Archiv der Kategorie: Artikel

Energiewende: Deutscher Sonderweg ins Abseits

https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2018/06/16/energiewende-deutscher-sonderweg-ins-abseits/?utm_source=Das+t%C3%A4gliche+DWN+Telegramm&utm_campaign=de2558fc27-RSS_EMAIL_CAMPAIGN&utm_medium=email&utm_term=0_3752338fa9-de2558fc27-107188761

Energiewende: Deutscher Sonderweg ins Abseits

von Achim Dübel, 16. Juni 2018

Auf dem Wirtschaftstag der CDU konnte in bizarrer Weise beobachtet werden, dass offenbar nur aus dem Ausland die Fehlentwicklungen der Energiewende zu erkennen sind.

Bei einem Forum zur Energiewende auf dem Wirtschaftstag des CDU-Wirtschaftsrats konnte man die Degenerierung unserer politisierten Energiewirtschaft und der gesamten Diskussion um dieses Thema bestaunen.

Das angegebene Thema hieß „Neuausrichtung der Energiewende für einen starken Industriestandort“.

Diskutiert wurde nicht etwa eine Neuausrichtung, sondern ausschließlich das Erreichen neuer, aggressiver, politischer Zielvorgaben beim Ausbau von erneuerbaren Energien (Koalitionsvertrag) bei gleichzeitiger Vermeidung der schlimmsten Konsequenzen für die Unternehmen (Besucher des Wirtschaftstags).

  • Ein Vorstand von E.ON hatte die Gesprächsführung. Das ist schon an sich erstaunlich, da E.ON einer der Hauptleidtragenden der Energiewende war. Der Konzern hat sich aufgrund des politischen Drucks komplett neu aufgestellt. Er verkaufte die grundlastfähigen Kraftwerke auf der Basis speicherbarer (fossiler) Energien an Uniper (inzwischen nach Finnland verkauft – sollen die anderen die politischen Risiken der Unterauslastung der Grundlastinfrastruktur tragen), und mutierte zum reinen Renewables-Konzern mit angeschlossenen Netzen. Kritische Fragen zum Warum und Wie waren deshalb natürlich Fehlanzeige.
  • Die politische Uniformität, ebenfalls in Vollendung, vertrat ein Vorstand von Siemens, der allen Ernstes das von 200-Meter-Windrädern umzingelte Wunsiedel am Fichtelgebirge – bald ebenso unbewohnbar wie das benachbarte Hof – als ökologisches Modellprojekt pries. Irgendwie müssen die Bayern dem schwarzrotgrünen Zeitgeist etwas opfern, und dann am liebsten in den strukturschwachen Regionen ganz am Rande. Natürlich ist Siemens so oder so der große Profiteur der Politisierung: Der Markt für die grundlastfähigen und sauberen Gaskraftwerke sei zwar in der Depression und werde „auch nicht wieder zurückkommen“, aber dafür liefere man natürlich alles andere an Elektrifizierung, was mit dem Drum und Dran von Energiewende und Dekarbonisierung verbunden sei.
  • Zur Phalanx der Gewendeten passte ein zappeliger, junger „Wir-schaffen-das“-Saarland-Ministerpräsident. Offenbar ein bisher unbekannter Nachfahre von Klaus Töpfer und Angela Merkel aus der Quotenwunderzeit.

Folglich kamen die einzigen nennenswerten Diskussionsbeiträge von den Industriekunden und aus dem Ausland:

  • Der CEO von Salzgitter, Stahlproduzent, warnte vor weiter steigenden Preisen und weiteren politischen Vorgaben in Richtung Dekarbonisierung. Er betonte, dass der Strompreis kein politischer, sondern ein marktwirtschaftlicher Preis sein sollte.
  • Der Vertreter des Verbands der Chemieindustrie war eigentlich der einzige Deutsche auf dem Panel, der Tacheles redete und sagte, man solle CO2-Handel betreiben und nicht bestimmte Energieträger bzw. -erzeugungstechnolgoien subventionieren. Natürlich griff der „ergrünte“ E.ON-Mann, aka Diskussionsleiter, diesen frevelhaften Kommentar, anhand dessen man das ganze politisch-wirtschaftliche Drama der deutschen Energiewirtschaft hätte erklären können, nicht auf.
  • Der Vertreter des tschechischen Konzerns EP Energy war der einzige Vertreter einer echten Energiewirtschaft auf dem Panel und sagte in etwa sinngemäß, dass es Tschechien trotz erneuerbarer Energien hier und da überhaupt nicht in den Sinn käme den deutschen Sonderweg mitzugehen und man weiter an fossiler Energie festhalte.

Kein Wunder, erweitert doch nicht nur Tschechien sein bestehendes Atomkraftwerk, sondern baut auch Russland in Königsberg und bald Polen, vielleicht schon direkt an der Oder. Von wo der Wind auch immer weht, ob aus West (Frankreich, Belgien) oder Ost (Tschechien, Ungarn, Slowakei, Polen, Russland) – mit dem Ausstieg der Deutschen wird‘s also nichts, wenn es mal irgendwo knallt. Bekanntlich importiert Deutschland inzwischen in sonnen- und windschwachen Zeiten Strom aus diesen Nachbarländern, worauf der Tscheche auch hinwies, während diese Länder selbst die Spitzen des zappeligen deutschen Stroms abregeln, um ihre Energiewirtschaft vor dem Schicksal E.ONs zu schützen…….

