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BDEW: Die Energiewende verliert ihren Risikopuffer

https://www.welt.de/wirtschaft/article175737140/Zu-viel-Oekostrom-Die-deutsche-Energiewende-verliert-ihren-Risikopuffer.html

Strombranche warnt: Die deutsche Energiewende verliert ihren Risikopuffer

von Daniel Wetzel, 23. April 2018

Die Erneuerbaren Energien können sich nicht mehr auf die Absicherung durch konventionelle Kraftwerke verlassen, warnt die Strombranche. Um eine Unterdeckung abzuwenden, müsse die Politik sofort handeln. Ansonsten sei die Netzstabilität nachhaltig gefährdet.Die Erneuerbaren Energien werden in den kommenden vier Jahren einen Teil jener Kapazitäten verlieren, die bislang die wetterabhängige Ökostrom-Versorgung abgesichert haben. Mit diesem „Weckruf an die Politik“ warnte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) vor den Folgen eines beschleunigten Kraftwerkesterbens in Deutschland.

Deutschland habe sich bislang ein doppeltes Stromsystem geleistet, sagte BDEW-Hauptgeschäftsführer Stefan Kapferer in Hannover. Während man die konventionellen Kraftwerke weiter betrieben habe, wurden parallel die erneuerbaren Energien ausgebaut. Dieses „Doppelsystem“ komme jetzt an sein Ende, sagte Kapferer.

Bereits heute sei absehbar, dass es Ende 2022 nicht mehr genug konventionelle Kraftwerke geben werde, um den Ausfall der erneuerbaren Energien, etwa während einer „kalten Dunkelflaute“ im Winter, vollständig zu kompensieren. „Die heute noch bestehenden Überkapazitäten werden in wenigen Jahren nicht nur vollständig abgebaut sein“, warnte Kapferer. „Vielmehr laufen wir sehenden Auges spätestens im Jahr 2023 in eine Unterdeckung bei der gesicherten Leistung.“

Branche warnt vor Leistungsausfall
 

Nach der aktuellen Statistik des BDEW werden bis dahin zwar neue konventionelle Kraftwerke mit einer Leistung von 4400 Megawatt gebaut. Allerdings stehen dem Kraftwerksstilllegungen von 18.600 Megawatt gegenüber. „Ein sattes Minus“, warnte Kapferer. Ob und in welchem Umfang Stromspeicher und Nachfragemanagement einen Teil der Lücke schließen können, sei „nicht sicher vorhersehbar“.

 

Insgesamt sinkt die gesicherte Stromerzeugungsleistung in Deutschland von heute rund 90.000 Megawatt auf 75.300 Megawatt. Damit könne die Jahreshöchstlast von absehbar 81.800 Megawatt nicht mehr gedeckt werden. Es sei leichtfertig, für die Zeit der Unterdeckung auf mögliche Stromimporte zu hoffen.

„Auch im EU-Ausland wird gesicherte Leistung in Form konventioneller Kraftwerke abgebaut“, warnte der BDEW-Chef: „Und: Die Zeiten, in denen sehr viel Strom nachgefragt wird, sind in Mitteleuropa nahezu deckungsgleich.“

Wirtschaft ruft Politik zum Handeln auf

Neben dem planmäßig ablaufenden Atomausstieg seien zuletzt vor allem Steinkohlekraftwerke zur Stilllegung angemeldet worden, da sie nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben seien. Dazu beigetragen habe auch das Sinken der Erdgaspreise und die entsprechend größere Konkurrenz durch Gaskraftwerke. Zudem wurden bereits die ersten zwei Braunkohle-Kraftwerke in die sogenannte Sicherheitsbereitschaft überführt und damit stillgelegt…

Würzberg: Michelstädter CDU sagt nein zu Windrädern!

http://www.echo-online.de/lokales/odenwaldkreis/michelstadt/michelstaedter-cdu-sagt-nein-zu-windraedern-im-ortsteil-wuerzberg_18699414.htm

Michelstädter CDU sagt Nein zu Windrädern im Ortsteil Würzberg

von Gerhard Grünewald, 23. April 2018

MICHELSTADT – In der politischen Diskussion um die Windräderpläne von Energiegenossenschaft Odenwald (EGO) und Entega für die Gemarkung Mies beim Stadtteil Würzberg bezieht die CDU-Fraktion in der Michelstädter Stadtverordnetenversammlung als erste politische Gruppierung klar Stellung und wendet sich gegen das Projekt. Dieser Positionierung kommt insofern besondere Bedeutung zu, als bei dem Vorhaben ausnahmsweise unmittelbarer kommunalparlamentarischer Einfluss besteht. Denn eines der Grundstücke, auf die beide Investoren zielen, befindet sich in städtischer Hand.

