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Drei Landräte fordern neue Diskussion über Windkraft

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Drei südhessische Landräte fordern neue Diskussion über Windkraft

Offener Brief an Volker Bouffier und Tarek Al-Wazir: Thorsten Stolz, Frank Matiaske und Frank Kilian gegen zu hohe Belastung ihrer Landkreise

Die Landräte der drei südhessischen Kreise Main-Kinzig, Odenwald und Rheingau-Taunus wehren sich gegen eine überproportionale Belastung ihrer Landkreise mit Windkraftanlagen. Foto: Wikipedia

von Pressedienst Odenwaldkreis, 11. Februar 2019

LANDKREISE MAIN-KINZIG / ODENWALD / RHEINGAU-TAUNUS. – Die Landräte des Main-Kinzig-Kreises, des Odenwaldkreises und des Rheingau-Taunus-Kreises haben Ministerpräsident Volker Bouffier und dessen Stellvertreter Tarek Al-Wazir in einem Offenen Brief aufgefordert, beim Bau von Windkraftanlagen in Hessen mehr „Augenmaß“ zu zeigen sowie eine neue politische Debatte über den Umfang dieser Art von Energieerzeugung und der geplanten Überbelastung ihrer drei Landkreise anzustoßen.

Thorsten Stolz (Main-Kinzig-Kreis), Frank Matiaske (Odenwaldkreis) und Frank Kilian (Rheingau-Taunus-Kreis) führen aus, dass 75 Prozent der Fläche, die im Teilplan Erneuerbare Energien als Windkraftvorranggebiete in Südhessen ausgewiesen sei, in ihren drei Kreisen lägen. Die „überproportionale Belastung“, die so in den Teilplänen von Mittel- und Nordhessen nicht zu finden sei, werde dazu führen, dass „nahezu 100 Prozent unserer Kreisgebiete in punkto Landschaftsbild durch Windkraftanlagen beeinträchtigt werden“.

Von einem „gerechten Ausgleich“ der Interessen in punkto Windkraftstandorte, wie ihn CDU und Bündnis 90/Die Grünen in ihrem Koalitionsvertrag festgeschrieben hätten, könne keine Rede sein.

Die Landräte fordern Bouffier und Al-Wazir auf, eine Diskussion darüber anzustoßen, ob das Ziel, zwei Prozent der Landesfläche als Windvorranggebiete auszuweisen, für Südhessen „landespolitisch so gehalten werden kann beziehungsweise muss“. Die konkreten Auswirkungen vor Ort mit einer Überbelastung einzelner Landkreise habe niemand beim hessischen Energiegipfel, der Jahre zurückliegt, vor Augen gehabt.

Sie verweisen außerdem darauf, dass heutige Anlagen wesentlich effektiver seien als frühere, so dass die Ziele des Energiegipfels sich auch „mit deutlich weniger Anlagen“ realisieren ließen.

„Für uns – die wir uns klar zum gesamtgesellschaftlichen Ziel der Energiewende bekennen – steht dabei außer Frage, dass unsere Landkreise zum Gelingen dieses Ziels beitragen wollen und werden.“ Dies müsse aber mit Augenmaß angegangen und umgesetzt werden, „damit die für uns außerordentlich wichtige öffentliche Akzeptanz der Notwendigkeit einer Energiewende hin zu den Erneuerbaren vor Ort nicht unnötig zerstört wird“.

Die gleichlautenden Briefe an Volker Bouffier und Tarek Al-Wazi im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Bouffier, (Sehr geehrter Herr Staatsminister Al-Wazir,)

im Koalitionsvertrag der Regierungsparteien CDU und Bündnis 90/Die Grünen wurde vereinbart, an den Festlegungen des Energiegipfels, 2 Prozent der hessischen Landesfläche als Windvorranggebiete auszuweisen, festzuhalten. Der Koalitionsvertrag führt weiter aus, „dass erwartet wird, dass die Regionalversammlungen ihrer Verantwortung nachkommen und einen gerechten Ausgleich der Interessen herbeiführen“.

