die Feuerwehr musste bis auf die Löschung von sekundären Flächenfeuern tatenlos zuschauen wie die Anlage abbrannte, da es nirgends Feuerwehrleitern gibt, welche in dieser Höhe eine Brandbekämpfung möglich machen würden.

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis bei uns „im Süden“ bei einer WKA in einem Waldgebiet so etwas mal passiert.  Im Wald „mit Zigarette“ ist wegen der Waldbrandgefahr verboten, WKA sind erlaubt. 

 


Veröffentlichung der Bundesinitiative Vernunftkraft:

In Debatten zur Energiepolitik spielt „Agora Energiewende“ in den letzten Jahren eine große Rolle. Die von der Mercatorstiftung und der „Climate Foundation“ finanzierte Institution wurde von Herrn Rainer Baake aufgebaut, der seit 2013 als Grüner Staatssekretär im Wirtschaftsministerium die energie-politischen Weichen stellt und sich dabei eng an Vorschlägen, Szenarien und Analysen der Agora orientiert. So finden Statements und Erkenntnisse des „Think Tanks“ nahezu wortgleich Eingang in Publikationen des Ministeriums und schlagen sich auch in Gesetzestexten nieder. Analysen unabhängiger wissenschaftlicher Gremien wie die des Sachverständigenrats, der Monopolkommission oder der Expertenkommission Forschung und Innovation werden hingegen regelmäßig übergangen. Leider stehen der Einfluss, den Agora auf die politische Entscheidungsfindung und öffentliche Meinungsbildung ausübt, und die Expertise, die das Institut vorweist, in umgekehrtem Verhältnis: Einschlägige technische oder naturwissenschaftliche Kompetenz sucht man in der Führungsriege und deren Publikationen vergeblich. Schwerer wiegt jedoch, dass aufgeworfene Fragen nicht mit geeigneten wissenschaftlichen Methoden angegangen, aber dennoch im Brustton der Überzeugung beantwortet werden. Die im Dezember 2014 in der ZEIT zu lesende Situationsbeschreibung: ­
Rund um die die Erneuerbaren Energien Branche ist ein regelrechter politisch-ökonomischer Komplex herangewachsen. (…) Alle Akteure in diesem Komplex verbindet ein Interesse: Probleme der Energiewende müssen lösbar erscheinen, damit die Wind- und die Sonnenbranche weiter subventioniert werden. ­
­ umreißt die Agora-Agenda treffend, wie im Januar 2017 deutlich wurde: Das von Agora veröffentlichte und in FAZ und Wirtschaftswoche besprochene Dokument „Energiewende im Stromsektor: Stand der Dinge 2017“ zeichnet eine schöne heile Welt und endet mit Empfehlungen, die auf eine Zementierung der Subventionierung von Wind- und Solarenergie hinauslaufen. VERNUNFTKRAFT. hat die Publikation genauer ausgewertet. Dr.-Ing. Detlef Ahlborn resümiert: ­
­ Beim ‚Stand der Dinge‘ stehen die meisten Dinge auf dem Kopf. Wir haben erhebliche fachliche Mängel festgestellt. Vor zwei Jahren musste Agora-Chef Graichen einen ’schmutzigen Irrtum‘ eingestehen. Nun drängt sich der Verdacht auf, dass man auch mit ’schmutzigen Tricks‘ arbeitet, um Irrtümer zu verschleiern. Es handelt sich um Lobbyismus in wissenschaftlichem Gewand.“ ­
­ Konkret beanstandet VERNUNFTKRAFT. u.a. eine gefälschte Aufbereitung der energiewirtschaftlichen Daten, eine ökonomisch falsche Interpretation von Stromexporten und –importen und eine unzureichende Würdigung der technischen Unwägbarkeiten wetterabhängiger Stromerzeugung.

Die Kritikpunkte sind im Internet unter www.vernunftkraft.de/Trick-Tank-Agora näher erläutert. Kontakt: Presse@vernunftkraft.de


Ölunfälle bei Bauarbeiten am Wind-„Park“ Greiner Eck, FFH-Gebiet 6519-304.