Mit ihrem Statement gegen eine Windräder-Bebauung der Gemarkung Mies hat die Michelstädter Union aber nicht nur planerisch Stellung bezogen, sondern auch ein Politikum geschaffen. Bedeutet ihr Statement doch ein Ausscheren aus der seitherigen Zurückhaltung aller politischen Gruppierungen bis auf die FDP bei der Kritik an Bauambitionen, die mit der seitherigen Beschlussfassung in den Gremien von Kreis und Kommunen übereinstimmen.

 

Wie berichtet, ist die Bebauung der Mies Teil jenes kreisbezogenen Flächennutzungsplans, mit dem sowohl die Stadtverordnetenversammlung als auch der Kreistag einst mögliche Rotoren-Standorte im Odenwaldkreis festgelegt haben. Nach offizieller Lesart hält die kommunale Seite weiter an den Aussagen dieses Planwerks fest, weil es durch eine entsprechende Rechtsbesprechung nach wie vor Rechtskraft erlangen könnte. Auf diese vor allem beim Koalitionspartner SPD noch gültige Position nimmt die Union mit ihrer Festlegung keine Rücksicht, wobei sie keinen Zweifel an der Begründung dafür lässt.

Für die Michelstädter Christdemokraten hat der Flächennutzungsplan mit seiner Ablehnung durch das Regierungspräsidium und dem Scheitern der ersten Klage seine Verbindlichkeit verloren. Schließlich könne er sein erklärtes Ziel einer Steuerung der Windräder-Bebauung im Kreisgebiet erkennbar nicht mehr erfüllen, weil gleichzeitig nach der weit größeren Standort-Vorauswahl für einen möglichen Regionalplan oder ohne jede Planvorgabe Tatsachen geschaffen würden.

 

“Michelstadt und der Odenwald sind durch Windräder-Aktivitäten jetzt schon mehr als belastet, und die Zukunftsprognosen aus dem Sachlichen Teilplan Erneuerbare Energien des Regionalplans Südhessen sind mehr als zu fürchten”, schreibt CDU-Fraktionsvorsitzender Georg Walther.

Es sei widersinnig, wenn sich die Projektierer von Würzberg und deren Unterstützer nun für eine weitere Belastung von Natur und Landschaft auf einen Plan stützen, der jener anzunehmenden “Verspargelung” vorbeugen sollte, die nun bereits Platz greife. Rechtlich verlegt sich Walther darauf, dass die Flächen des kreisbezogenen Flächennutzungsplans, mit dessen Ablehnung durch den RP nicht in den Absichtsbekundungen des Regionalplans Südhessen enthalten sei, dieser aber das übergeordnete Konzept sei. “Wenn der Windpark in Würzberg entsteht und der Regionalplan Südhessen in den nächsten Monaten beschlossen wird, dann werden in Michelstadt und im gesamten Odenwald Flächen aus beiden Plänen realisiert”, verdeutlicht Walther und bewertet diese Perspektive als “eine Unmöglichkeit und Unerträglichkeit für unsere Landschaft und Menschen.”.

 

Grafenhaus Erbach-Erbach will weiter Grundbesitz einbringen

http://www.echo-online.de/lokales/odenwaldkreis/michelstadt/grafenhaus-erbach-erbach-will-weiter-grundbesitz-in-der-mies-in-das-windraeder-projekt-einbringen_18697900.htm

Grafenhaus Erbach-Erbach will weiter Grundbesitz in der Mies in das Windräder-Projekt einbringen

von Manfred Giebenhain, 23. April 2018

WÜRZBERG/MICHELSTADT – Das Grafenhaus Erbach-Erbach hält trotz der öffentlichen Diskussion um das Projekt an der Absicht fest, seinen Grundbesitz in der Mies in das Windräder-Projekt einzubringen und ein solidarisches Pachtmodell mit den weiteren Geländeeigentümern einzugehen. Den Inhalt eines entsprechenden Schreibens von Forstdirektor Jost Arnold, der den Waldbesitz der Adelsfamilie vertritt, hat die Energiegenossenschaft Odenwald (EGO) nun publik gemacht. Mit dem Statement eines der größten Waldbesitzer im betreffenden Gebiet sieht die EGO ihre gemeinsam mit der Entega eingeleitete Initiative zur Vorbereitung einer Windrad-Bebauung der Mies gestärkt.