 

Bergstraße: Grüne kritisieren Landrat Engelhardt

https://www.morgenweb.de/bergstraesser-anzeiger_artikel,-bergstrasse-gruene-kritisieren-engelhardt-_arid,1267694.html

Bergstraße: Windenergie Regionalplan heute Thema im Kreistag

Grüne kritisieren Engelhardt

von red, 18. Juni 2018

Bergstraße. Heute steht der Teilregionalplan Windenergie Rhein-Neckar auf der Tagesordnung des Bergsträßer Kreistags – doch schon am Wochenende hat das Thema Wellen geschlagen. „Gegen die eigene CDU-Fraktion, den Koalitionspartner SPD und die Stimmen der Grünen hat der Bergsträßer Landrat Christian Engelhardt bei einer namentlichen Abstimmung in der Regionalversammlung am Freitag als einziger Delegierter zusammen mit FDP und AfD gegen eine Stellungnahme zum Teilregionalplan gestimmt“, kritisiert Thilo Figaj, der für die Grünen in der Regionalversammlung sitzt.

Die Stellungnahme, die von der Oberen Landesplanungsbehörde beim Regierungspräsidium in Darmstadt vorgelegt wurde, setzt sich fachlich mit der den Kreis Bergstraße überdeckenden Planung des Verbandes Region Rhein-Neckar auseinander und stellt die Unterschiede der beiden Planansätze dar. Demnach sind die Mindestflächen mit 20 Hektar in Rhein-Neckar doppelt so groß wie in Südhessen, dafür werden in Südhessen zurzeit zehn Flächen geplant, in Rhein-Neckar dagegen nur fünf.

„Es mag sein, dass diese doppelte Planung in der Öffentlichkeit nicht leicht vermittelbar ist. Sie ist allerdings das Ergebnis eines Staatsvertrages“, so Figaj mit dem Vorstandssprecher der Bergsträßer Grünen, Matthias Schimpf. Mit seinem Nein zur Vorlage habe Engelhardt – als gleichzeitiges Mitglied im Verband Rhein-Neckar – nicht nur gegen sich selbst, sondern auch gegen die Interessen des Kreises gestimmt: „Und dies ohne Wortmeldung, wohl in der Hoffnung, dass sein Verhalten weitgehend unbemerkt bleibt.“

BUND: „Verantwortungslos“

Der BUND Bergstraße kritisiert den Antrag der AfD-Fraktion, der heute Thema im Kreistag ist, als verantwortungslos. Demnach soll der Kreis Widerspruch gegen drei Windkraftvorrangflächen im Regionalplan einlegen. „Aus unserer Sicht fehlt dem Antrag insbesondere jeder Hinweis, wie eine schnelle Energiewende ohne den Ausbau der Windenergie gelingen soll. Diese Klimapolitik ist verantwortungslos gegenüber Mensch und Umwelt“, so Kreisverbandssprecher Guido Carl. Der Begründung des AfD-Antrags fehle jegliche sachliche Grundlage. red

 

Böcke als Gärtner*innen im Odenwald und in der Republik

http://www.de-fakt.de/bundesland/hessen/odenwaldkreis/details/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=4077&cHash=f36dfc15a58c32c62bcf0e5778fe4483

Böcke als Gärtner*Innen?

von Pressedienst Vernunftkraft Odenwald e.V., 15. Juni 2018

SÜDHESSEN / ODENWALD. – Marie-Luise Wolff wurde aktuell zur Präsidentin des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft BDEW gewählt.

Das veranlasst Peter Geisinger, Vorsitzender der Vernunftkraft Odenwald e.V., zu folgender Feststellung: „Frau Wolff ist Vorstandsvorsitzende der ENTEGA. Dieses Unternehmen ist damit beschäftigt, den Odenwald in eine Windindustrielandschaft umzubauen.

Dr. Stefanie Fey wurde Anfang dieses Jahres als Geschäftsführerin des UNESCO Geo-Naturparks Bergstraße Odenwald bestellt. Ab 2012 hatte sie beim Verteilernetzbetreiber Rhein-Main-Neckar Grundsatzfragen zur Energiewende bearbeitet, hatte die Projektleitung über alle großen Erzeugungsanlagen mit erneuerbaren Energien und übernahm die Vertretung der Unternehmensinteressen bei Gesetzgebungsverfahren.“

Was im Schwachwindgebiet Odenwald hauptsächlich erzeugt werde, seien Profite für Windanlagenhersteller, Projektierer und Grundstücksverpächter.

„Für die Betreiber und Beteiligten an Windkraftanlagen sieht es etwas anders aus: Sie dürfen sich mit minimalen Erträgen begnügen und hoffen, am Ende der 20-jährigen Betriebszeit ihr eingesetztes Kapital überhaupt wieder zu bekommen. Mitleid ist hier allerdings nicht angebracht.“

Dass aber der Windkraftausbau im Odenwald, der unter dem Etikett „Energiewende“ vorangetrieben werde, zur nachhaltigen Zerstörung von Natur- und Kulturlandschaften sowie dem Lebensraum der dort leben den Menschen und Tierarten führe, sei ein zu hoher Preis.

Der ehemalige Staatsminister Michael Naumann (SPD) habe bereits 2011 gesagt: „Die Energiewende ist das unseriöseste Regierungsprojekt aller Zeiten.“

Dies sei treffend: „Allein im Monat Mai betrug die Differenz zwischen Börsenwert von Wind- und Solarstrom und der dafür gezahlten Einspeisevergütung 1,97 Milliarden Euro. Bezahlt wird das von den Stromverbrauchern über die EEG-Umlage.

Diese physikalisch unsinnige, zerstörerische und astronomisch teure politische >Gartenarbeit< kann wohl nur noch mit dem Wahlzettel beendet werden“, befindet Geisinger abschließend.