Wie Sie wissen wird in Südhessen gerade der Teilplan „Erneuerbare Energien“ (TPEE) des Regionalplans aufgestellt und soll voraussichtlich in diesem Jahr auch von der Regionalversammlung beschlossen werden. Der letzte Entwurf dieses Teilplanes sieht vor, auf 1,7 Prozent der Fläche Südhessens, was insgesamt 12.475 ha entspricht, Windvorranggebiete auszuweisen.

Bei genauer Betrachtung der Planung ist festzustellen, dass 75 Prozent dieser Fläche (9.357 ha) in den Landkreisen Main-Kinzig-Kreis, Odenwaldkreis und Rheingau-Taunus-Kreis liegen. Die Hauptlast der Windkraftstandorte tragen also im Gebiet Südhessen unsere drei Kreise. Von einem „gerechten Ausgleich“ im Sinne der Formulierung des Koalitionsvertrages kann hierbei in keiner Weise die Rede sein.

Sie führen im Koalitionsvertrag weiter aus, dass „die 2 Prozent Festlegung der Landesfläche der Steuerung dient und den Wildwuchs vermeidet, weil so 98 Prozent der Flächen verlässlich von Windkraft freigehalten werden“. Diese Aussage können wir für unsere drei Landkreise nicht teilen, da die überproportionale Belastung dazu führen wird, dass nahezu 100 Prozent unserer Kreisgebiete in punkto Landschaftsbild durch Windkraftanlagen beeinträchtigt werden.

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, (Sehr geehrter Herr Staatsminister Al-Wazir,) diese überproportionale Belastung unserer drei Kreise, die vergleichbar so in den Teilplänen von Mittel- und Nordhessen nicht zu finden ist, sollte nicht nur zur Kenntnis genommen werden, sondern eine politische Diskussion in Gang setzen, ob die Festlegungen des Energiegipfels ohne genaue Kenntnis der Auswirkung vor Ort in Südhessen so von der Landespolitik gewollt ist.

Diese Diskussion könnte auch vor dem Hintergrund stattfinden, dass die heutige Anlagentechnik wesentlich höhere Stromerträge ermöglicht als zum damaligen Zeitpunkt und die Ziele des Energiegipfels dadurch auch mit deutlich weniger Anlagen realisiert werden können.

Im Vordergrund dieser Diskussion muss deshalb die Frage stehen, ob das 2 Prozent-Ziel für Südhessen landespolitisch so gehalten werden kann bzw. muss.

Für uns – die wir uns klar zum gesamtgesellschaftlichen Ziel der Energiewende bekennen – steht dabei außer Frage, dass unsere Landkreise zum Gelingen dieses Ziels beitragen wollen und werden. Dies muss aber mit Augenmaß angegangen und umgesetzt werden, damit die für uns außerordentlich wichtige öffentliche Akzeptanz der Notwendigkeit einer Energiewende hin zu den Erneuerbaren vor Ort nicht unnötig zerstört wird.

Wir würden es sehr begrüßen, wenn Sie diese politische Diskussion anstoßen und wir somit zu einer gerechteren Verteilung der Lasten im Sinne der Formulierungen des Koalitionsvertrages kommen.

Für Gespräche stehen wir, die drei Unterzeichner, Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Thorsten Stolz
Landrat des Main-Kinzig-Kreises

Frank Matiaske
Landrat des Odenwaldkreises

Frank Kilian
Landrat des Rheingau-Taunus-Kreises

Gigabatterien sollen Stromnetz „entlasten“

http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/netzausbau-gigabatterien-sollen-stromnetz-entlasten-a-1252422.html

Netzausbau

Gigabatterien sollen Stromnetz entlasten

Neue Stromtrassen sind unbeliebt, deshalb soll das vorhandene Netz möglichst viel Energie transportieren. Die Betreiber wollen dazu milliardenteure Riesenbatterien erproben – für die Versorgungssicherheit ein Paradigmenwechsel.