Wie berichtet, bewegt sich das Streben nach der Errichtung von fünf Windrädern bei Würzberg auf einer Willensbekundung, wonach alle insgesamt 35 Eigentümer der im Flächennutzungsplan des Kreises enthaltenen Fläche je nach Grundstücksgröße am Pachterlös zu beteiligen sind, dies ungeachtet des tatsächlichen Standortes der geplanten Anlagen innerhalb der FNP Flächen. Zielsetzung des solidarischen Pachtmodells war es nach Angaben der EGO, eine faire Verteilung der Erlöse innerhalb der Flächen vorzunehmen sowie eine einheitliche Planung darzustellen. In der Sitzung war die Rede von bis zu 25 000 Euro Pachterlös im Jahr pro geplanter Windenergieanlage.

Als letzter Geländebesitzer noch nicht zugestimmt hat Michelstadt, was auch nach der jüngsten Beratungsrunde der städtischen Gremien so bleibt: Bis zur Klärung weiterer Fragen hat es der Hauptausschuss abgelehnt, den Gestattungsvertrag in der vorliegenden Fassung zu unterzeichnen. Alle weiteren 34 Eigentümer haben ihr Einverständnis bereits abgegeben und mit der EGO vereinbart, im Falle der Verwirklichung des Windparks ihr Grundstück zur Verfügung zu stellen. Insgesamt befindet sich das Bauvorhaben unmittelbar vor dem Genehmigungsverfahren.

Im Namen der Gräflich-Erbach-Erbachischen und Wartenburg-Rothischen Rentkammer hat Arnold am 21. März dazu mitgeteilt, dass „wir bei Umsetzung dieses Standortes keine weiteren Flächen in Richtung Sportplatz zur weiteren Windkraftbebauung zur Verfügung stellen werden“. Nach dieser Zusage also würden alle weiteren Flächen im Süden Würzbergs, die in gräflichem Eigentum sind, nicht bebaut werden, wenn das Projekt durch die Unternehmen Entega und EGO umgesetzt wird. Offen hierbei ist, ob und wie sich die weiteren Grundstückseigentümer dazu positionieren. Unbeantwortet bleibt ferner, wie es an dem Standort weitergeht, wenn dieser nicht von Entega und EGO bebaut wird…

Windkraft in der Kritik: Klimaheilmittel und Krankmacher

http://www.deutschlandfunkkultur.de/windkraft-in-der-kritik-klimaheilmittel-und-krankmacher.976.de.html?dram:article_id=416029

Unter diesem Link kann der Beitrag auch angehört werden!

Windkraft in der Kritik

Klimaheilmittel und Krankmacher

dpa / Bernd Thissen

von Heinz-Jörg Graf, 19 April 2018

Manch einer wird beim Anblick von Windrädern nostalgisch: Ähnlich wie beim Mühlbauern früher muss heute nur das Windrad klappern und schon rollt der Taler. Aber die Widerstände von Anwohnern wachsen und auch die Warnungen von Ärzten.

“Für mich ist der Hauptgrund immer noch die Gerechtigkeit, die Verteilungsgerechtigkeit, dass das nicht richtig sein kann, dass es faktisch keine freien Sichtachsen mehr gibt, das macht die Menschen verrückt, das macht sie wahnsinnig, so kennen sie ihre Landschaft nicht. Sie sind hier aufgewachsen mit einem sehr weiten Blick, das sind hier Hochflächen, wir sind in einer Karstregion. Hier sehen Sie einen ganz wichtigen Effekt: Hier sind die Kammlagen bebaut, was dann in der Landschaft noch mal eine viel deutlichere Wirkung entwickelt.” Unterwegs mit Reiner Allerdissen, dem Bürgermeister von Borchen, einer gut 13.000 Einwohner zählenden Flächengemeinde im Kreis Paderborn.