 

 

Michelstadt: Stadt steigt aus WKA-Planung Würzberg aus!

http://www.echo-online.de/lokales/odenwaldkreis/michelstadt/windpark-plaene-fuer-wuerzberg-stadt-steigt-aus_18844184.htm

Windpark-Pläne für Würzberg: Stadt steigt aus

von Birgit Reuther, 14. Juni 2018

WÜRZBERG – Die Stadt Michelstadt wird sich mit ihren Grundstücken nicht am geplanten Windpark in der Gemarkung Mies bei Würzberg beteiligen. Dies hat die Stadtverordnetenversammlung am Dienstagabend im Dorfgemeinschaftshaus des Michelstädter Höhen-Stadtteils beschlossen. Gegen eine Beteiligung der Kommune stimmten CDU, FDP und die meisten ÜWG-Vertreter. Für ein Mitziehen beim Windpark-Projekt der Darmstädter Entega GmbH und der Energiegenossenschaft Odenwald (EGO) sprachen sich die Grünen sowie ÜWG-Mitglied Dr. Andreas Untergasser aus. Die SPD enthielt sich. Knapp 50 Zuhörer verfolgten die Beratungen.

Das mehrheitliche Nein der Michelstädter Kommunalpolitiker fußt auf grundsätzlichen Bedenken gegen den Würzberger Standort mit insgesamt fünf geplanten Rotoren; auf den städtischen Grundstücken hätte eines davon errichtet werden sollen. Die Höhe der Windräder, ihre Nähe zur Siedlungsfläche und zum Kastell Würzberg mit seinem Römerbad sind Kritikpunkte der Kommune.

Wie zum Beispiel Tobias Robischon (ÜWG) kritisierte, sollten die Rotoren mit einer Gesamthöhe von 241 Meter deutlich größer ausfallen als ursprünglich angegeben. Zudem sah der Überparteiliche finanzielle Risiken für Grundstückseigentümer und Stadt vor allem bei einem Rückbau der Anlagen, wenn die nach 20 bis 25 Jahren nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben sein werden. Robischons Hinweis, die Projektierer seien nicht wirklich bereit gewesen, die Belastungen für Anlieger zu reduzieren, wurde von Bürgermeister Stephan Kelbert relativiert: „Da gab es schon Bereitschaft, doch hier wurde nicht zu Ende verhandelt.“

„Es gab viele Beratungstermine, viele Fragen und wenig Antworten“, bekräftigte Georg Walther (CDU) das Nein seiner Fraktion zum Windpark Würzberg. Die Hinweise der Projektierer, auch wenn Michelstadt nicht mitziehe, werde dort gebaut – dann aber von einem anderen Investor und womöglich in größerem Umfang, habe man sehr wohl als Drohung empfunden. „Dies hat uns in unserem Nein eher noch beflügelt.“

Auch FDP sieht mehr Nachteile für die Kommune

Auch Moritz Promny (FDP) sah mehr Nachteile für die Kommune: Der Eingriff in die Landschaft, der Wertverlust der Häuser, Nachteile für den Tourismus wögen schwerer als 25 000 Euro Pachterlös pro Jahr. Zudem laufe beim Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ohnehin vieles falsch: „Der Nutzen wird privatisiert, die Belastungen werden sozialisiert.“

„Es läuft nicht alles gut mit der Energiewende. Doch wir wollen einen intelligenten Energiemix und stehen zu unserem Odenwälder Windkraft-Flächennutzungsplan.“….

Reichelsheim: Bericht zur Info-Veranstaltung am 6. Juni!

http://www.echo-online.de/lokales/odenwaldkreis/reichelsheim/koennen-windraeder-krank-machen_18837342.htm#

Können Windräder krank machen?

Ob Windräder wie hier die der kommunalen Gemeinschaft im Odenwaldkreis gehaltene Einzelanlage am Hainhaus bei Breitenbrunn krank machen, wurde nun bei einer Großveranstaltung der Anlagengegner in Reichelsheim erörtert. Die dort gegebene Antwort firl eindeutig mit Ja aus. Archivfoto: Guido Schiek

von Gerhard Grünewald, 12. Juni 2018

ALTERNATIVE ENERGIEN Interessengemeinschaft gegen weiteren Ausbau im Odenwald lässt Fachleute zu Wort kommen

REICHELSHEIM – Wenn sich gegen den Bau von Windrädern im Odenwald erheblicher Widerspruch vor allem aus der Bürgerschaft artikuliert, beruht das auf den verschiedensten Bedenken. Neben der Sorge um Landschaft, Natur und Lebensqualität treibt viele dabei auch die Angst um die eigene Gesundheit um, wie sich nun in der Reichelsheimer Reichenberghalle zeigte: Die Interessengemeinschaft Windfreier Odenwald mobilisierte rund 350 interessierte Besucher für ihren Themenabend zu den Auswirkungen von Infraschall auf Mensch und Tier.

Ihre Einschätzungen dazu gaben der Mediziner Dr. Eckhard Kuck (Bad Orb), und der Umweltökonom Dr. Joachim Weimann (Magdeburg) ab. Dabei beantwortete der Arzt die Fragestellung „Macht Windkraft krank?“ mit Ja und verwies auf zahlreiche Forschungen, welche die Beeinträchtigung des Menschen durch Infraschall belegten. Sein Co-Referent kritisierte den unzureichenden Schutz der Bevölkerung nach dem Vorsorgeprinzip und zeigte eindrücklich die Schwachstellen der derzeitigen Berechnungsverfahren und Gesetzgebungen auf.