Tesla-Powerpack (Archivbild)

von Manuel Berkel, 11. Februar 2019

Mit Rekordinvestitionen in Batteriespeicher will die Energiewirtschaft eine neue Lösung für den dringend nötigen Ausbau von Stromtrassen testen. Bis 2025 sollen in Süddeutschland nach Plänen der großen Leitungsbetreiber drei sogenannte Netzbooster errichtet werden. Die größte Anlage soll im baden-württembergischen Kupferzell entstehen. Mit 500 Megawatt wäre sie fünfmal so leistungsstark wie der Batteriepark von Tesla nahe der australischen Stadt Adelaide, der bei seiner Eröffnung 2017 als größter der Welt galt.

Ein ähnlich riesiges Projekt wie in Kupferzell im schwäbisch-fränkischen Grenzgebiet wird derzeit lediglich in der Region zwischen dem Silicon Valley und der kalifornischen Gemeinde Moss Landing geplant. Der Versorger PG&E will dort bis Ende 2020 ein komplettes Gaskraftwerk durch Lithium-Akkus ersetzen.

Riesenbatterie mit 900 Megawatt Leistung zum Preis von einer Milliarde Euro

Die beiden anderen deutschen Großspeicher sollen in Ottenhofen östlich von München sowie in Ludwigsburg gebaut werden. Die Kosten für die Batterien mit insgesamt 900 Megawatt schätzen Brancheninsider auf etwa eine Milliarde Euro. Rechtfertigen soll die Megainvestition die mögliche Lösung eines Konflikts, der sich in den vergangenen Jahren immer weiter zugespitzt hat…

Förderung von 4.500 WKA endet 2020: Verschrottung?

https://www.berliner-zeitung.de/wissen/staatliche-foerderung-endet-werden-windraeder-bald-massenweise-verschrottet–31986942

Staatliche Förderung endet: Werden Windräder bald massenweise verschrottet?

Sie sehen aus wie eine gigantische Kunstinstallation. Bis zu 200 Meter hoch sind diese Exemplare im Windpark östlich von Parchim in Mecklenburg-Vorpommern. Doch was, wenn sie eines Tages demontiert werden müssen? Foto: dpa/Jens Büttner

von Eckart Granitza, 5. Februar 2019

Etwa 30.000 Windräder drehen sich in Deutschland und erzeugen rund 13 Prozent des Stroms in unserem Land. Man könnte fast sagen: noch. Denn Ende 2020 wird die staatliche Förderung für viele dieser Windkraftanlagen enden. Bei den derzeitigen Strompreisen werden dann sehr viele Anlagen nicht mehr konkurrenzfähig sein.

Zudem kommen viele Windräder in die Jahre und müssen bereits jetzt aus technischen Gründen gegen neuere Anlagen ausgetauscht oder ganz abgebaut werden. Der Bundesverband Windenergie rechnet damit, dass der Abbau von Windkraftanlagen schon ab 2020 deutlich zunehmen wird. Darauf werden sich die Betreiber einstellen müssen.

Massenweiser Abbau von Windkraftanlagen steht bevor

„Wenn die Strompreise in der nächsten Dekade nicht steigen, werden sich nur wenige Anlagen ohne Förderung am Markt behaupten“, fassen die Autoren einer Analyse des Berliner Fachberatungsunternehmens für Energie, Energy Brainpool, zusammen. „Zirka 4500 Anlagen werden allein Ende 2020 aus der EEG-Förderung fallen“, sagt Andreas Wellbrock-Geschäftsführer des Bundesnetzwerks für Windenergie (WAB). „Das entspricht einer Leistung von zirka 4,3 Gigawatt, also etwa so viel, wie acht mittelgroße Kohlekraftwerke oder vier große Atomkraftwerke erzeugen.“…

Kleine „Lösung“ für Regionalplan Südhessen?

https://edition.faz.net/faz-edition/rm-hessen/2019-02-08/33da554cf537a504e02cb8759de2834d/?GEPC=s9

Regierungspräsidentin Lindscheid rät den Regionalpolitikern in Südhessen zur kleinen Lösung: So lasse sich der umstrittene Teilplan erneuerbare Energien endlich zu Ende zu bringen.