Wohin man auch blickt: Die Gegend ist zugepflastert mit Windenergieanlagen. Etwa 500 stehen im Kreisgebiet. Überall ragen graue Kolosse in den Himmel, belagern die Orte, umzingeln sie. Wenn es nach dem Willen der Investoren ginge – da ist sich der Bürgermeister sicher – würde sich die Zahl noch einmal verdoppeln.

“Hier: überall die Anlagen. Das sind auch die bestimmenden Orte: Lichtenau, Wünnenberg, Büren, Borchen. Das ist südliches Paderborner Land, und da geht das richtig ab. Etteln – da ist wirklich… , da brennt es, da brennt es unterm Dach, da ist wirklich was los. Das ist sowieso ein krabatziges Volk, wie ich immer zu sagen pflege.”

Etteln ist ein Ortsteil von Borchen, und wenn Reiner Allerdissen die Ettelner ein “krabatziges Volk” nennt, dann ist das anerkennend gemeint. Wie ihr Bürgermeister, so wehren sich auch die meisten Ettelner gegen weitere Windenergieanlagen an ihrem Dorfrand. 20 stehen dort schon. Und mit größerem Abstand gesellen sich 50 weitere dazu. Darunter Riesentürme, über 200 Meter hoch.

Krank von den Rädern

Die Ettelner wollen auch deshalb keine weiteren Anlagen, weil sie krank werden,…

Regierung weiß nicht, was Energiewende kostet!

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/bundesrechnungshof-bundesregierung-weiss-nicht-was-energiewende-kostet-a-1203514.html

Kritik des Bundesrechnungshofs

Regierung weiß nicht, was Energiewende kostet

Das Wirtschaftsministerium koordiniert Dutzende Gesetze zur Energiewende. Doch es hat laut Bundesrechnungshof keinen Überblick über deren Kosten. Dabei wird genau das seit mehr als einem Jahr angemahnt.

Der Windenergiepark «Odervorland», fotografiert am 02.12.2017 nahe Sieversdorf (Brandenburg). (zu dpa «Studie: Energiewende läuft nicht» vom 05.12.2017) Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa +++(c) dpa – Bildfunk+++

von Stefan Schultz, 18. April 2018

Wer ein teures Projekt auf den Weg bringt, muss wissen, was es kostet. Diese Regel gilt normalerweise nicht nur für Privatpersonen und Unternehmen, sondern auch für die Bundesregierung. Sie ist im Rahmen der sogenannten Gesetzesfolgenabschätzung angehalten, die finanziellen Auswirkungen ihrer Vorschriften zu beziffern. Eigentlich.

Bei der Energiewende ist das laut Bundesrechnungshof bis heute nicht passiert. Das zuständige Bundeswirtschaftsministerium habe trotz mehrfacher Aufforderung noch immer keinen vollständigen Überblick über die Kosten der Energiewende geliefert, kritisieren die obersten Finanzkontrolleure des Bundes in einem Bericht, der am Freitag im Rechnungsprüfungsausschuss des Bundestags besprochen werden soll.

In dem Dokument, das dem SPIEGEL vorliegt, betont der Rechnungshof, er habe das Wirtschaftsministerium bereits im Dezember 2016 darauf hingewiesen, dass es seine Rolle als Gesamtkoordinator der Energiewende “nur unzureichend ausfüllt”. Dass es “keinen Überblick über die finanziellen Auswirkungen der Energiewende” habe und “nicht über ein funktionierendes Controlling” verfüge.

Am 23. März hat das Wirtschaftsministerium dem Rechnungshof berichtet, was in den vergangenen 15 Monaten unternommen wurde, um das Management der Energiewende zu verbessern. Das Ergebnis ist aus Sicht der Prüfer, deren vornehmste Aufgabe es ist, die Verschwendung von Steuergeldern zu beanstanden, erneut dürftig…

Felgenwald: Lehmauftragung bei Starkregen

http://www.echo-online.de/lokales/odenwaldkreis/michelstadt/bei-starkregen-wird-im-vielbrunner-felgenwald-lehm-aufgetragen_18679951.htm

Bei Starkregen wird im Vielbrunner Felgenwald Lehm aufgetragen

Foto: Hans-Joachim Büchs

von Elmar Streun, 17. April 2018

VIELBRUNN – Der starke Regen am Freitag hat die Baustelle zur Errichtung einer Windkraftanlage mit zwei Rotoren im Felgenwald beim Michelstädter Stadtteil Vielbrunn arg in Mitleidenschaft gezogen. Das Wasser stand nicht nur in großen Pfützen und Tümpeln, es floß mit Lehm durchsetzt in den umgebenden Wald.