Peter Geisinger, 2. März 2017

Der Rechtsanwalt der Bürgerinitiative Greiner Eck hat Strafanzeige nach § 324 StGB gestellt, die Behörden hüllen sich in beredtes Schweigen.  Örtliche Feuerwehr und Polizei bestätigen lediglich, dass „…es einen Einsatz gegeben hat.“ Die für Südhessen zuständige Polizeidirektion in Darmstadt lässt immerhin verlauten, man ermittle wegen möglicher Strafbarkeit.

Die Presse hält sich bis auf wenige Ausnahmen („Fakt in Deutschland“) merkwürdig bedeckt. Die RNZ titelte sogar „Umweltkatastrophe oder Pipifax?“ im Zusammenhang mit den Vorfällen. Der Neckarsteinacher Bürgermeister Pfeifer habe  „geschmunzelt“, Windparkplaner Simon habe von „Schwachsinn“ gesprochen, Herr Orth, Geschäftsführer der Recyclingfirma, habe gar den Begriff „Pipifax“ für den Vorfall verwendet.

Es ist durchaus möglich, dass einigen Herren das Schmunzeln, der frohe Schwachsinn und die Pipi-Faxen noch gründlich vergehen.

Vernunftkraft Odenwald e.V. hat die Vorfälle als Ergänzung zur Beschwerde bei der EU-Kommission vom 16.11.2016 nach Brüssel weitergemeldet. Thema der Beschwerde war die Unterlassung einer nach EU-Recht vorgeschriebenen FFH-Verträglichkeitsprüfung aus Zeit- und Kostengründen. (angeordnet von Regierungspräsidentin Lindscheid <Bündnis 90 / die Grünen> auf Weisung der hessischen Landesregierung)

Wo ist die Wahrheit? Zu Ihrer eigenen Beurteilung als Leser seien hier die Ergebnisse dreier Begehungen durch die Bürgerinitiative Greiner Eck am 25. Februar,  27. Februar und 2. März als herunterladbare PDF-Dateien eingestellt. Vielen Dank an die Mitglieder der BI für die geleistete Arbeit!

BI_GE_Ölunfall_Begehung_Greiner_Eck_2017_02_25

BI_GE_Ölunfall_Begehung_Greiner_Eck_2017_02_27

BI_GE_Ölunfall_Begehung_Greiner_Eck_2017_03_02


Wenn Windräder so groß wie Sonnenblumen dargestellt werden

Dieter Hannig, 9. Februar 2017

http://gegenwind-weinheim.de/wordpress/wenn-windraeder-so-gross-wie-sonnenblumen-dargestellt-werden/

Ein sehr lesenswerter Artikel, der sich mit der optischen Verniedlichung von Windrädern in Werbeschriften von Projektierern befasst. Zweites Thema sind mögliche Gründe für einen Wechsel des  Stromanbieters und die Anleitung dazu…


 Gefahren: Vorfälle seit 10. Dezember 2016

Peter Geisinger, 6. Februar 2017

Folgendes Video des MDR vom 10. Januar sei zum Anschauen und zur Verbreitung dringend empfohlen:


Novelle des hessischen Denkmalschutzgesetzes

Peter Geisinger, 25. Januar 2017

Nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit wurde am 28.11.2016 die Novelle des hessischen Denkmalschutzgesetzes verabschiedet. Sie enthält diverse Veränderungen, ganz im Sinne schwarz/grüner Windkraftausbaupolitik und gilt ab 6. Dezember 2016.

Hier der Vergleich des Gesetzes in der Fassung von 1986 und 2016:

Hessen-DSchG-Synopse-1986-2016-19-S

Abstimmung dazu im hessischen Landtag:

CDU: dafür

Bündnis 90 / die Grünen: dafür

SPD: dafür

FDP: dagegen

Die Linke: Enthaltung

Wesentliche Inhalte: Vorrang für Klima und Ressourcenschutz!

