Das Klima und die Freiheit der Wissenschaft

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Das Klima und die Freiheit der Wissenschaft

von Thilo Spahl, 10. November 2017

Der Erneuerbare-Energien-Guru Mark Jacobson verklagt wissenschaftliche Kritiker auf 10 Millionen Dollar Schadensersatz. Solche Einschüchterungsversuche haben in der Forschung nichts zu suchen.

Ein Klima des Konformismus ist kaum irgendwo so vorherrschend wie in der Klimadebatte. Wer den viel beschworenen Konsens infrage stellt, muss mit persönlichen Angriffen rechnen und darf sich wenig Hoffnungen auf eine Karriere im Wissenschaftsbetrieb, in den Medien oder in der Politik machen.

Erster Schritt der Tabuisierung der Kritik war die Erfindung der sogenannten „Klimaleugner“, gemeint waren ursprünglich Menschen, die Zweifel an der These vom menschengemachten Klimawandel äußerten, die also entweder die Auffassung vertraten, es gäbe keine Klimaerwärmung, oder das Klima werde zwar wärmer, die Ursachen hierfür seien jedoch nicht in erster Linie menschliche Aktivitäten, sondern natürliche Prozesse. Diese sehr seltenen Exemplare von Zweiflern werden nicht selten als unredlich und korrupt diffamiert. Ein Wissenschaftler, der zu Forschungsergebnissen kommt, die in diese Richtung weisen, muss sich daher sehr gut überlegen, ob und wie er seine Erkenntnisse präsentiert.

Zweiter Schritt war die Ausdehnung des Vorwurfs der Leugnung auf alle, die zwar die These vom anthropogenen Klimawandel unterstützen, aber Kritik an einzelnen Aspekten von Voraussagemodellen, an Aussagen des Weltklimarats IPCC oder an Politikern oder NGOs in einer Weise äußern, die vermeintlich die Bedrohung verharmlost. Etwa indem sie nahelegen, der Wandel könnte unter Umständen langsamer verlaufen, oder die Worst-Case-Annahmen seien weniger wahrscheinlich als die Best Case-Annahmen.

„Jacobson erfreut sich großer Beliebtheit bei Hollywood-Stars, Vertretern der Erneuerbaren-Energie-Branche und NGOs.“

Der dritte Schritt besteht darin, Kritiker der Klima- bzw. Energiepolitik, etwa der deutschen Energiewende, anzugreifen und mitunter auch diese ins Lager der Leugner zu stellen. Das ist besonders dann absurd, wenn die Kritik darauf zielt, dass die Klimaschutzmaßnahmen in Hinblick auf die Erreichung der Klimaschutzziele nicht effektiv genug sind…

 

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