Hans-Joachim Büchs von der Bürgerinitiative „Zukunft Vielbrunn, die sich gegen die bereits genehmigte Windenergieanlage wehrt, vermutet Umweltvergehen und Verstöße gegen Bauauflagen. Er wandte sich mit einer Beschwerde und Bitte um Überprüfung an das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt sowie an die Erbacher ECHO-Redaktion. Unter anderem vermisst Büchs eine korrekte Beaufsichtigung der vorbereitenden Arbeiten durch die Behörde, wie bereits berichtet (ECHO vom 8. März: „Im Felgenwald rollen die Bagger“).

Nach deren Auflagen im Genehmigungsbescheid vom Dezember 2016 unter der Rubrik Wasserrecht ist laut Büchs untersagt, bei anhaltenden Niederschlägen die Arbeiten fortzusetzen. Das jedoch sei am Freitag der Fall gewesen, wie der Windkraftgegner, dessen Initiative sich nach eigener Zielsetzung für Mensch und Natur einsetzt, mit aktuellen Fotoaufnahmen dokumentiert habe. Am Vormittag wurden während des andauernden Regens Lehmschichten angefahren und auf der Baustelle verteilt. Dies hatte der Bürgerinitiativenvertreter dem RP-Darmstadt zur Mittagszeit telefonisch mitgeteilt.

„Wir haben im Randbereich nur Arbeiten erledigt, die möglich waren“, erklärt Karl Hermle, Zweiter Geschäftsführer des Projektierers WHS Enertec. Der Bauingenieur betont, dass die Arbeiten am Nachmittag eingestellt worden sind. Der eigentlich vorgesehene Aushub sei nicht vorgenommen worden.

 Auch ist der Einsatz von Recyclingmaterial unzulässig, wie in dem Genehmigungsbescheid ausgeführt wird. Wie auch der Behörde bekannt sei, so Büchs, habe man den „Schotterberg aus dem Baustellenabtrag“ einer anderen Windkraftanlage „in der Baustelle Felgenwald eingebracht“. Laut Hermle handelt es sich aber nicht um Recyclingschotter. Doch ist in Abstimmung mit dem RP Schotter von den Kranstellflächen am Hainhaus nun im Felgenwald wieder eingesetzt worden. Das geschehe, um Ressourcen zu schonen. Und: Auch im Felgenwald werde überschüssiges Material wieder entfernt. Zur aktuellen Situation auf der Windkraftbaustelle im Felgenwald I erklärte Hans-Joachim Büchs am Montag, sie „entbehrt leider jeder Vorstellungskraft“. Erneut weist er darauf hin, dass sich die Baustelle in einem faktischen Trinkwasserschutzgebiet befinde. Dieses ist jedoch offiziell nicht als Solches ausgewiesen. Die Stadtteile Vielbrunn und Würzberg werden von dem „zehn Jahre alten Tiefenbrunnen Vielbrunn mit Trinkwasser versorgt“, so Büchs. Die bisher fehlende Ausweisung des Trinkwasserschutzgebiets – daran war eine Klage der Stadt Michelstadt gescheitert – erklärt er mit dem generellen Verbot, im Wald zu bauen und der Tatsache, dass „die Stadtwerke Michelstadt zum damaligen Zeitpunkt nicht einmal ansatzweise von 217 Meter hohen Industrieanlagen ausgegangen“ waren.

Seit August 2017 sei die Ausweisung des Trinkwasserschutzgebiets beantragt. Bis zu einer Entscheidung werden nach seinem Dafürhalten absichtlich „nun knallharte Tatsachen an Ort und Stelle geschaffen“. Denn: Sowohl für die Baugenehmigung der beiden Windräder, wie auch für die Ausweisung des Trinkwasserschutzgebiets hat das RP Darmstadt die Federführung.