Zum Beleg dieser Thesen schilderte ein Betroffener aus Düren seinen massiven Krankheitsverlauf, der mit dem Bau von Windkraftanlagen in der Umgebung seines Wohnorts begonnen habe. Rauschen im Kopf, Pulsationen, Kopfschmerzen, Herzrasen, Übelkeit, Konzentrations- und Schlafstörungen sowie Bluthochdruck machten ihm zu schaffen. Apothekerin Ursula Geiß-Hinz (Bad König) bestätigte, dass sich Beschwerdefälle von Bürgern aus Vielbrunn mit ähnlichen Krankheitsbildern häuften, seit die Windräder dort gebaut wurden. Ab sofort stehe hier über die von ihr geführte „Brunnenapotheke“ eine zentrale Anlaufstelle für Betroffene zur Verfügung. Umweltökonom Weimann stellte den Belastungen den Nutzen gegenüber und kam zu dem Schluss, dass dieser in keiner Relation zu den Risiken stehe. Zur Begründung sprach er dem Ausbau der Windkraft jede positive Wirkung auf den Klimaschutz ab.

Die Vorträge mündeten in eine Diskussionsrunde, bei der die Bürger auch mit dem Journalisten Jörg Rehmann in Dialog treten konnten. Er begleitet die Umsetzung der Energiewende im Odenwald seit zwei Jahren filmisch und wird im Herbst einen Dokumentarfilm darüber veröffentlichen.

Aus dem Publikum heraus formulierte Architekt Heinrich Schäfer, führender Kopf der Interessensgemeinschaft Windkraftfreier Odenwald, das Bekenntnis zur politischen Gegenwehr. In seiner Einführungsrede hatte er die Entwicklung im Kreis aufgezeigt und das auf 7804 Hektar Windkraftfläche basierende Klimaschutzkonzept als absurd zurückgewiesen. Er forderte die politisch Verantwortlichen auf, die Windkraftplanungen im Odenwald sofort aufzugeben.

Jeden Tag vier neue Riesenwindräder

https://www.theeuropean.de/wolfram-weimer/14134-windraeder-sind-teure-umweltzerstoerung

Jeden Tag vier neue Riesenwindräder

In Deutschland werden immer mehr Windräder aufgestellt, obwohl das wirtschaftlich unvernünftig ist. Damit vollzieht sich die größte Naturverschandelung der deutschen Geschichte, die Landschaft wird weithin verspargelt. Wo bleibt das grüne Gewissen?

von Wolfram Weiner, 1. Juni 2018

An jedem einzelnen Tag werden in Deutschland derzeit vier bis fünf neue Windräder aufgebaut. Im vergangenen Jahr waren es genau 1792 Riesen- und Megaspargel. Inzwischen stehen insgesamt 29.000 Windenergieanlagen in der deutschen Landschaft. Der Lobby-Verband der Windindustrie frohlockt über den Boom. Denn auch kleine Anlagen werden durch immer größere Riesenräder ersetzt. „Erfreulich ist, dass die Erneuerung des Anlagenparks eine starke Dynamik verzeichnet hat“, schwärmt der Bundesverband Windenergie.

In der Branche herrscht Goldgräberstimmung. Dank der Extrem-Subventionen (27,4 Milliarden Euro EEG-Gesamtumlage alleine im Jahr 2017) verdienen die lobbystarken Öko-Energitiker sich die Konten voll – und die Windkraftindustrie ganz besonders. Die Branche hat sich politisch bestens vernetzt und kann dank der Subventionsmilliarden über einen „starken Zubaupfad“ jubilieren.

Die ordnungspolitische Diskussion um den wirtschaftliche Unsinn dieses Subventionsspektakels ist zwar im Gang. Die Politik versucht die überschießende Geldkanone mit allerlei Reförmchen und Degressionen irgendwie zu bändigen, und zugleich die Windstrom-Überkapazitäten mit umstrittenen Stromtrassen nach Süddeutschland zu schaffen – und wird doch konventionelle Kraftwerke teuer vorhalten müssen, weil eben nicht immer Wind weht. Der neue Bundeswirtschaftsminister Peer Altmeier fordert kleinlaut, dass die Subventionsmilliarden irgendwann gestoppt werden müssten, doch die Lobbyisten des grün-industriellen Komplexes verhindern das bislang erfolgreich.

Nun warnen erste Gewerkschaften vor der aus dem Ruder laufende Energiewende. Michael Vassiliadis, Chef der Energie- und Bergbaugewerkschaft IGBCE, mahnt dringend ein Ende der Windradbauwut an. Schon heute reiche die rechnerische Leistung der installierten Wind-, Sonne- und Biomassekraftwerke aus, um theoretisch den gesamten Strombedarf zu decken – aber wegen des Wetters eben
wirklich nur theoretisch.

„Wir subventionieren Anlagen ohne Rücksicht auf Bedarf und Netze“, kritisiert Vassiliadis mit Blick auf die durch das EEG garantierten Abnahmepreise für Strom aus Windkraft- und Solaranlagen. Das sei „einfach unfassbar teuer“, unsozial, weil kleine Leute hohe Stromrechnugnen zahlen müssten. Obendrein seien die hohen Stromkosten in Deutschland ein langfristig gefährlicher Wettbewerbsnachteil, nicht nur für die chemische Industrie.

Doch jenseits der energiepolitischen Debatten leidet das Land bereits unter einem handfesten Kollateralschaden: Deutschlands schöne Landschaft wird mit Windrädern zugestellt, zerschandelt, zerstört. Die weiten Weiten Norddeutschlands sind zu blinkenden Windfarmen mutiert, ganze Dörfer werden von Stahltürmen umzingelt, sanfte Landschaftsprofile und Hügelketten sind zerschnitten und zu Trägerlafetten von Windrotoren degradiert.