§9 (1) Die Behörden haben bei allen Entscheidungen und Genehmigungen die Belange des Klima‐ und Ressourcenschutzes besonders zu berücksichtigen.

§18 (4) Wenn das öffentliche Interesse an der beabsichtigten Maßnahme entgegenstehenden Gründen des Denkmalschutzes überwiegt, ist die Maßnahme zu genehmigen.

Genehmigung ist nach Fristablauf automatisch erteilt!

§20 (2) Über den Genehmigungsantrag ist innerhalb von drei Monaten nach Eingang des vollständigen Genehmigungsantrages zu entscheiden; die Denkmalschutzbehörde kann diese Frist aus wichtigem Grund um bis zu drei Monate verlängern. Die Genehmigung gilt als erteilt, wenn über den Genehmigungsantrag nicht innerhalb der nach Satz 2 maßgeblichen Frist entschieden worden ist.

Klima- und Ressourcenschutz sind in Genehmigungen für WKA  schon mehrfach als überwiegendes öffentliches Interesse definiert worden. Zitat Hessenforst aus dem Genehmigungsbescheid des RP für 2 WKA bei Groß-Umstadt vom 9. Juni 2009:

„…(es)…ist im Ergebnis festzuhalten, dass das öffentliche Interesse an der Entwicklung und Nutzung alternativer Energien vorliegend gegenüber dem öffentlichen Interesse an der Erhaltung der Waldflächen überwiegt.“

GUTE NACHT, WALD- und DENKMALSCHUTZ! 


Wie der Soonwaldsteig das Weltklima rettet

eine Dokumentation von Jörg Rehmann, 2014

Der Soonwaldsteig ist ein international zertifizierter Premium-Wanderweg. Er führt durch höchstwertige Naturgüter, die bis vor kurzem noch als Nationalpark vorgeschlagen worden waren. Nun wird er durch exzessive Windkraftvorhaben zerstört. Das soll das Weltklima retten und z.B. die Ausbeutung von Menschen in der Kohleproduktion Kolumbiens lindern …

Soll so auch der Odenwald 2017 aussehen?


Massive Verschlechterung des Naturschutzrechtes geplant!

Gesetzentwurf__BNatSchG_Novelle_2017_clean

Peter Geisinger, 14. Dezember 2016

Rechtzeitig vor Weihnachten, am 1. Dezember 2016,  hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit den Referentenentwurf zu einer Novelle des Bundesnaturschutzgesetztes vorgelegt. Man höre und staune: Die Frist für eine Stellungnahme läuft bis 16. Dezember! So macht man es, wenn die Dinge sehr schnell gehen sollen.

Das Thema der Novelle sind diverse Befreiungstatbestände vom Tötungsverbot gemäß § 44 des BNatSchG, die ausnahmslos der Windindustrie zu Gute kämen und Genehmigungsverfahren deutlich beschleunigen würden, sollte das Gesetz verabschiedet werden. Einige „Leckerbissen“ aus dem neuen Gesetz:

„Es wird damit klargestellt, dass  die Inanspruchnahme einer artenschutzrechtlichen Privilegierung (gemeint ist die Ausnahme vom Tötungsverbot!) nicht von einer in jeder Hinsicht fehlerfreien Eingriffsprüfung abhängt. Entscheidend ist, dass in einem behördlichen Verfahren angemessene Maßnahmen zur Vermeidung und Minderung naturschutzrechtlicher Konflikte festgelegt wurden.“

Das heißt im Klartext: Die Eingriffsprüfung darf ruhig fehlerhaft sein, entscheidend für die Genehmigung ist nur, dass sie gemacht wurde! Man stelle sich vor, Luftfahrzeuge würden nach diesem Verfahren für den Verkehr zugelassen…Es geht noch weiter:

Die Vorschrift schränkt den Tatbestand de s§ 44 Abs. 1 Nr. 1……dahingehend ein, dass der unvermeidbare Verlust einzelner Exemplare durch ein Vorhaben nicht automatisch und immer einen Verstoß gegen das Tötungsverbot darstellt. Vielmehr setzt ein Verstoß voraus, dass durch das Vorhaben das Tötungsrisiko für Individuen der betroffenen Art signifikant erhöht wird.