 

Stillfüssel: Verwaltungsgericht Darmstadt lehnt Eilantrag ab!

http://www.echo-online.de/lokales/darmstadt/verwaltungsgericht-darmstadt-lehnt-eilantrag-zum-windpark-stillfuessel-ab_18668541.htm

Verwaltungsgericht Darmstadt lehnt Eilantrag zum Windpark Stillfüssel ab

13. April 2018

DARMSTADT/WALD-MICHELBACH – (red). Die für Immissionsschutzrecht zuständige 6. Kammer des Verwaltungsgerichts Darmstadt hat im Rahmen von mehreren Verfahren den Windpark Stillfüssel betreffend, den Eilantrag eines Umweltverbandes abgelehnt. Dieser war gestellt worden, um den Bau und Betrieb der Windenergieanlage mit fünf Windkraftanlagen auf der Gemarkung Wald-Michelbach einstweilen zu stoppen.

Gerügt wurde darin eine fehlerhaft durchgeführte Umweltverträglichkeits-Vorprüfung, die Verletzung artenschutzrechtlicher Verbotstatbestände – insbesondere hinsichtlich des Schwarzstorches, des Rotmilans, des Uhus und des Wespenbussards – sowie Aspekte des Lärmschutzes.

Wie bereits in zwei zuvor entschiedenen Verfahren hat die Kammer auch bei dem vorliegenden Eilantrag die vom Regierungspräsidium Darmstadt als Genehmigungsbehörde durchgeführte Umweltverträglichkeits-Vorprüfung als rechtmäßig erachtet. Auf Grundlage der vorgelegten Gutachten und Unterlagen konnte die Kammer auch keine Verletzung von artenschutzrechtlichen Vorschriften feststellen.

In Bezug auf den Schwarzstorch sei durch die Errichtung und den Betrieb der genehmigten fünf Windkraftanlagen kein signifikant erhöhtes Tötungsrisiko zu erwarten. Das Vorhandensein eines Horstes konnte nicht eindeutig nachgewiesen werden – insbesondere sei der im September 2016 entdeckte Großvogelhorst am Ameisenbrunnen im Eiterbachtal in der Brutperiode 2017 von einem Mäusebussard-Paar besetzt worden.

 Lärmbeeinträchtigung nicht zu erwarten

Auch hinsichtlich des Rotmilans sei laut Verwaltungsgericht nicht davon auszugehen, dass ein artenschutzrechtlicher Verbotstatbestand erfüllt werde. Nach der vorgelegten und nicht zu beanstandenden Raumnutzungsanalyse lägen die Anlagen weder in einem essenziellen Nahrungshabitat des Rotmilans noch auf einer Flugroute zu einem regelmäßig aufgesuchten Nahrungshabitat.

Eine gesundheitsgefährdende Lärmbeeinträchtigung durch den Betrieb der Windkraftanlagen sei laut Gericht ebenfalls nicht zu erwarten – und zwar unabhängig davon, ob bei dem für die Schallausbreitungsprognose anzuwendenden Verfahren die Bodendämpfung mitberücksichtigt werde oder nicht.

Stillfüssel: Erneut Eilantrag vom Gericht abgelehnt!

http://www.wnoz.de/Gericht-lehnt-erneut-einen-Eilantrag-ab-741fee4b-eec7-4059-a9ba-183c668dd9cc-ds

Gericht lehnt erneut einen Eilantrag ab

13. April 2018

Wald-Michelbach. Die 6. Kammer des Verwaltungsgerichts Darmstadt hat den Eilantrag eines Umweltverbandes abgelehnt, der Bau und Betrieb der fünf Windräder auf dem Gebiet Stillfüssel bei Wald-Michelbach stoppen wollte. Anders als der Antragssteller sah das Gericht keine Versäumnisse des Regierungspräsidiums Darmstadt in der Vorprüfung der Umweltverträglichkeit und keine Verletzung von artenschutzrechtlichen Vorschriften hinsichtlich des Schwarzstorches, des Rotmilans, des Uhus und des Wespenbussards an. Gerade beim Schwarzstorch und Rotmilan erkannte die Kammer „kein signifikant erhöhtes Tötungsrisiko“. Die Brutvorkommen des Rotmilans lägen außerhalb des Bereichs. Es habe außerdem nicht nachgewiesen werden können, dass es in der Nähe der Baustelle tatsächlich einen Schwarzstorch-Horst gab. Der im September 2016 entdeckte, sei in der Brutperiode 2017 von einem Mäusebussard-Paar besetzt gewesen, schreibt das Verwaltungsgericht in der Pressemitteilung. Das nächste bekannte Brutvorkommen läge in 2050 Meter Entfernung zum Vorhabengebiet und damit außerhalb des empfohlenen Mindestabstands von 1000 Metern. Gesundheitsgefährdende Lärmbeeinträchtigungen durch den Betrieb der Anlage seien laut Verwaltungsgericht ebenfalls nicht zu erwarten. Gegen die Entscheidung kann binnen zwei Wochen ab der Zustellung Beschwerde beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel erhoben werden. -/ nk/