FAZ RM-Hessen, 8. Februar 2019

mch. RHEIN-MAIN. In dem vor Weihnachten eskalierten Streit um Standorte für Windkraftanlagen im Rhein-Main-Gebiet kommt Bewegung. Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid (Die Grünen) hat den Fraktionen in der Regionalversammlung Südhessen vorgeschlagen, den Regionalteilplan für erneuerbare Energien zügig zu beschließen und zunächst nur die zumindest in der Regionalversammlung unumstrittenen Vorrangflächen in das Werk aufzunehmen. Die Streitfälle tauchten im Plan als „Weißflächen“ auf und würden später über Änderungsverfahren aufgenommen oder verworfen.

Akzeptiert die Regionalversammlung dieses Vorgehen, läge binnen Jahresfrist ein Plan vor, wonach auf mindestens 1,4 Prozent der regionalen Gesamtfläche Windparks errichtet werden könnten.

Umgekehrt dürften auf knapp 98 Prozent der Fläche Südhessens keine neuen Windräder mehr entstehen. Denn das politische Ziel der Ausweisung von Vorrangflächen ist nicht nur, in Hessen möglichst viele Windräder zu errichten, sondern auch die wegen ihrer Höhe unübersehbaren Anlagen auf besonders windreiche Standorte zu konzentrieren.

Das einst beim hessischen Energiegipfel 2011 von CDU, SPD, Grünen und FDP verabredete und später von der schwarz-grünen Landesregierung festgelegte Ziel, zwei Prozent der Landesflächen zur Nutzung für die Windenergie bereitzustellen, wird mit dem Vorschlag der Grünen-Regierungspräsidenten nicht erfüllt. Allerdings sah auch der umstrittene Teilplan-Entwurf, den die Regionalversammlung Mitte Dezember vertagt hatte, lediglich 1, 7 Prozent der Fläche des Regierungsbezirks für Windkraftanlagen vor.

Wie die Regierungspräsidentin den Fraktionsspitzen darlegte, ist der Vorteil dieser „Weißflächenlösung“, dass bis Mitte 2020 ein genehmigter Energieteilplan vorliegen könnte. Es gäbe Rechtssicherheit zumindest in Bezug auf die im Plan enthaltenen Standorte.

Alternativ dazu könnte man nur für die Vorrangflächen, die seit der zweiten Offenlage des Plans im Jahr 2017 verändert wurden, noch einmal für Bürger und Verbände öffentlich auslegen und sie um Stellungnahmen bitten, um dann anschließend den gesamten Plan zu beschließen. Laut Lindscheid wäre unter diesen Umständen frühestens Mitte 2022 mit einer Genehmigung des Teilplans für erneuerbare Energien zu rechnen.

Voraussetzung wäre allerdings, dass bis dahin weder ein Rotmilan seinen Horst verlegt noch eine Fledermausart ihr Quartier geändert hat. Denn das eröffnete wieder die Diskussion um bereits festgelegte Windradstandorte. Die Regierungspräsidentin hat darauf hingewiesen, dass sich dann weitere Offenlagen anschließen müssten…

Industrie spart 8 Milliarden EURO an Stromkosten

http://m.spiegel.de/wirtschaft/soziales/energiewende-industrie-spart-acht-milliarden-euro-an-stromkosten-a-1252083.html

Energiewende:

Industrie spart acht Milliarden Euro an Stromkosten

Die größten Stromschlucker Deutschlands wurden nach SPIEGEL-Informationen 2017 in Milliardenhöhe subventioniert – auf Kosten einfacher Verbraucher. Der Kohleausstieg könnte dieses Ungleichgewicht noch vergrößern.