Es vollzieht sich die größte Naturzerstörung der deutschen Geschichte. Unser Landschaftsbild verliert ihr Antlitz und ihre Geborgenheit. Wie gierige Riesenkraken reißen sie sich die letzten Haine und Lichtungen und Höhen, auf dass über keinen Wipfeln mehr Ruhe sei vor dem Rotor-Summen. Deutschland hat sich seiner Horizonte beraubt.

Absurderweise ist diese Totalerklärung Deutschlands zum Gewerbegebiet ausgelöst durch einen Naturschutzreflex der grünen Bewegung. Auf dem grünen Altar moralischer Selbstgefälligkeit wird ausgerechnet die Landschaft geopfert. Jeden Tag mit vier neuen Türmen.

Michelstadt: Hauptausschuss rät von EGO-Pachtvertrag ab!

http://www.echo-online.de/lokales/odenwaldkreis/michelstadt/michelstaedter-haupt-und-finanzausschuss-raet-von-pachtvertrag-mit-energiegenossenschaft-ab_18806641.htm

Michelstädter Haupt- und Finanzausschuss rät von Pachtvertrag mit Energiegenossenschaft ab

Die Würzberger Mies (hier der Blick von Bullau über den Eutergrund hinweg nach Würzberg) ist für eine Windkraftanlage mit fünf Rotoren vorgesehen. Die Stadt, die über elf dazu benötigte Grundstücke verfügt, will einem Pachtvertrag mit der Energiegenossenschaft Odenwald nicht zustimmen. Dir mehrheit im Hauptausschuss teilt die Bedenken des Magistrats wegen der Höhe der Rotoren und der Nähe zur Siedlungsfläche.

von Elmar Streun, 1. Juni 2018

MICHELSTADT – An der geplanten Windkraft-Fläche in der Mies bei Würzberg mit fünf Einzelanlagen wird sich die Stadt wohl nicht beteiligen. Der Haupt- und Finanzausschuss empfiehlt mehrheitlich der Stadtverordnetenversammlung, einem Gestattungsvertrag mit der Energiegenossenschaft Odenwald nicht zuzustimmen.

Bei einer Gegenstimme der Grünen- und drei Enthaltungen der SPD-Fraktion teilte das Gremium die Bedenken des Magistrats. Die machen sich laut Beschlussvorschlag, den Ausschussvorsitzender Georg Walther verlas, vor allem an der Höhe der geplanten Anlagen, der Nähe zur Siedlungsfläche und eventuellen Verschlechterungen der Lebensqualität wegen möglicher Geräuschentwicklungen des Betriebs der Windräder fest.

Der Standort ist zwar im Flächennutzungsplan der Odenwaldkreiskommunen für Windkraftnutzung vorgesehen. Doch weil dieser nicht vom Regierungspräsidium genehmigt worden ist, kann eine Begrenzung auf die darin festgelegten Vorrangflächen nicht garantiert werden. Daher wird befürchtet, dass der Odenwald zusätzlich belastet wird, mit einer Quote, die “sogar über die Festlegungen des Regionalplan-Entwurfs hinausgeht”.

Um diesen Kritikpunkt drehte sich die gut einstündige Diskussion. Gescheitert ist dabei Rainer Raßloff (SPD), dessen Fraktion nach seinen Worten zwar die grundlegenden Bedenken teilt, aber eine weichere Ablehnung vorgeschlagen hatte. Sie wollte sich die Tür für Verhandlungen offenhalten und lediglich “derzeit” dem Pachtvertrag nicht zustimmen.

Dagegen sprach sich Lutz Hasenzahl (FDP) aus: “Ich bin dankbar, dass auch Fraktionen, die für den Flächennutzungsplan gestimmt haben, jetzt das Projekt ablehnen.” Georg Walther (CDU) begründete die Ablehnung des Vertragswerks: “Wir brauchen diese Höhen und Masse an Windrädern nicht.” In Verhandlungen zuvor war versucht worden, die Zahl der Rotoren von fünf auf drei zu reduzieren – erfolglos. Der Projektierer, das Versorgungsunternehmen Entega, hatte die Höhen der geplanten Windräder zweimal angehoben; zuletzt war eine Gesamthöhe von 241 Meter bei 166 Meter Nabenhöhe vorgesehen.

Dr. Tobias Robischon (ÜWG): “Wir müssen uns eingestehen, dass der Flächennutzungsplan ein totes Pferd ist, das wir immer noch reiten.” Wenn der wider Erwarten doch noch in Kraft treten sollte – eine Klage gegen die Ablehnung ist anhängig – sei neu zu überlegen. “Wir brauchen einen Plan B, müssen bei der politischen Linie bleiben zur Begrenzung des Ausbaus”, befand Robischon.

Diese Sichtweise der ÜWG, Windanlagen zu vermeiden, rief nicht nur den Widerspruch von Hans Jürgen Zinn (Grüne) hervor. Raßloff hielt nichts davon, zu “sagen, wir sind gegen Windkraft”. Der Flächennutzungsplan sei nicht abschließend entschieden und biete die einzige Möglichkeit, Einfluss zu nehmen. Jeder andere Plan sehe mehr Windenergieflächen vor, oder die Genehmigungsfrage sei ganz offen und biete “eine Spielwiese für jeden Projektierer”.

