Deutsche Windkraft: Eine Stromquelle in der Krise

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Bürgerproteste gegen Windräder  

Deutsche Windkraft – eine Stromquelle in der Krise

Windenergieanlagen stehen auf einem Feld in Brandenburg: Der Ausbau der Windkraft geht zögerlich voran. (Quelle: Patrick Pleul/dpa)

Von Andreas Hoenig / dpa, 9. August 2019

Deutschland geht raus aus der Atomenergie und soll raus aus der Kohle. Stattdessen sollen Anlagen mehr Strom aus Wind und Sonne generieren. Doch die Energiewende ist ins Stocken geraten. Ein Lagebericht.

Eigentlich ist es eine Idylle. Ein freundliches Haus in einem kleinen Dorf, ein großer Garten mit freiem Blick auf die Felder. Wenn da nicht die Windräder wären. „Von den Dingern gehen viele gesundheitliche Gefahren aus – abgesehen davon, dass sie die Landschaft verschandeln“, schimpft Stefan Hellert. Von den Problemen für Artenschutz und Vogelflug ganz zu schweigen. „Die machen uns den Frieden und die Ruhe kaputt. Und die Gesundheit“, sagt seine Frau Katrin Stoll-Hellert.

„Die“ – das ist die Windbranche mit einem aus Sicht der Gegner hoch subventionierten und rentablen Geschäft. Das ist die Politik, die den Ausbau der Windkraft vorantreibe, koste es was es wolle. Und keine große Rücksicht auf die Anwohner nehme.

Einwohner protestieren gegen den weiteren Ausbau der Windkraft

Stefan Hellert (45) ist Sprecher einer Bürgerinitiative in Carzig, einem Ortsteil der Gemeinde Fichtenhof im Brandenburger Landkreis Märkisch-Oderland. Mehr als 1.000 solcher Initiativen gibt es bundesweit. Als Familie Hellert vor drei Jahren nach Carzig zog, standen in der Nähe einige kleinere Windräder, 166 Meter hoch, die nächsten sind 800 Meter entfernt von ihrem Haus. Doch inzwischen sind einige bereits ersetzt worden – gegen Anlagen mit einer Höhe von 229 Metern. Und es seien bereits Baugenehmigungen beantragt für neue Anlagen, 250 Meter hoch, sagt Hellert.

„Unsere Grundstücke werden von Windrädern entwertet, das ist eine schleichende Enteignung. Landeigentümer bekommen horrende Pachten. Uns entschädigt kein Mensch“, sagt Katrin Stoll-Hellert. Sie fordert einen sofortigen Ausbaustopp. „Es kommt selten vor, dass es hier eine stille Nacht gibt“, kommentiert die 54-Jährige: „Bei bestimmten Wetterlagen scheppert hier alles.“…

 

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