Würzberg: Stadtpolitiker sehen noch Klärungsbedarf

http://www.echo-online.de/lokales/odenwaldkreis/michelstadt/michelstadts-politik-sieht-bei-wuerzberger-anlagen-noch-klaerungsbedarf_18668959.htm

Michelstadts Politik sieht bei Würzberger Anlagen noch Klärungsbedarf

von Manfred Giebenhain, 13. April 2018

MICHELSTADT – Ob und wann auf der Gemarkung Mies bei Würzberg ein Windpark mit fünf Anlagen errichtet wird, kann derzeit noch niemand sagen. Keinesfalls unter zeitlichen Druck setzen lassen wollen sich die Michelstädter Stadtverordneten, die das Thema nun im Haupt- und Finanzausschuss ausführlich beraten haben.

Gleich zu Beginn der Sitzung machte Vorsitzender Georg Walther (CDU) deutlich, dass es zu keiner Abstimmung kommen und folglich das Thema auch nicht auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung der Parlamentssitzung stehen werde. Die Gründe: Zu viele ungeklärte Fragen, zu viele neue Informationen und Kritik an Teilen des Vertragsentwurfs, der die Pachtung des städtischen Grundstücks seitens der Energiegenossenschaft Odenwald (EGO/Erbach) vorsieht.

 

Gemeinschaftsprojekt von EGO und Entega

Bei dem Bau der Windkraftanlagen handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der EGO mit dem Darmstädter Energieunternehmen Entega, das sich auf die Fahnen geschrieben hat, den politischen Auftrag der Energiewende durch erneuerbare Quellen in Südhessen und darüber hinaus voranzutreiben. Rund 20 Besucher, darunter Mandatsträger und Einwohner von Würzberg und Erbuch, verfolgten die Diskussion und erhielten Gelegenheit, selbst Stellung zu beziehen und Fragen zu stellen. „Wir sind noch nicht im Genehmigungsverfahren“, machte Bürgermeister Stephan Kelbert (parteilos) deutlich und fasste den Sachstand zusammen….

Laut Beller (Anm. des Webseitenbetreibers: Leiter des städtischen Bauamtes) gibt es Verbesserungsbedarf im Vertragstext hinsichtlich der Ausgestaltung der Zufahrten auf städtischen Forstwegen, auch bestünden erhebliche Zweifel an der Positionierung der Anlage 3 wegen der Nähe zur Wohnbebauung und zum Bodendenkmal Römerbad. Die dazu ergangene Antwort aus Darmstadt, „Nachbesserungen seien nicht möglich, da mit 34 Vertragspartnern bereits Verträge unterzeichnet worden seien“, stieß bei den Abgeordneten auf Widerspruch. Auch seien im FNP Rotoren mit einer Gesamthöhe von 240 Metern nicht vorgesehen.

Die Palette der Stellungnahmen in der Sitzung reichte von einer klaren Distanzierung (Sandra Allmann/CDU und Lutz Hasenzahl/FDP) bis zu Gesprächsbereitschaft (Rainer Raßloff/SPD und Jürgen Zinn/Die Grünen), ohne zeitlichen und inhaltlichen Druck auf sich nehmen zu müssen. Brisanz erhielt die Diskussion, als eine Planungsskizze herumgereicht wurde, der zufolge ein Windpark auch im angrenzenden Dreieck zwischen Würzberg, Ernsbach und Erbuch auf Erbacher Stadtgebiet denkbar sei. Hier hätte es der Projektierer nur mit einem Grundstückseigentümer zu tun.