Der „unvermeidbare Verlust“ einzelner Exemplare ist also keine Tötung, entscheidend ist nur die „signifikante“ Erhöhung des Tötungsrisikos für die Art. Dieser Gesetzentwurf übernimmt zu 100% die Argumentationsweise der Windkraftlobby!

Unsere Stellungnahme dazu finden Sie hier:

2016_12_14_Stellungnahme_Novelle_BNatSchG_2017

Die dazu eingereichte Petition finden Sie hier zum unterzeichnen:

https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2016/_12/_20/Petition_69040.html

Siehe dazu auch: Bundesverband Windenergie – Positionspapier von 2008!

BWE_Position_UGBIII


Videobeitrag zum Buch von Georg Etscheid „Geopferte Landschaften“

Das Buch entstand unter Mitarbeit von:

Gerhard Artinger, Johannes Bradtka, Dr. Carsten Brensing, Prof. Dr. Dirk Dubbers, Gerorg Etscheit,, Dr. Martin Flade, Dr. jur. Erich Gassner, Dr. Gerhard Gronauer, Enoch Freiherr zu Guttenberg, Gottfried Knapp, Sabri Mete, Johannes Müller-Franken, Harry Neumann, Prof. Dr. Werner Nohl, Prof Dr. Niko Paech, Jörg Rehmann, Botho Strauß, Bernd Töpperwien, Hubert Weinzierl, Dr. Nikolai Ziegler

(Heyne Verlag, September 2016)


Novelle des EEG (September 2016)

Peter Geisinger

Wieder einmal wurde mit großem öffentlichen Getöse eine Novelle des Erneuerbare Energien Gesetzes angekündigt. Ziel war diesmal „mehr Markt“ durch Einführung eines Ausschreibungsmodells, sowie eine Senkung der Belastung für die Stromkunden. Es sollen bei der Ausschreibung diejenigen Windparkbetreiber zum Zuge kommen, die die geringsten Einspeisegebühren fordern. Außerden sollen die garantierten Einspeisevergütungen sinken.

Nett gedacht, aber kaum war das Gesetzesvorhaben publik, da schlug die Windkraft-Lobby Alarm. Diesmal in „Koalition“ mit den im Süden der Republik gelegenen Bundesländern. Diese fürchteten, wegen des dort schwächer wehenden Windes leer auszugehen und forderten flugs eine Quotenregelung für die Verteilung der Windkraft auf gute und schlechtere Standorte; also „weniger Markt“.

Der Gesetzgeber hat dann noch einmal nachgebessert (zugunsten der Windkraftlobby) und hat die Vergütungen im Bereich bis 70 % des sog. Referenzertrages – also an eher schlechten Standorten wie unseren Mittelgebirgen im Süden Deutschlands – mittels eines Korrekturfaktors von 1,29 gegenüber der früheren Vergütung sogar noch erhöht, auf 9,03 €Ct. pro kWh (vorher 8,90 €Ct. pro kWh). Damit steigt der Druck zum Ausbau der Windkraft im Odenwald weiter. Vom Auschreibungsmodell weniger betroffen sind „privilegierte Bürgerenergiegenossenschaften“ (siehe Eckpunkte): Sie müssen zur Teilnahme an einer Ausschreibung keine bereits erfolgte Anlagen-Genehmigung vorweisen.