Auch Bürgermeister Stephan Kelbert (parteilos) erkannte eine “Gefahr, dass man da zugepflastert wird” und betonte: “Klar war, der Flächennutzungsplan muss Windkraft Raum geben.” Er sah Michelstadt in einer Sonderrolle…

Gefahr im Verzug für Schwarzstorch: “RP Darmstadt untätig”

http://www.de-fakt.de/bundesland/hessen/odenwaldkreis/details/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=3960&cHash=d6bdd9466aeecd853d44136f27a5ff8e

Gefahr im Verzug für streng geschützte Vogelart: „RP Darmstadt untätig“

von Bernd Krug, 29. Mai 2018

Der Beweis, der das RP Darmstadt nicht interessiert: Die akute Gefährdung des Schwarzstorches, der vor den Rotoren der Windräder am Stillfüssel am 22. April 2018 fotografiert werden konnte.

Bürgerinitiativen Siedelsbrunn und Ulfenbachtal fordern sofortigen Betriebsstopp für die fünf Windräder auf dem Stillfüssel und äußern sich zu den laufenden juristischen Verfahren

WALD-MICHELBACH. – Mit Ernüchterung wurde seitens der Bürgerinitiativen Siedelsbrunn und Ulfenbachtal die Entscheidung der 6. Kammer des Verwaltungsgerichts Darmstadt vom 29. März diesen Jahres aufgenommen.

Das Gericht hatte zu diesem Zeitpunkt den Eilantrag eines Umweltverbands abgelehnt, der den Bau und Betrieb der fünf Windräder auf dem Stillfüssel bei Wald-Michelbach stoppen sollte. Das Gericht sah keine Versäumnisse des Regierungspräsidiums Darmstadt (RP DA) in der Vorprüfung der Umweltverträglichkeit und keine Verletzung artenschutzrechtlicher Vorschriften hinsichtlich streng geschützter Vogelarten.

Vor allem beim Schwarzstorch und Rotmilan hatte die Kammer „kein signifikant erhöhtes Tötungsrisiko“ erkannt. Aktuelle Fotodokumentationen beweisen jedoch nach Ansicht der Bürgerinitiativen gerade das Gegenteil. Es liegt umfangreiches Foto- und Filmmaterial von Schwarzstorch-Sichtungen in unmittelbarer Nähe zu den Rotoren der Windräder auf dem Stillfüssel vor. Deutlich ist darauf der Schriftzug des Betreibers Entega zu erkennen.

Mit Unterstützung eines bundesweit anerkannten Umweltverbands wurden alle im April 2018 dokumentierten 14 Beobachtungen des Schwarzstorches in unmittelbarer Umgebung zu den fünf Windrädern auf dem Stillfüssel ausgewertet. Besonders drastisch: in zwei Fällen betrug der Abstand zwischen Schwarzstorch und den Rotoren weniger als 70 Meter. Die akute Gefährdung wurde der oberen Behördenleitung des RP DA, Regieerungspräsidentin Brigitte Lindscheid, am 27. April 2018 angezeigt.

Der Umweltverband stellte zeitgleich den Antrag auf Betriebsstopp der Anlagen für die Brut- und Aufzuchtzeit und die Einleitung von Maßnahmen für eine erneute Untersuchung und Bewertung des Windpark-Standortes. Das RP DA hat den Antrag mit Schreiben vom 14. Mai 2018 zurückgewiesen und sieht in den vorgelegten Beobachtungsdaten keine Grundlage für ein behördliches Handeln.

BI-Sprecherin Vera Krug: „Die Fotoaufnahmen belegen eindeutig ein signifikant erhöhtes Tötungsrisiko und die Gefahr einer erheblichen Störung der Lokalpopulation des Schwarzstorches durch die Windräder am Stillfüssel. Nach §44 BNatSchG Abs. 1 sind dies Verbotstatbestände. Verantwortlich sind der Windparkbetreiber Entega, deren Gutachter und die verantwortlichen Personen im Regierungspräsidium Darmstadt. Hier ist eindeutig Gefahr im Verzug“.

Das RP DA verkenne zum wiederholten Male die hohe Dringlichkeit für die Ergreifung wirkungsvoller Maßnahmen zum Schutz des Schwarzstorches. Dabei sei die Sachlage nicht neu. Bereits vor Genehmigung der fünf Windräder am letzten Arbeitstag des Jahres 2016 seien dem RP DA rund 60 Beobachtungen des Schwarzstorches mit weit über 100 Fotobeweisen vorgelegt worden. Im Jahr 2017 gelangen in fast identischer Anzahl weitere Foto-dokumentierte Sichtungen des Schwarzstorches.

Der Hinweis des Gerichts, es habe außerdem nicht nachgewiesen werden können, dass es in der Nähe der Baustelle tatsächlich einen Schwarzstorchhorst gab, löst bei der BI Verwunderung aus. Schließlich habe die Staatliche Vogelschutzwarte in Frankfurt den im September 2016 entdeckten Horst eindeutig als Schwarzstorchhorst innerhalb des 3-km-Tabubereichs bewertet. Gleichbedeutend mit dem Aus für alle, ursprünglich sechs beantragten Windräder auf dem Stillfüssel.

Was folgte, und in den Verwaltungsakten des RP DA auch akribisch festgehalten wurde, ist die Erarbeitung eines gemeinsamen Lösungsvorschlags zwischen Oberer Naturschutzbehörde und dem Betreiber Entega. Im Zuge dessen wurde der Antrag für ein Windrad von Entega zurückgenommen, die Tabuzone um die Brutstätte von 3-km auf 1-km reduziert und dem Betreiber ein Schwarzstorch-Monitoring auferlegt, welches ausgerechnet während der Bau- und Rodungsphase in 2017 durchzuführen war.