Foto: DPA

von Stefan Schultz, 7. Februar 2019

Die deutsche Industrie hat 2017 rund acht Milliarden Euro Entlastung auf ihre Stromrechnung erhalten. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervor, die dem SPIEGEL vorliegt.

Gleich acht verschiedene Privilegien helfen den Unternehmen demnach, ihre Energiekosten zu drücken. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Oliver Krischer, spricht von einem „Subventionsdschungel“.

Zu den privilegierten Firmen gehören neben vielen mittelständischen Unternehmen unter anderem Konzerne wie ThyssenKrupp, ExxonMobil, Knauf, HeidelbergCement und die Deutsche Bahn.

Die begünstigten Firmen leisten unter anderem einen geringeren Beitrag zum Ausbau der erneuerbaren Energien und zahlen geringere Gebühren für den Erhalt und Neubau von Stromnetzen. Haushalte und nicht privilegierte Unternehmen müssen dies mit höheren Aufschlägen auf ihre Stromrechnung gegenfinanzieren…

Windkraft vernichtet Immobilienwerte

https://www.welt.de/finanzen/immobilien/plus187351800/Immobilien-Windraeder-mindern-den-Wert-von-Haeusern-und-Wohnungen-deutlich.html

Windkraft vernichtet Immobilienwerte

 

Eindeutiges Studienergebnis: Je näher ein Windrad, desto stärker schrumpft der Objektwert     Quelle: picture alliance / imageBROKER

 

Von Michael Fabricius und Daniel Wetzel, 31. Januar 2019

Eine Windkraftanlage in Sichtweite des Eigenheims ist für viele ein Unding. Und das liegt nicht nur an lärmenden Rotorblättern und irritierend umhersausenden Schatten. Es liegt auch an den Auswirkungen auf den Wert der Immobilie.

Erstmals haben Ökonomen des RWI – Leibniz Instituts für Wirtschaftsforschung in Essen nachgewiesen, dass Hauspreise sinken, wenn in der Nähe Windräder gebaut werden. „In absoluten Werten kann das einen Vermögensverlust für Hausbesitzer von mehreren Zehntausend Euro bedeuten“, fasst Studienleiter Manuel Frondel zusammen.

Die Wissenschaftler haben knapp drei Millionen Verkaufsangebote ausgewertet und mehr als 20 verschiedene Einflussfaktoren auf den jeweiligen Verkaufspreis berücksichtigt….

Eberbach: Gemeinderat lehnt Vereinbarung mit Forst BW ab

http://www.omano.de/art_ausgabe.php?id=39250&fbclid=IwAR3BFLkJ95-Kbbc_doOsJ1GgKe29CNk-AEO5q0TLm-bh71tSJYUVfzHBbDQ

Gemeinderat lehnt Vereinbarung mit dem Land knapp ab

31. Januar 2019

(hr) Zur gemeinsamen Vermarktung des möglichen Windkraftstandorts “Hebert” zwischen Eberbach und Schwanheim gemeinsam mit dem Land Baden-Württemberg versagte der Eberbacher Gemeinderat heute dem Abschluss einer Kooperationsvereinbarung mit Forst BW knapp die Zustimmung.

Forst BW ist die Forstverwaltung des Landes Baden-Württemberg und besitzt auf dem Hebert ebenso wie die Stadt Eberbach Waldflächen, die als Standorte für Windenergieanlagen infrage kommen. Die gemeinsame Vermarktung wird als Voraussetzung für die wirtschaftliche Windkraftnutzung dieses Standorts angesehen. Die Vereinbarung wurde 2017/18 von der Stadt gemeinsam mit Forst BW erarbeitet und liegt nun fertig vor. Von Forst BW wurde das Papier bereits unterzeichnet und von der Kommunalberatung Rheinland-Pfalz geprüft. Es umfasst auch einen Mustergestattungsvertrag, der mit möglichen Investoren abzuschließen gewesen wäre.