Wir werden in Zukunft mehr Bürgerenergiegenossenschaften entstehen sehen. Auch als sogenanntes „Strohmannmodell“ unter Beratung und Steuerung von Großprojektierern. Weiterhin ist davon auszugehen, dass im Bereich von 70% Referenzertrag – also z.B. im Odenwald – keine Konkurrenz bei Auschreibungen stattfinden wird. Die Projektierer werden sich sinnvollerweise die Gebiete aufteilen und sich nicht ins Gehege kommen. Alles andere wäre ja auch „wirtschaftlicher“ Selbstmord. Aber bei Gebot auf den Zuschlagswert von 7 Ct. pro kWh / 100% Referenzertrag läßt sich mit dem Korrekturfaktor von 1,29 gut leben: ) 9,03 Ct./kWh statt 8,9 Ct./kWh!

Wem das alles seltsam vorkommt, der studiere sorgfältig den § 36 des neuen Gesetzes.

UPDATE

Hier finden  Sie die veröffentlichte Version des „EEG 2017“:

EEG 2017 BGBl_I_2016_S_2258

Die Eckpunkte des neuen Gesetzes finden Sie hier:

Kapriolen bei der Novellierung des EEG:

Zuerst wird eine Windkraft-Quote für die Bundesländer im Süden der Republik gefordert:

www.welt.de/wirtschaft/energie/article14…uote-per-Gesetz.html

Dann soll es Windkraft-Förderung an windstillen Orten geben:

www.faz.net/aktuell/wirtschaft/energiepo….html#lesermeinungen

Und nun möchte man Bürgerwindparks stärken:

www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/wi…erken-a-1077387.html


Bemerkenswerter Leserbrief zur Windkraft (September 2016)

Dr. Cornelia Hegele-Raih

Sehr geehrte Damen und Herren,

Die Autoren der Leserbriefe zur norwegischen Windkraft haben völlig recht damit, dass es auch in Norwegen zunehmend Wind“parks“ gibt (man verzeihe mir, dass mir das Wort Park im Zusammenhang mit 200 Meter hohen Stahltürmen, die in die Meere und die Wälder gerammt werden, nicht über die Lippen gehen mag und ich es deshalb in Anführungszeichen setzen muss). Bei weniger als 2 Prozent Anteil an der Stromversorgung Norwegens und noch nicht mal 2 % Anteil an der Endenergie (also der gesamten verbrauchten Energie) in Deutschland (der Anteil der Windkraft an der Stromversorgung in Deutschland ist etwas über 10 %, der Anteil des Stromverbrauchs am Gesamtenergieverbrauch 21 %, man rechnet also nach Adam Riese 0,1 x 0,2 und erhält die besagten 2 Prozent, nachzuprüfen auf der Website des Bundeswirtschaftsministeriums) kann man allerdings nicht davon sprechen, dass die Windkraft ein bedeutender oder auch nur notwendiger Teil der Energieversorgung von Deutschland oder Norwegen wäre oder jemals sein könnte (trotz tausender zusätzlicher Windräder hat sich dieser Wert in den vergangenen Jahren schließlich kaum erhöht). Noch nachhaltiger als Norwegen mit seiner Wasserkraft kann man sich auch schließlich nicht mit Strom versorgen. Leider sind wir geologisch nicht in einer ähnlich günstigen Situation wie Norwegen oder Neuseeland, ein Land, welches sich ebenfalls nahezu ausschließlich über die Wasserkraft versorgen kann. Neuseeland und Norwegen sind außerdem beides keine Industrieländer. Die Bürger Norwegens beziehen ihren nicht unerheblichen Reichtum im Wesentlichen aus dem Export von Öl (nicht besonders nachhaltig) und die Neuseeländer aus dem Export von Lammfleisch (schon eher nachhaltig). Deutschland ist dagegen ein Industrieland und das bedeutet: zu über 70 Prozent wird die Energie nicht in privaten Haushalten verbraucht, sondern durch die Produktion, die Basis unseres Wohlstandes und unserer friedlichen Zivilgesellschaft. Wir reden hier also über ganz andere Dimensionen. Was in Deutschland geschehen würde, wenn der Windstromanteil weiter gesteigert würde, könnte man am Beispiel von Dänemark sehen, auch wenn es ein vergleichsweise kleines Land ist, das über keine bedeutende Industrie verfügt. Das Land, welches einstmals in der Kernenergie eine führende Stellung inne hatte (Nils Bohr war ein Däne) hatte noch vor Deutschland den Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen und zuletzt einen Windstromanteil von 50% . Alles bestens sollte man meinen.

