Würzberg: Stadtpolitiker sehen noch Klärungsbedarf

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Michelstadts Politik sieht bei Würzberger Anlagen noch Klärungsbedarf

von Manfred Giebenhain, 13. April 2018

MICHELSTADT – Ob und wann auf der Gemarkung Mies bei Würzberg ein Windpark mit fünf Anlagen errichtet wird, kann derzeit noch niemand sagen. Keinesfalls unter zeitlichen Druck setzen lassen wollen sich die Michelstädter Stadtverordneten, die das Thema nun im Haupt- und Finanzausschuss ausführlich beraten haben.

Gleich zu Beginn der Sitzung machte Vorsitzender Georg Walther (CDU) deutlich, dass es zu keiner Abstimmung kommen und folglich das Thema auch nicht auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung der Parlamentssitzung stehen werde. Die Gründe: Zu viele ungeklärte Fragen, zu viele neue Informationen und Kritik an Teilen des Vertragsentwurfs, der die Pachtung des städtischen Grundstücks seitens der Energiegenossenschaft Odenwald (EGO/Erbach) vorsieht.

 

Gemeinschaftsprojekt von EGO und Entega

Bei dem Bau der Windkraftanlagen handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der EGO mit dem Darmstädter Energieunternehmen Entega, das sich auf die Fahnen geschrieben hat, den politischen Auftrag der Energiewende durch erneuerbare Quellen in Südhessen und darüber hinaus voranzutreiben. Rund 20 Besucher, darunter Mandatsträger und Einwohner von Würzberg und Erbuch, verfolgten die Diskussion und erhielten Gelegenheit, selbst Stellung zu beziehen und Fragen zu stellen. „Wir sind noch nicht im Genehmigungsverfahren“, machte Bürgermeister Stephan Kelbert (parteilos) deutlich und fasste den Sachstand zusammen….

Laut Beller (Anm. des Webseitenbetreibers: Leiter des städtischen Bauamtes) gibt es Verbesserungsbedarf im Vertragstext hinsichtlich der Ausgestaltung der Zufahrten auf städtischen Forstwegen, auch bestünden erhebliche Zweifel an der Positionierung der Anlage 3 wegen der Nähe zur Wohnbebauung und zum Bodendenkmal Römerbad. Die dazu ergangene Antwort aus Darmstadt, „Nachbesserungen seien nicht möglich, da mit 34 Vertragspartnern bereits Verträge unterzeichnet worden seien“, stieß bei den Abgeordneten auf Widerspruch. Auch seien im FNP Rotoren mit einer Gesamthöhe von 240 Metern nicht vorgesehen.

Die Palette der Stellungnahmen in der Sitzung reichte von einer klaren Distanzierung (Sandra Allmann/CDU und Lutz Hasenzahl/FDP) bis zu Gesprächsbereitschaft (Rainer Raßloff/SPD und Jürgen Zinn/Die Grünen), ohne zeitlichen und inhaltlichen Druck auf sich nehmen zu müssen. Brisanz erhielt die Diskussion, als eine Planungsskizze herumgereicht wurde, der zufolge ein Windpark auch im angrenzenden Dreieck zwischen Würzberg, Ernsbach und Erbuch auf Erbacher Stadtgebiet denkbar sei. Hier hätte es der Projektierer nur mit einem Grundstückseigentümer zu tun.

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