In der Vereinbarung sollte die Stadt seitens Forst BW ermächtigt werden, die Landesflächen im Rahmen eines Vermarktungsverfahrens mit anzubieten. Der Beschlussantrag für die Kooperation scheiterte mit 10:10 Stimmen knapp. Die CDU lehnte die Windkraftnutzung auf dem Hebert und damit die Kooperationsvereinbarung aus energiepolitischen Gründen ab. Gegenstimmen kamen aber auch aus den Fraktionen der SPD und der Freien Wähler.

Muna e.V. klärt auf über Schwarzstorch und Rotmilan!

http://www.de-fakt.de/bundesland/hessen/odenwaldkreis/details/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=5578&cHash=b3b02f107928148688df01d6b17925f6

Streng geschützte Schwarzstörche und Rotmilane zeigen kein Meideverhalten vor todbringenden Windkraftanlagen

Bad König-Zell: Verein MUNA e.V. klärt auf über Schwarzstorch und Rotmilan im Odenwald

Schwarzstorch-Jungtiere                   Der Rotmilan im Odenwald

Fotos: MUNA

von Angelika Emig-Brauch, 30. Januar 2019

BAD KÖNIG. – Entgegen der bis vor einigen Jahren verbreiteten Meinung, dass der Schwarzstorch im Odenwald nicht vorkomme, konnte der Verein MUNA e.V. durch mehrjährige Untersuchungen und Kartierungen einen flächendeckenden Bestand des streng geschützten Schwarzstorches von 16 Paaren im gesamten Odenwald belegen.

Der Vorsitzende des Vereins MUNA e.V., Mensch, Umwelt-, Natur- und Artenschutz, Dirk Bernd, berichtete bei einer Veranstaltung des NABU Kreisverbandes Odenwald vor einer großen Zahl interessierter ZuhörerInnen im Gasthaus zur Krone in Bad König-Zell über die Lebensweise und die Verhaltensökologie des seltenen Schwarzstorches, sowie über die Gefahren, denen er ausgesetzt ist.

In der vergangenen Brutsaison in 2018 gelang es der Gruppe um Dirk Bernd, wieder mehrere Horste des seltenen Schwarzstorches im Odenwald ausfindig zu machen und die Aufzucht der Jungen mit eindrucksvollen Bildern zu dokumentieren.

Pro Paar wurden 2 bis 5 Junge in diesem witterungsbedingt günstigen Brutjahr großgezogen. Durchschnittlich wurden pro Brutpaar drei Jungstörche flügge. Sind die Jungen geschlüpft, werden sie in den ersten zwei Wochen von einem Altvogel, meist dem Weibchen, nicht aus den Augen gelassen und vor Gefahren geschützt.

Später bringen die Eltern in ihrem Kropf in 2- bis 3-stündigen Fütterungsintervallen Nahrung aus den zahlreich vorhandenen Bächen, Wiesengräben, Tümpeln und auch Feuchtwiesen herbei, darunter Forellen, Groppen, Bachneunaugen, Krebse, Mäuse, Frösche, Kaulquappen und Insekten. Meist legt der Schwarzstorch im Odenwald seine Horste auf Kiefern und Buchen an, die nicht tief im Wald versteckt sein müssen, sondern auch direkt an Wirtschaftwegen liegen können.

Die Nutzung des Lebensraumes unterliegt jedoch einer hohen Dynamik. So werden Bruthorste, bedingt durch forstliche Nutzung wie auch durch Störungen verschiedenster Art, meist nicht länger als 3 Jahre genutzt und 1 bis 3 Ausweichhorste angelegt. Immer häufiger kommt es zu Fällen von Vergrämungen streng geschützter Großvogelarten, betonte Dirk Bernd, wie der Beschuss von Horsten, die Fällung von Horstbäumen oder gar Tötung der Tiere. Meist kommt dies im Zusammenhang mit der Errichtung von Windenergieanlagen vor.

