Frankreich will abgeblich sechs neue AKW bauen

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Atomenergie: Frankreich will angeblich sechs neue AKW bauen

Deutschland steigt aus der Atomkraft aus – und Frankreich offenbar weiter ein. Laut einem Medienbericht plant Paris sechs neue AKW. Die Grünen im Bundestag sehen das extrem kritisch.

Lou Benoist / AFP

Der EPR in Flamanville wird teurer und später fertig als geplant

14. Oktober 2019

Ihren Gegnern gilt die Kernenergie als potenziell risikoreich, ihren Befürwortern als klimafreundlich. In jedem Fall ist sie teuer. Erst kürzlich musste das französische Energieunternehmen Electricité de France (EDF) eingestehen, dass der Neubau eines Druckwasserreaktors im nordfranzösischen Flamanville weitere 1,5 Milliarden Euro mehr kosten wird als ursprünglich geplant. Grund sind löchrige Schweißnähte.

Die Gesamtkosten des dort im Bau befindlichen EPR-Projektes werden damit auf 12,4 Milliarden Euro geschätzt – fast vier Mal so viel wie veranschlagt. Er soll auch erst frühestens Ende 2022 ans Netz gehen können. Das wären zehn Jahre nach dem ursprünglichen Plan.

Dem Zutrauen der französischen Regierung in die Atomkraft im Allgemeinen und den EPR im Speziellen scheint das aber keinen Abbruch zu tun. Die französische Tageszeitung „Le Monde“ berichtete am Montag von einem Brief, den Umweltministerin Elisabeth Borne und Wirtschaftsminister Bruno Le Maire an EDF-Chef Jean-Bernard Lévy geschrieben haben sollen. Darin ist der Zeitung zufolge die Rede vom Neubau von insgesamt sechs EPR, die paarweise an drei Standorten im Land errichtet werden sollen. Die Neubauten sollten über einen Zeitraum von 15 Jahren erfolgen.

„Pleiten, Pech und Pannen“

Erste Kritik an den Plänen gibt es bereits: „Trotz immer teureren Pleiten, Pech und Pannen beim AKW-Neubau am Ärmelkanal bekommt der Neubau sechs weitere solcher Problemmeiler den Vorzug“, beklagt die Grünenpolitikerin Sylvia Kotting-Uhl, Vorsitzende des Umweltausschusses im Bundestag im Gespräch mit dem SPIEGEL. Die Bundesregierung müsse sofort Gespräche mit Frankreich aufnehmen, „um etwas gegen diesen gefährlichen Irrsinn zu unternehmen“.

Offiziell hat Präsident Emmanuel Macron die EDF-Führung bisher nur gebeten, bis Mitte 2021 Unterlagen vorzulegen, wie es mit der Atomkraft in Frankreich in Zukunft weitergehen könnte. Derzeit werden rund 72 Prozent des französischen Stroms von Kernkraftwerken erzeugt…

 

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