Nur so konnte am letzten Arbeitstag des Jahres 2016 die Genehmigung erfolgen. „Offensichtlich war die Erteilung der Genehmigung bis zum 31.12.2016 von großer Bedeutung für den Energiekonzern Entega. Ein wirtschaftlicher Betrieb der Anlagen wäre für Entega nicht möglich gewesen, wenn die Genehmigung erst im Jahr 2017 erfolgt wäre“, sind sich die Mitstreiter der BI sicher. Hintergrund sei das Inkrafttreten des EEG 2017, das deutlich geringere Subventionen enthalte, als auf Basis des EEG 2014.

Für die Bürgerinitiativen sei es unverständlich, warum die vielen Sichtungen des Schwarzstorches und weiterer relevanter Vogelarten bisher keine Beachtung durch das Gericht erfahren. Es bestehe eine augenfällige Diskrepanz zwischen den signifikant häufigeren Augenzeugen-Sichtungen und Fotodokumentationen von relevanten Brutvögeln und Brutstätten und den andererseits sehr geringen Dokumentationen durch Gutachter im Auftrage der Entega.

Vera Krug: „Nur weil der von Entega beauftragte Gutachter keine relevanten Flugbewegungen feststellen konnte, darf daraus nicht die Annahme vom Gericht abgeleitet werden, dass es keine Brutvorkommen gibt.

Es besteht vielmehr die Verpflichtung von Behörden und Gerichten, Beobachtungen und Dokumentationen, auch von ornithologischen Laien, zu berücksichtigen“. Der eigentliche Skandal bestehe nach Ansicht der BI darin, dass die Beweislast des Gerichts auf die Bürger umgelegt werde. Diese sollten nun fehlende Brutstätten nachweisen, weil darüber in den eingereichten Gutachten von Entega nichts zu finden sei.

Auf eine vertiefende Auseinandersetzung und zweifelsfreie Klärung der Frage, ob der Schwarzstorch ein Hindernis für die Genehmigung darstelle, sei seitens des RP DA offenbar komplett verzichtet worden.

„Wir sind davon überzeugt, dass die politische Einflussnahme und der gewaltige Zeitdruck dazu geführt haben, dass das RP DA eklatante Ermittlungsdefizite und damit eine fehlerhafte Umweltverträglichkeits-Vorprüfung bewusst in Kauf genommen hat, damit die Genehmigung noch in 2016 erfolgen konnte“, so Krug weiter.

Gegen das Urteil des VG Darmstadt wurde Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof in Kassel eingereicht. Die Klagen werden bis in die höchste richterliche Instanz fortgesetzt. Ziel sei es, die Barrierefreiheit auf dem Stillfüssel wieder herzustellen und die Natur im Odenwald durch Abwehr weiterer Windindustrieanlagen zu erhalten.

INFO: Die Bürgerinitiativen Gegenwind Siedelsbrunn und Ulfenbachtal haben sich im März 2016 zusammengeschlossen. Zudem besteht eine sehr enge Zusammenarbeit mit der BI Kahlberg und Greiner-Eck.

Die Anzahl Mitstreiter wird auf rund 1.000 beziffert. Diese wächst infolge der zunehmenden Lärmbelästigung und optischen Bedrängung der Bevölkerung durch Windindustrieanlagen im Überwald stetig an.

Jeden Donnerstag ab 18 Uhr wird in Wald-Michelbach für den Erhalt der Natur im Odenwald demonstriert.

Für Gutachten, juristischen Rat sowie Öffentlichkeitsarbeit wurden bereits mehr als 120.000 Euro aufgewendet. Spenden für juristische Verfahren werden dringend benötigt, um die Ziele erreichen zu können.

Spendenhinweise und weitere Informationen unter: www.bi-gegenwind-siedelsbrunn.de und www.gegenwind-ulfenbachtal.de

WKA werden zu “tickenden Zeitbomben”

https://www.welt.de/wirtschaft/article176699938/Windkraft-TUEV-sieht-in-den-Anlagen-tickende-Zeitbomben.html

Windkraftanlagen werden zu „tickenden Zeitbomben“

von Daniel Wetzel, 27.Mai 2018

Viele Windräder sind inzwischen 20 oder gar 25 Jahre alt. Damit steigt die Gefahr für schwerwiegende Havarien, erste Fälle gab es bereits. Der TÜV fordert daher die Einführung einer Prüfpflicht.

Anfang Januar im Landkreis Schaumburg: In einer Windkraftanlage fällt die Steuerungselektronik aus, der Rotor kann sich nicht mehr nach dem Wind ausrichten. „Nachdem zuerst einige Teile eines Rotorblattes zerbrachen, knickte der Turm des circa 70 Meter hohen Windrades gegen 13.30 Uhr ein und die gesamte Anlage stürzte zu Boden“, heißt es im Bericht der Polizeiinspektion Nienburg. „Durch die angemessene Entfernung zu menschlichen Behausungen gab es zu keiner Zeit eine Gefährdung von Leben und Gesundheit der nächsten Anwohner.“

Zwei Wochen später bei Bad Driburg: An einem Windrad brechen zwei Rotorblätter ab, eines liegt hundert Meter entfernt im Wald. „Ein dickes Rohr hat sich wie ein Pfeil in die Erde gebohrt“, berichtet die „Neue Westfälische“: „Im dichten Nebel sieht die Landschaft um das zerstörte Windrad aus wie ein Kriegsschauplatz.“