Im Odenwald werden inzwischen gezielte Maßnahmen zum Schutz des Schwarzstorches durchgeführt. Bei Pflegearbeiten an Fließgewässern finden die Bedürfnisse des Schwarzstorches Berücksichtigung. Ebenso wird die Gefahr des Todes an Stromtrassen durch gezielte Maßnahmen vermindert.

Vor Windkraftanlagen zeigen Schwarzstörche sowie auch der streng geschützte Rotmilan, für den Deutschland mit einem Anteil des Weltbestandes von über 50% eine große Verantwortung trägt, kein Meideverhalten. Auf ihren Thermik- und Transferflügen zu den Nahrungshabitaten über die Höhenrücken des Odenwaldes müssen die Vögel häufig gleich mehrere Windparks durchqueren.

Rotmilane werden sogar förmlich von den Anlagen angezogen. Sie nutzen die günstigen Thermikverhältnisse entlang der bewaldeten Höhenzüge und fliegen die Freiflächen um die Windenergieanlagen z.T. täglich mehrfach an, um sie als profitable Nahrungsquelle, wo sie Insekten, Vögel und Kleinsäuger finden, zu nutzen.

Der Odenwald stellt für den Rotmilan ein optimaler Lebensraum dar, welcher nach bisherigen Ergebnissen von MUNA e.V. eine Siedlungsdichte von 15 Paaren pro 100 km² aufweist. Sogenannte Quellpopulationen, wie es Dichtezentren mit über 10 Brutpaaren pro 100 km² sind, sind essentiell für die Erhaltung des Rotmilans weltweit.

In vier Untersuchungsflächen von je 100km² konnten 86 Brutpaare des Rotmilans ermittelt werden. Die Siedlungsdichte des Rotmilans liegt im Odenwald bundesweit an der Spitze, kaum in einer anderen Region gibt es so viele Rotmilane wie bei uns, erläutert Angelika Emig-Brauch, von MUNA.

Die deutschlandweite Bestandsentwicklung des Rotmilans zeigt seit Beginn der 90er Jahre einen kontinuierlichen jährlichen Rückgang von 1,8%. In einigen Flächenbundesländern sank der Bestand analog zum Ausbau der Windenergie um über 50%. Bei Untersuchungen im Vogelschutzgebiet Vogelsberg konnte ein Rückgang des Schwarzstorchbestandes von über 60% seit 2004 mit damals noch 30 Windenergieanlagen im Vergleich zu 2017 mit fast 300 Anlagen auf nur noch 5 Brutpaare verzeichnet werden.

Für die Erhaltung der im Odenwald in hohen Siedlungsdichten vorkommenden Arten Schwarzstorch und Rotmilan ist ein Verzicht der Windenergienutzung als Hauptgefährdungsursache unvermeidbar, so Bernd abschließend. In der Broschüre „Der Schwarzstorch im Odenwald“ sind die Untersuchungsergebnisse von 2016/17 zusammenfassend dargestellt. Die Broschüre ist erhältlich in der Buchhandlung „Paperback“ in Bad König, Bahnhofstraße 43 oder kann über die Homepage des Vereins www.muna-ev.com bestellt werden.

Vernunftkraft Odenwald: INFO über WKA-Vorranggebiete

http://www.de-fakt.de/bundesland/hessen/odenwaldkreis/details/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=5575&cHash=587f6f917fcaa22f212d2cf1cf7d9d1b

Mitgliederversammlung des Vereins Vernunftkraft Odenwald e.V.: Weiter Kampf gegen den vorliegenden Entwurf des Teilplans Erneuerbare Energien im Regionalplan

ODENWALD. – Am Sonntag, 27. Januar, fand im Mossautaler Ortsteil Güttersbach die jährliche Mitgliederversammlung von Vernunftkraft Odenwald e.V. statt.

Hauptthema war laut dem Vorsitzenden Peter Geisinger der Regionalplan – Teilplan Erneuerbare Energien, über den bereits am 14. Dezember vergangenen Jahres in der Regionalversammlung im Frankfurter Römer entschieden werden sollte.

