Stromverbrauch: Regierung unterliegt Irrtum!

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STROMVERBRAUCH

Bei der Energiewende unterliegt die Regierung offenbar einem Irrtum

Der Bund geht davon aus, dass Deutschlands Strombedarf bis 2030 in etwa konstant bleibt – doch die eigenen Berater sagen einen Anstieg von zehn Prozent hervor                   Quelle: Getty Images

Von Daniel Wetzel, 3. Februar 2021

Der Bund geht davon aus, dass der Stromverbrauch in den nächsten zehn Jahren weitgehend konstant bleibt. Die eigenen Berater sehen das jedoch anders. Sie warnen vor einer Fehlkalkulation – und fordern, dass die deutsche Energiewende teilweise ins Ausland verlegt wird.

Als die Bundesregierung im Jahre 2010 ihr erstes, weitreichendes „Energiekonzept“ vorlegte, entschied sie sich für einen Akt von Offenheit und Transparenz, den sie heute womöglich bereut: Die regelmäßigen Regierungsberichte zum Fortschritt der Energiewende, so wurde damals beschlossen, sollten immer von einer unabhängigen Expertenkommission begutachtet und kommentiert werden.

Jetzt war es wieder so weit: Die vierköpfige Kommission um den Münsteraner Umweltökonomen Andreas Löschel hat ihre Stellungnahme zum achten Monitoringbericht der Bundesregierung veröffentlicht.

Nachdem Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) die Fortschritte beim ökologischen Umbau der Energieversorgung zuvor lobend herausgestellt hatte, zog die Expertengruppe einige zentrale Annahmen der Energiewendepolitik in Zweifel.

Die Wissenschaftler – neben Löschel sind dies die Professorinnen Veronika Grimm von der Universität Nürnberg und Barbara Lenz vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie Frithjof Staiß vom Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) – glauben, dass sich die Bundesregierung in ihrer Prognose für die Stromnachfrage verschätzt. Und das hat Folgen…

Ein Gedanke zu „Stromverbrauch: Regierung unterliegt Irrtum!“

  1. Dem Artikel von Daniel Wetzel in WELT am 4. Feb. zufolge konstatiert Minister Altmaier auch noch nach der niederschmetternden Kenntnisnahme des Expertengremiums zum 8. Monitoringbericht der Bundesregierung, die Stromversorgung sei „auch vor dem Hintergrund des Ausstiegs aus der Kernenergie und Kohleverstromung sicher“. Verdrängt er da etwas? Wetterabhängige Energieerzeuger können aus physikalischen Gründen keinen Beitrag zur „gesicherten Leistung“ (Fachbegriff) eines Stromversorgers liefern. Wie also will er dann die „gesicherte Leistung“ nach den geplanten Abschaltungen gewährleisten? Oder handelt er frei nach dem berühmten Adenauer- Zitat: „Was geht mich mein dummes Geschwätz von gestern an?“

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