Acht Wochen darauf im westfälischen Borchen: Bei einer 115 Meter hohen Anlage ist die Bremstechnik nicht installiert. Der Rotor dreht sich immer schneller, bis zwei der 56 Meter langen Flügel „in einer Wolke aus Glas, Kunststoff und Füllmaterial zerfetzen“, wie das „Westfalen-Blatt“ schreibt. „Messerscharfe Glasfasersplitter“ fliegen 800 Meter weit.
„Wenn Tiere die Teile beim Grasen aufnehmen, kann es schon in der Maulhöhle zu Verletzungen kommen“, warnt die Tierärztliche Hochschule Hannover. Bei Rindern sei die Perforation des Magens möglich. Rund 60 Landwirte können ihre Äcker und Weiden vorerst nicht mehr bewirtschaften. „Eine so großflächige Verunreinigung durch einen Windradunfall hat es, soweit ich weiß, in Deutschland noch nicht gegeben“, zitiert das Blatt einen Experten der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen.
Prüfer fordern Behandlung der Windräder als Industrieanlagen

Berichte wie diese werden vom windkraftkritischen Verein „Vernunftkraft“ gesammelt. Inzwischen umfasst die Liste der Windrad-Havarien mehrere DIN-A4-Seiten. Menschen sind bislang nicht zu Schaden gekommen, der Bundesverband Windenergie spricht von „Einzelfällen“.

Schönbrunn/Hebert: Vorranggebiete schrumpfen!

https://www.rnz.de/nachrichten/eberbach_artikel,-windkraft-in-schoenbrunn-vorranggebiete-schrumpfen-_arid,360508.html

Windkraft in Schönbrunn

Vorranggebiete schrumpfen

Windräder sollen tausend Meter von Wohnhäusern abrücken – Am Hebert bleiben noch 114 Hektar Fläche

Der Hebert-Höhenrücken hinter Schwanheim. Archiv-Foto: Stefan Weindl

von Marcus Deschner, 23. Mai 2018

Schönbrunn. Windenergie die Nächste: Das äußerst umstrittene Thema beschäftigte erneut den in Allemühl tagenden Gemeinderat.

Konkret ging es um die Aufstellung des einheitlichen Regionalplans Rhein-Neckar und dabei um den Teilregionalplan Windenergie. Die Information über die Behandlung der Stellungnahme im Rahmen der zweiten Anhörung, die dritte Anhörung und dritte Offenlage kamen ebenso zur Sprache wie die Information über die Stellungnahmen der Öffentlichkeit und Träger öffentlicher Belange.

Bauamtsleiter Karl Wilhelm informierte über den in der Versammlung des Regionalverbandes getroffenen Beschluss. Demnach nahm diese die Stellungnahmen der Verwaltungsgemeinschaft Eberbach-Schönbrunn zu den als Vorranggebiete geplanten Flächen “Hebert” und “Augstel/Markgrafenwald” zur Kenntnis. Gegenüber den bisherigen Überlegungen soll im Rahmen der dritten Anhörung und Offenlage des Teilregionalplans Windenergie für den gesamten Planungsraum ein einheitlicher Abstand von tausend Metern von Vorranggebieten zu Wohnbauflächen und Flächen gemischter Nutzung im Innenbereich eingehalten werden.

Daher solle das “Vorranggebiet Hebert” im weiteren Verfahren des Teilregionalplans Windenenergie aufgrund der erhöhten Abstandserfordernisse zu Neckarwimmersbach von ursprünglich 128 Hektar auf künftig 114 Hektar verkleinert werden.

Und zu “Streusiedlungen”, “Siedlungssplittern” und Einzelhäusern im Außenbereich solle der Abstand auf 600 Meter erhöht werden. “Bei einem Abstand der dreifachen Gesamthöhe einer Windenergieanlage, die aktuell etwa bei 200 Metern liegt, ist nach der Rechtsprechung generell zu erwarten, dass keine optisch bedrängende Wirkung von den Anlagen ausgeht und die Immissionsrichtwerte eingehalten werden können”, heißt es dazu in der Abwägung des Regionalverbandes. Vor diesem Hintergrund werde das “Vorranggebiet Waldbrunn, Eberbach/Markgrafenwald” im weiteren Verfahren von 145 auf künftig 126 Hektar verkleinert.

Widerspruch gegen die vom Regionalverband beschlossene Abwägung zur Stellungnahme der Gemeinde Schönbrunn kam von Karin Koch, Ingo Kreutzer und Gunter Kirschenlohr (alle CDU). Koch wurde in ihrem Beitrag geradezu poetisch, sprach von “Landesfürsten”. Die hätten in ihrer ersten Euphorie “Pilotanlagen gebaut, um dann im Echtbetrieb festzustellen, dass fiktiver Wind eben keine Rotoren bewegt”.

Ergo: “Der Kaiser ist nackt, genauso ist diese Vorlage zu werten”, fällte die Juristin ein vernichtendes Urteil. Deswegen habe sich für die Fläche auf dem Hebert immer noch kein Investor gefunden, mutmaßte sie.

Man kämpfe bei dem Thema allerdings im wahrsten Sinne gegen Windmühlenflügel. “Ein Windrad, das auf 300 Meter Höhe nochmals 250 Meter drauflegt, soll das Neckartal schöner machen?”, empörte sich Ingo Kreutzer. Er rechnete vor, dass auf diesem Gebiet jährlich höchstens 1800 “Volllaststunden” zu erreichen seien.

Die Wirtschaftlichkeit beginne aber erst bei 2000 Stunden. Dies habe sogar der Bundesverband Windenergie bestätigt. Zudem bemängelte er, dass auf dem Hebert “keine echten Messungen” stattgefunden hätten. “Die dortigen Berechnungen sind nur Lug und Trug.”