Windindustrie im Höhen- und Erholungsort Würzberg!

http://www.de-fakt.de/bundesland/hessen/odenwaldkreis/details/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=3710&cHash=9732f2b5e22b939f4a184b87cca69884

Und wieder ein paar Windräder mehr!

Heute schreibt Jakob Ihrig, Raubach, posthum in seinem Satirebeitrag über das „Bürgermeisterparkett“ und die geplante Erweiterung der Odenwälder Spargellandschaft im Höhendorf Würzberg.

10. April 2018

ODENWALD / MICHELSTADT. – Am 20. März 2018 stellten die EGO (Energiegenossenschaft Odenwald) und die Entega in der Odenwaldhalle, Michelstadt, ihre Verspargelungspläne für Würzberg vor.

Der Ort war mit Bedacht gewählt! Berühmt ist schließlich das dortige „Bürgermeisterparkett“, das schon bei seiner Verlegung den Weg in die Wohnstuben diverser Kommunalpolitiker fand. Solcherlei verbindet und das ist nun mal der Grund, warum die EGO vom Erbacher „Palast der Energie“, bei der grünen Darmstädter Entega am Katzentisch mitspielen darf. Sie soll die lokalen Polittölpel einlullen! Wer könnte dies besser als die Chefs der EGO, schließlich haben beide das Drückerhandwerk bei einem lokalen Kreditinstitut von der Pieke auf gelernt.

Mit von der Partie in der Odenwaldhalle war auch Florian Voigt – ebenfalls kein Unbekannter. Als ehemaliger EGO-„Windkraftprofi“ hatte er bereits 2011 in höchsten Tönen für den mittlerweile bundesweit bekannten Olt-OREG Rotor geworben. Mit diesem Projekt haben der Kreis und Lützelbach zwischenzeitlich rund 1 Million Euro an Steuergeldern in den Sand gesetzt. Heute arbeitet Herr Voigt als „Fachexperte“ bei der Windkraftpropaganda- Agentur des grünen hessischen Wirtschaftsministers. Dafür hat es dann wohl gereicht.

Insgesamt konnten die Entega-Einluller trotz lokaler Unterstützung vom „Palast der Energie“ und Al Wazirs Propagandatrupp in der Diskussion kaum einen Fuß auf den Boden bekommen. Das „Bürgermeisterparkett“ der Odenwaldhalle war dann wohl doch zu glatt.

Rätselhaft trotzdem, warum die Stadt Michelstadt ihre Flächen für diesen Frevel verpachten will? Die Flächen liegen im Bereich des Windkraft-Flächennutzungsplans der Odenwald Gemeinden. Dass dieser vom grünen Darmstädter Öko-RP und vom zuständigen grünen Verwaltungsgericht abgelehnt wurde, hat der Michelstädter Bürgermeister noch nicht so recht verstanden.

Er meint wohl, er könne einen weiteren Ausbau verhindern, wenn man nur diese Flächen jetzt opfere. Außerdem ist er der Meinung, dass Windkraft auch in windschwachen Mittelgebirgen durchaus Sinn macht. Das sind natürlich genau die Schlüsselfiguren, die Projektierer suchen. Sie sind es schließlich gewohnt, das Brett an der dümmsten Stelle zu bohren.

Im Endeffekt werden jetzt zunächst die Flächen des kommunalen Flächennutzungsplans bebaut und wenn dieser abgelehnt ist, noch die Flächen des Regionalplans, sobald dieser rechtskräftig ist. Da beides noch Jahre dauern wird, kann im Endeffekt überall gebaut werden.

Es ist also absoluter Blödsinn, die infrage kommenden Flächen jetzt zu verpachten. Aber Blödsinn war auch der Bau des Olt-OREG Rotors und die Entwicklung des kommunalen Flächennutzungsplans. In beiden Fällen hatten die Bürgerinitiativen klar abgeraten und aufgezeigt, zu welchem Desaster beides führt. Und genau das ist eingetreten.

Es sind nun mal nicht immer die hellsten Kerzen am Weihnachtsbaum, die wir in den kommunalen Gremien und der öffentlichen Verwaltung vorfinden. Für unsere GrünInnen in Wiesbaden und Darmstadt ist es dann leider ein leichtes Spiel, ihre umweltzerstörende Politik fernab von ihren Wählern durchzusetzen.