1. „Odenwälder Schwachwindfest“ setzt ein Zeichen!

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Kreis Bergstraße:

Odenwälder Schwachwindfest setzt ein Zeichen

Der Schwarzstorch ziert bilder und Logos, die auf dem Schwachwindfest ausgestellt werden. Foto: Manfred Ofer

von Manfred Ofer, 22.05.2018

OBER-ABTSTEINACH – Es gab saftige Steaks, Kuchen, Kaltgetränke und eine Band. Eigentlich standen die Voraussetzungen für das erste „Odenwälder Schwachwindfest“ am Pfingstsonntag in Ober-Absteinach also gar nicht mal so schlecht. Hätte Petrus nicht hin und wieder einen nassen Gruß von oben geschickt. Trotzdem fanden im Laufe des Tages noch viele Besucher ihren Weg zu dem idyllisch gelegenen Grillplatz „Steinachquelle“.

Eingeladen hatten die Bürgerinitiativen Siedelsbrunn und Ulfenbachtal. Mit im Boot war der Verein Naturschutz und Gesundheit Südlicher Odenwald. Gemeinsam hatte man die Zelte aufgespannt, unter denen Besucher mehr als einmal zum Schutz vor dem Regen Platz nahmen.

Vor sieben Jahren ging der Ärger los

Der Hintergrund, der hier thematisiert wurde, hat seinen Ursprung vor sieben Jahren genommen. Damals wurde zuerst die Bürgerinitiative Ulfenbachtal ins Leben gerufen, in der sich Bürger gegen den Bau von Windkraftparks in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft engagierten. Weil das Mensch und Natur gleichermaßen schadet, argumentieren sie in der Diskussion mit den Befürwortern bis heute. Es dauerte nicht lange, bis eine zweite Bürgerinitiative in Siedelsbrunn entstand.

Das führte zu einer Bündelung der Energien, was auf einen möglichst schnellen Stopp des Windanlagenbaus abzielt. Einer der Standorte, um die es geht, ist der Stillfüssel bei Wald-Michelbach, auf dem sich heute fünf große Windräder drehen. „Jedes davon ist eines zu viel und hätte verhindert werden müssen“, sagte Udo Bergfeld. Der Sprecher der Bürgerinitiative, die in der Region sprichwörtlich für Gegenwind sorgen will, verwies im Gespräch mit dem ECHO auf einen ersten kleinen Erfolg.

Junge Schwarzstörche nachgewiesen

Ursprünglich sei vonseiten des Energieversorgers, der den Windpark auf dem Berg betreibt, eine weitere Anlage geplant gewesen. Der Bau eines sechsten Windkraftrades wurde nun erst einmal zurückgestellt, nachdem die Gegner einen Hort für junge Schwarzstörche auf dem geplanten Standort nachweisen konnten. Der Vogel steht auf der Liste bedrohter Tierarten.

Stephan Hördt, der die meisten Bilder gemacht hat, die am Pfingstsonntag im Rahmen einer Open-Air-Galerie präsentiert wurden, nennt darüber hinaus Uhu, Rotmilan und Wespenbussard, die er und seine Kollegen in der Umgebung nachweisen konnten. „Die stehen alle auf der roten Liste“, betonte er. Allein der Schwarzstorch, der am Pfingstsonntag auch ein Logo der Aktivisten zierte, sei mehr als zwanzig Mal gesichtet worden…

 

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