CDU und SPD hatten unter Hinweis auf Mängel in der Vorlage von Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid (Die Grünen) darauf gedrängt, Beratung und Beschluss zu verschieben.

In Rede steht nun eine Sitzung im April. Die Grünen dagegen hatten den Teilplan beschließen wollen. Vernunftkraft Odenwald e.V. hatte daraufhin beschlossen, die Bürger in allen vom Regionalplan und damit dem Ausbau der Windkraft betroffenen Gemeinden mit Zeitungsbeilagen, die Kartenausschnitte und eine genaue Beschreibung der Größe der Vorranggebiete enthalten, umfassend zu informieren.

Durchgeführt wurde diese Aktion bereits in Groß-Umstadt, Breuberg, Bad König, Michelstadt, Vielbrunn, Reichelsheim und Mossautal. Die südlicher liegenden Gemeinden bis hin zum badischen Odenwald werden folgen.

Schatzmeister Robert Hary berichtete von einer aufgrund von zahlreichen Spenden erfreulichen Kassenlage, die die Fortführung dieser und weiterer Aktionen ermöglicht. Kassenprüfer Joachim Back würdigte die penible Buchführung des Schatzmeisters und empfahl der Versammlung die Entlastung. Vorstand und Schatzmeister wurden von der Versammlung einstimmig entlastet.

Vielbrunn: Ortsbeirat fordert Verweigerung des WKA-Baus

https://www.echo-online.de/lokales/odenwaldkreis/michelstadt/michelstadt-soll-windradbau-verweigern_19918212#

Michelstadt soll Windradbau verweigern

Vielbrunner Ortsbeirat findet reges Interesse mit Beratung eines Antrags zur Errichtung eines weiteren Rotors im Felgenwald.

Die beiden neuen Windräder bei Vielbrunn aus der Luft. Archivfoto: Harald Melzer

von Christian Raabe, 24. Januar 2019

VIELBRUNN – Wichtigstes Thema des Vielbrunner Ortsbeirats unter Vorsitz von Ortsvorsteherin Anna Allmann war in der jüngsten Sitzung ein drittes Windrad im Felgenwald. Zwei weitere Themen der Tagesordnung, Standort der „Roten Tonnen“ (Behältnis zum Entsorgen von Batterien) und ein Programm zur Dorferneuerung wurden eher beiläufig abgehandelt. Vor Sitzungsbeginn wurden Stühle und Bänke zusätzlich aufgestellt, denn mehr Bürger als erwartet waren gekommen. Auch aus den umliegenden Ortschaften Würzberg, Boxbrunn und Weiten-Gesäß waren interessierte Bürger da.

Nabenhöhe der Anlage beträgt 166 Meter

Ortsvorsteherin Allmann bezifferte Maße und Bauaufwand der neuen Windkraftanlage (WKA) des Energieerzeugungs-Spezialisten „whs-Enertec“ (WHS): Die Nabenhöhe der Anlage beträgt 166 Meter, der Rotordurchmesser 150 und die Gesamthöhe 241 Meter. Der Standort dieser Anlage liegt in nördlicher Verlängerung der beiden bestehenden Anlagen etwa 1200 Meter von den ersten Häusern in Vielbrunn und 600 bis 700 Meter vom Tiefbrunnen entfernt, der Vielbrunn mit sauberem Trinkwasser versorgt.

Der Ortsbeirat fordert von der Stadt Michelstadt, sich gegen die Errichtung einer weiteren WKA im Felgenwald auszusprechen. Er begründet die Ablehnung mit einer möglichen Gefährdung des Trinkwassers. Weitere Bedenken des Ortsbeirats: nachteilige Auswirkungen auf das Landschaftsbild, Wanderwege wären nicht mehr nutzbar, und der Schallschutz – insbesondere vor Infraschall – sei nicht genügend berücksichtigt…

Bürgermeister Kelbert schloss die Fragerunde mit den Worten: „Hier droht eine Überlastung von Vielbrunn. Das müssen wir mit aller Macht verhindern.“