Und doch wurden zahlreiche Planungen für Wind“parks“ in Dänemark vor einiger Zeit auf Eis gelegt, offiziell mit der Begründung, man wolle wissenschaftliche Gutachten zu Infraschall abwarten. Man staunt. Infraschall hat hierzulande noch nie einen Politiker davon abgehalten, einen Windpark zu genehmigen, man hält entsprechende Beschwerden hierzulande für reine Einbildung. Und es ist auch unwahrscheinlich, dass dies der wahre Grund war. Wenn Profit winkt, ist die Gesundheit der Bürger im Zweifel irrelevant. Ebenfalls eine Erklärung die es sich recht leicht macht wäre, die rechte Regierung dafür verantwortlich zu machen. Doch die Genehmigungen wurden schon davor auf Eis gelegt. Was vermutlich wirklich passiert ist, ist Folgendes: Man hat mal in die Statistiken geguckt und entdeckt, dass man trotz 50 Prozent Windstromanteil so gut wie keine fossilen Energien eingespart hat. Der Gas- und Ölimport Dänemarks verharrt nach wie vor auf hohem Niveau. Der Grund dafür: Bei zufallsabhängigen Stromerzeugungsmaschinen muss im Hintergrund immer ein Grundlastkraftwerk mitlaufen. Im Endeffekt sind bilanzielle Zahlen zur Stromeinspeisung irreführend, solche scheinbaren Erfolgszahlen zur Energiewende erinnern daher eher an die Erfolgsmeldungen zur Wirtschaft, die in der DDR noch kurz vor ihrem Untergang propagiert wurden. Selbst im windreichen Dänemark. In Erkenntnis dieser Tatsache ist die Aufrechterhaltung einer doppelten Infrastruktur weder ökonomisch noch ökologisch zu rechtfertigen (eine dritte käme mit dem Netzausbau hinzu).

Ich hoffe, dass man auch hierzulande sehr bald einmal ganz nüchtern auf die Zahlen schauen und dann diesen Raubbau an der Natur und den Geldbörsen der Bürger möglichst bald beenden, und auch die völlig utopischen Dekarbonisierungsträume auf ein sinnvolles Maß herunterschrauben wird. Die Windkraft ist als zufallsabhängige Stromquelle für die Versorgung der Bürger mit Strom völlig unbedeutend; sie ist nur deshalb wichtig, weil eine auf Wachstum programmierte Wirtschaft unter allen Umständen Profite für Investoren erzeugen muss. Dies kann sie sehr leicht über Subventionsabschöpfungsmethoden. Wofür diese erhoben werden und wie diese Subventionen gezahlt werden, ist dabei im Grunde vollkommen einerlei – wie sie genannt werden (EEG-Umlage) auch. Langfristig tragen Technologien oder Services, die nicht wirklich dem Wohl der Bevölkerung dienen, nicht zu einer produktiven Wertschöpfung bei. Daher wird ein Wirtschaftswachstum, das auf solchen Technologien beruht, auch eines schönen Tages in sich zusammenfallen wie ein heißes Soufflé – nämlich dann, wenn es sich ein Staat nicht mehr leisten kann, ein solches System zu finanzieren bzw. seine Bürger dafür abzukassieren. Wir werden mit Windrädern die Welt nicht retten, aber Deutschland als Industrienation in den Niedergang schicken. Mit all den Folgen, die dies für Wohlstand und Zivilgesellschaft hat. Mit jedem weiteren Windrad wächst zudem die Gefahr eines großen Blackouts – die Energiewende ist eine weitaus größere Gefahr für unser Stromnetz als Hackerangriffe und Terrorismus. Frau Merkel als Physikerin sollte dies eigentlich wissen.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Cornelia Hegele-Raih